Finanzen + Vorsorge Stabile Beiträge? Fehlanzeige

Die privaten Krankenversicherer haben in diesem Jahr kräftig zugelangt: Im Schnitt wollten sie sieben Prozent mehr Beitrag als im Vorjahr. Für viele Kunden wurde es noch teurer, befindet eine Studie.

In Sachen Beitragsstabilität entwickeln sich die Angebote der privaten Krankenversicherung (PKV) auseinander: Die Zahl schwacher und starker Tarife nimmt zu, das Mittelfeld schrumpft – so lautet das Ergebnis einer aktuellen Studie des unabhängigen Analysehauses Morgen&Morgen. Es untersuchte langfristige Beitragssteigerungen von mehr als 1500 Tarifen für angestellte Neukunden.

Für privat Krankenversicherte gehört eine stabile Beitragsentwicklung zu den wichtigsten Kriterien beim Vertragsabschluss. Schließlich sorgen medizinischer Fortschritt, höhere Gesundheitskosten und Inflation in der PKV ohnehin für steigende Prämien. Im Schnitt verteuerte sich der private Vollschutz für Männer in den letzten zehn Jahren um 5,7 Prozent jährlich (Frauen: 4,3 Prozent). Mehr als genug, finden viele Versicherte.

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Doch jeder vierte Tarif schnitt schlechter ab. Jährliche Steigerungen von 7,6 Prozent waren im Langzeitvergleich keine Seltenheit. Vor allem die Zahl sehr schwacher Tarife schwoll den Analysten zufolge enorm an. Mit Folgen: Im Extremfall stieg die Prämie für Männer um 12,7 Prozent – jedes Jahr. Das kostete Kunden binnen einer Dekade insgesamt 3430 Euro zusätzlich.

Dass es deutlich besser geht, zeigen stabile Tarife. Sie stellten gut ein Fünftel der untersuchten Angebote. Stiegen die Kosten für Männer sehr maßvoll nur um 1,3 Prozent jährlich, liefen in zehn Jahren zusammengerechnet 463 Euro an Mehrkosten auf – nahezu 3000 Euro weniger als bei einem sehr instabilen Tarif.

„Die Auswahl eines stabilen Tarifs wird für Interessenten immer entscheidender – umso mehr, als der Markt in diesem Punkt auseinanderdriftet“, urteilt Martin Zsohar, Geschäftsführer von Morgen&Morgen. Wohl wahr. Wer einmal abgeschlossen hat, kommt aus einem Vollschutz mit rasant steigenden Prämien nur mit Mühe heraus. Die günstigste Lösung für Versicherte ist dann häufig ein Tarifwechsel bei der eigenen Gesellschaft.

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