Finanzen + Vorsorge Prokon-Anleger müssen sich entscheiden

Prokon-Gläubigerversammlung in Hamburg: Insolvenzverwalter Dietmar Penzlin will einen Teil des Geldes der Anleger retten.

Prokon-Gläubigerversammlung in Hamburg: Insolvenzverwalter Dietmar Penzlin will einen Teil des Geldes der Anleger retten.© dpa/picturealliance

Die Insolvenz des Windenergie-Unternehmens Prokon kostet die 75.000 Anleger viel Geld. Der Insolvenzverwalter zeigt jetzt zwei Alternativen auf, um zumindest einen Teil der Anlagen zu retten.

Das insolvente Energieunternehmen Prokon ist auf dem Weg der Genesung. Für die Anleger würden zwei alternative Lösungen im Rahmen des Insolvenzplans vorbereitet, teilte Insolvenzverwalter Dietmar Penzlin am Donnerstag in Hamburg mit. Der bisherige Verlauf des Sanierungsprozesses sei sehr positiv zu bewerten und liege über Plan. Das sei vor allem der engagierten Arbeit der Prokon-Belegschaft zu verdanken.

Für die Anleger, die nach früheren Angaben Penzlins 40 bis 70 Prozent ihres Kapitals verlieren werden, zeichnen sich zwei Wege ab: Entweder werden sie Eigentümer von Prokon, oder das Unternehmen wird an einen Investor verkauft. In beiden Varianten würde ein Teil der Forderungen in eine handelbare Anleihe umgewandelt, die an der Börse verkauft werden kann. Welche Lösung sich am Ende durchsetzt, hängt auch von den Anlegern ab. Werden sie Eigentümer von Prokon, müssten sie zunächst auf Barauszahlungen verzichten. Penzlin verfolgt beide Wege parallel, um einen zügigen Abschluss des Verfahrens zu gewährleisten.

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Das Windenergie-Unternehmen war Anfang des Jahres in Probleme geraten und im Mai in das Insolvenzverfahren gegangen. Unternehmensgründer Carsten Rodbertus hatte rund 75 000 Anleger gewonnen, die 1,4 Milliarden Euro in Genussrechte des Unternehmens investiert haben. Das Unternehmen stellte sich als stark überschuldet heraus und verfügte nicht über leistungsfähige interne Strukturen. „Inzwischen konnten ein angemessenes Berichtswesen, eine umfassende Projektierungsdatenbank und diverse Instrumente für ein wirksames Controlling eingeführt werden“ teilte Penzlin mit.

Die drei Kerngeschäftsfelder Bestandswindparks, neue Projekte und Endkundenversorgung werden restrukturiert. Weitere Bereiche des Unternehmens und Beteiligungen sollen innerhalb der nächsten drei Monate verkauft werden, darunter ein Biodieselwerk in Magdeburg sowie Wälder in Rumänien. „Ich bin zuversichtlich, dass wir die Sanierung im ersten Halbjahr 2015 erfolgreich abschließen können“ sagte Penzlin.

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