Finanzen + Vorsorge Spannung vor Fed-Sitzung: Kommen höhere Zinsen in den USA?

Wenn sich die Währungshüter der US-Notenbank Fed an diesem Mittwoch treffen, können selbst Aussagen zwischen den Zeilen die globalen Finanzmärkte in helle Aufregung versetzen. Die Sitzung wird mit Spannung erwartet, denn erstmals seit Jahren ist eine Zinserhöhung dort kein Unwort mehr. Kommt sie vielleicht schneller als bisher gedacht?

Nach der historischen Zinssenkung der Europäischen Zentralbank schauen Volkswirte und Finanzmanager in aller Welt nun mit Spannung auf die US-Notenbank Federal Reserve (Fed). Auch hier deuten sich bedeutende Entscheidungen an.

Was macht diese Zinssitzung der Fed so spannend?

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An diesem Mittwoch (20.00 Uhr) trifft sich der Offenmarktausschuss zu seiner zweitägigen Sitzung. Historische Beschlüsse wie zuletzt bei der EZB stehen dort zwar unmittelbar nicht an. Aber es sind die Aussagen zwischen den Zeilen, die weltweit Schlagzeilen liefern könnten – und die globalen Finanzmärkte schon oft in helle Aufregung versetzten.

Wie kann so etwas passieren?

Die Zentralbanker geben etwa ihre Bewertung der wirtschaftlichen Zukunft zu Protokoll. Änderungen zu früheren Einschätzungen lassen erkennen, ob sie zwischenzeitlich optimistischer oder pessimistischer geworden sind. Das kann letztlich auch Auswirkungen auf ihre Geldpolitik haben. Zudem erneuern sie ihren Tipp, wie sich der Leitzins auf lange Sicht entwickelt. Ferner hat die Fed-Vorsitzende Janet Yellen bei ihrer Pressekonferenz die Chance, der Öffentlichkeit Hinweise zu geben. Für die Märkte sind das oft schon genügend Anhaltspunkte, um auszuschlagen.

Und? Steigen die Zinsen jetzt bald?

Dass die US-Notenbank den Leitzins nicht ewig bei fast null Prozent halten will, wo er seit Ende 2008 liegt, hat sie bereits eindeutig klar gemacht. Ebenso gibt es aber auch für eine rasche Anhebung keine Anhaltspunkte. Bislang herrscht an den Finanzmärkten und bei den meisten Analysten die Ansicht, dass die Fed noch mindestens bis Mitte 2015 an ihrem historischen Niedrigzins zwischen null und 0,25 Prozent festhalten dürfte.

Was hält die Fed von Zinserhöhungen ab?

Sie hat zwei Ziele: für Vollbeschäftigung sorgen und die Inflation im Zaum halten. Solange sie die Arbeitslosigkeit in der größten Volkswirtschaft der Welt für zu hoch hält und die Teuerungsrate unproblematisch ist, sieht sie keinen Anlass für Zinserhöhungen. Schließlich soll der niedrige Zins helfen, die Konjunktur zu stärken. Die jetzige Erwerbslosenquote von 6,3 Prozent ist im historischen Vergleich sehr hoch, zudem besteht ein Problem mit der Langzeitarbeitslosigkeit. Das Minus beim Bruttoinlandsprodukt im ersten Quartal war ebenfalls kein gutes Signal.

Warum rechnen einige Experten dennoch mit einer früheren Zinswende?

Ein Grund ist der deutliche Anstieg der Inflation. Im Mai ist die jährliche Teuerungsrate auf 2,1 Prozent geklettert – und damit erstmals seit Oktober 2012 über den Zielwert der Fed. Das erhöht den Druck auf ihre Mitglieder, über Zinserhöhungen nachzudenken. Zudem ist die Arbeitslosenquote schneller gesunken, als es die Zentralbank bisher prognostizierte: Bei 5,5 Prozent gilt ihr Ziel quasi als erreicht.

Und was könnte bei einer Anhebung passieren?

Die hauptsächliche Sorge ist, dass höhere Zinsen das Wachstum abwürgen könnten. Teurere Kredite für Firmen und Hauskäufer könnten Investitionen verhindern, ein stärkerer Dollar könnte Exporte schwächen. Auch an den Aktienmärkten dürfte das nicht spurlos vorbeigehen. Denn bislang wurde die Rally an den Börsen hauptsächlich vom billigen Geld der Notenbanken angetrieben. Auch könnten Investoren Kapital aus Schwellenländern abziehen, um es wieder einträglicher zu Hause anzulegen – gefährlich für Staaten, deren Wachstum von Liquidität aus dem Ausland abhängt. Der Internationale Währungsfonds riet der Fed daher jüngst, bei Zinserhöhungen lieber ganz vorsichtig zu sein.

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