• Sinn und Unsinn einer Rechtsschutzversicherung

    Prozesskosten schießen leicht in ungeahnte Höhen. Gute Karten hat, wer die Aufwendungen an seine Versicherung weitergeben kann. Die Policen werden allerdings oft überschätzt. Lesen Sie, wann eine Rechtschutzversicherung hilft - und wann nicht.

    Mit einer Rechtsschutzversicherung schützen sich Unternehmen vor den finanziellen Folgen juristischer Auseinandersetzungen. Die Versicherer übernehmen die Gebühren für Anwälte und die Gerichtskosten, je nach Vertrag zahlen sie auch für weitere Leistungen wie Mediation oder Forderungsmanagement.

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    Prozesse können schnell teuer werden. Bei einem Verfahren mit einem Streitwert von 500.000 Euro, das durch drei Instanzen geht, entstehen Gerichts- und Anwaltskosten in Höhe von 100.500 Euro. Der Versicherer zahlt aber nicht, wenn die Auseinandersetzung bereits vor Vertragsabschluss begonnen hat.

    Unternehmer können eine Police nicht für allgemeine juristische Auseinandersetzungen abschließen, sondern nur für bestimmte Gebiete wie Arbeits-, Miet- oder Verkehrsrecht. Sie können sich aus verschiedenen Bausteinen den für sie erforderlichen Schutz zusammenstellen.

    Neben dem klassischen Rechtsschutz für Firmenfahrzeuge, Gewerbeimmobilien und Arbeitgeber gibt es spezielle Angebote für Führungskräfte. Je nach Branche kann der Abschluss einer Straf-Rechtsschutzversicherung sinnvoll sein, die auch die Kosten für die Verteidigung übernimmt, wenn einem Manager eine Straftat vorgeworfen wird. Bei einer Verurteilung muss er die Kosten allerdings erstatten. Aufgrund immer schärferer Gesetze wächst die Bereitschaft der Behörden, zum Beispiel bei Umwelt- oder Steuerdelikten, Anklage zu erheben.

    Wer sollte eine Rechtsschutzversicherung abschließen?

    Ob der Abschluss sinnvoll ist, kommt auf den individuellen Bedarf an. Häufig wird die Bedeutung einer Rechtsschutz-Police überschätzt. Haftpflichtversicherungen haben auch eine Rechtsschutzfunktion, denn die Versicherer übernehmen die Abwehr unberechtigter Forderungen. Vor dem Abschluss einer Police sollten Unternehmer genau prüfen, welche Risiken sie absichern wollen und ob es dafür überhaupt Angebote gibt. Grundsätzlich sollten Unternehmer beachten, dass viele Rechtsbereiche generell ausgeschlossen sind, etwa Familien- und Erbstreitigkeiten, Probleme im Zusammenhang mit einer Bautätigkeit, Vorsatztaten, Patentrecht oder Urheberrecht.

    Was kostet eine Police?

    Der Preis für einen Vertrag hängt vom Deckungsumfang, der Größe des Unternehmens und der Branche ab. Durch die Vereinbarung eines Selbstbehalts können Firmen Prämien sparen. Einen Minimalschutz können kleine Firmen bei einer Eigenbeteiligung von 250 Euro im Schadenfall ab 150 Euro im Jahr bekommen, einen Vollschutz ab rund 300 Euro. Unternehmer können bei der Police für den Betrieb gegen Aufpreis einen Zusatzbaustein wählen, mit dem sie auch private Risiken wie Miet- oder Verkehrsrechtsschutz abdecken.

    • Quelle: impulse
    • Copyright: impulse.de

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