Schutzschirmverfahren So lässt sich die Insolvenz abwenden

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Wenn Zahlungsunfähigkeit droht, kann das Schutzschirmverfahren Firmen retten.

Wenn Zahlungsunfähigkeit droht, kann das Schutzschirmverfahren Firmen retten.© ra2 studio - Fotolia.com

Mit dem Schutzschirm­verfahren sollen von der Insolvenz bedrohte Firmen den Turnaround schaffen. Die wichtigsten Fakten von Gläubiger bis Sanierungsplan.

Grundidee beim Schutzschirmverfahren

Firmen, denen die Zahlungsunfähigkeit droht, sollen unter besonderem rechtlichen Schutz die Wende schaffen. Dieses sogenannte Schutzschirm­verfahren – 2012 mit dem Gesetz zur weiteren Erleichterung der Sanierung von Unternehmen (ESUG) ein­geführt – dauert drei Monate.

Geschäftsführung beim Schutzschirmverfahren

Anders als beim klassischen Insolvenzverfahren übernimmt kein vom Gericht bestellter
Insolvenzverwalter die Unternehmensführung. Die alte Geschäftsführung bleibt im Amt. Sie bekommt aber einen Sachwalter zur Seite gestellt. Der überwacht die Sanierung. Das Unternehmen kann den Sachwalter selbst vorschlagen, sofern der dafür qualifiziert ist.

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Voraussetzung für das Schutzschirmverfahren

Das Schutzschirmverfahren kommt infrage, wenn einem Unternehmen Zahlungs­unfähigkeit droht, es zum Zeitpunkt des Antrags aber noch liquide ist. Ein Wirtschaftsprüfer oder Steuer­berater muss das bestätigen. Nur dann und wenn die Firma tatsächlich eine Chance auf Fortbestand hat, gibt das Amtsgericht dem Antrag statt.

Diskretion beim Schutzschirmverfahren

Das Schutzschirmverfahren muss nicht öffentlich bekannt gemacht werden.

Sanierungsplan beim Schutzschirmverfahren

Die Firma hat drei Monate Zeit, in Abstimmung mit dem Sachwalter einen sogenannten Insolvenzplan aufzustellen. In dieser Zeit ist das Unternehmen vor Vollstreckungsmaßnahmen der Gläubiger geschützt. Es kann auch weiterhin über sein Vermögen verfügen.

Gläubiger beim Schutzschirmverfahren

Den erarbeiteten Insolvenzplan muss das Unternehmen mit den Gläubigern abstimmen, die sich in einem Gläubigerausschuss organisieren. Stimmt der Gläubigerausschuss zu, erfolgt die Sanierung nach diesem Plan. Scheitert die Einigung, wird unmittelbar ein Insolvenzplanverfahren in Eigenverwaltung eingeleitet.

1 Kommentar
  • Andrea Balkie 1. Juni 2015 11:59

    Hallo,
    Ich habe folgendes Problem
    Die Firma wo ich arbeite, hat ein SCHUTZSCHIRMVERFAHREN
    EINGELEITET, ICH KANN MEINE Rechnungen nicht mehr zahlen.
    Habe Kredite , etc zu bezahlen.

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