Finanzen + Vorsorge So bekommen Sie Ihre Finanzen in den Griff

Es ist nicht einfach, den Überblick über sein Geld zu behalten. Ein Problem vor allem für kleinere und mittlere Unternehmen. So managen Sie Ihre Liquidität.

Immer flüssig zu sein, ist nicht ganz einfach. Vor allem kleinere Betriebe tun sich schwer damit, den Geldfluss im Betrieb zu organisieren. Bei einer Untersuchung der Fachhochschule Merseburg kam heraus: Keiner der befragten Firmenchefs plant regelmäßig die Unternehmensfinanzen. Jeder Zweite tut dies nur, wenn er von der Bank dazu aufgefordert wird. Das Problem: Unternehmer sind Experten auf ihrem eigenem Fachgebiet. Betriebswirtschaftliche Kenntnisse haben sie sich in vielen Fällen nur angelesen. „Dabei ist die Liquidität für ein Unternehmen das, was für den Menschen der Sauerstoff ist. Ohne geht es einfach nicht“, sagt Andreas Strunz von der Münchner Unternehmensberatung Set Marks Business Development.

Fehlendes oder schlechtes Liquiditätsmanagement bedeutet deshalb für kleinere Firmen schnell das Aus. „Viele Firmenchefs erleben eine böse Überraschung, weil das Finanzamt plötzlich Steuern nachfordert“, weiß Strunz aus seiner Beratungspraxis. „Eine vernünftige Liquiditätsplanung schützt vor solchen unangenehmen Überraschungen.“

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Zur Liquidität eines Unternehmens gehört

  • Der Bestand an so genannter Barliquidität, also Kassenbestände und Guthaben auf Girokonten.
  • aber auch Vermögen, das schnell flüssig gemacht werden kann, wie Termingelder oder unproblematische Forderungen.

Liquiditätsmanagement besteht aus den folgenden drei Punkten:

1. Liquiditätsplanung

Mit dieser werden die Ein- und Ausgaben geplant. Zu den ersteren gehören die Umsätze unter Berücksichtigung der Zahlungsziele der Kunden. Dem gegenüber stehen Aufwendungen, wie z.B. geplante Investitionen, fällige Steuerzahlungen, außerordentliche Einzahlungen aus Subventionen oder Krediten, Löhne und Gehälter, Sozialversicherungsbeiträge oder Lieferantenforderungen.
Bei der Planung greifen Firmenchefs auf Vergangenheitswerte zurück. In der Regel lassen sich daran wiederkehrende Muster wie z. B. hoher Zahlungsmittelbedarf zum Monatsende oder saisonale Schwankungen ablesen. Planen Sie auf jeden Fall eine Reserve mit ein.

2. Liquiditätssteuerung

Ein guter Finanzmanager sorgt dafür, dass

  • nicht sofort benötigtes Geld verzinst angelegt wird.
  • ein effektives Forderungsmanagement existiert, mit dem säumige Kunden schnell zur Zahlung aufgefordert werden.
  • rechtzeitig mit der Bank über die Bereitstellung einer Kreditlinie verhandelt wird. „Führen Sie Bankgespräche nicht in letzter Minute. Geldinstitute mögen es nicht, wenn sie zu kurzfristigem Handeln gezwungen werden“, rät Andreas Strunz.

Nutzen Sie die Zahlungsziele von Lieferanten nicht aus – sofern Sie es sich leisten können. Zahlen Sie lieber sofort, mit einem Skontoabzug. Ihr Vorteil zeigt ein Rechenbeispiel: bei einem Zahlungsziel von 30 Tagen und zwei Prozent Skonto bei sofortiger Zahlung liegt der Jahreszins des Gläubigers bei 24 Prozent. Ein Bankkredit ist da allemal billiger.

3. Liquiditätskontrolle

Planen alleine reicht nicht. Überprüfen Sie regelmäßig, ob Ihre Finanzplanung auch mit der Realität Schritt hält. Erkennen Sie Abweichungen, können Sie kurzfristig reagieren.

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