Finanzen + Vorsorge Strategien für Unternehmer: Altersvorsorge mit Versicherungen

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Vorsorgetipps für Unternehmer

Vorsorgetipps für Unternehmer© Stephanie Wunderlich

Abgesichert im Alter: Versicherungen gehören zu jeder Vorsorgestrategie, denn nur sie schützen vor den Unwägbarkeiten des Lebens. Und manchmal hilft sogar der Staat beim Sparen. Ein Überblick, auf was Unternehmer bei Policen achten sollten.

Kaum sechs Wochen war die große Koalition in Berlin am Werk, da legte Arbeitsministerin Andrea Nahles bereits ihr vielleicht wichtigstes Gesetzespaket für die ganze Legislaturperiode vor: 160 Milliarden Euro mehr als bisher geplant will sie für die Rente ausgeben, allein 60 Milliarden davon werden bis zum Jahr 2020 benötigt. Damit hat Nahles das teuerste sozialpolitische Programm seit der Jahrtausendwende eingebracht – und mal wieder bewiesen, dass die Altersvorsorge zu den teuersten politischen Baustellen zählt.

Sicher bleibt trotz all der Zusatzmilliarden: Wer in die öffentliche Rentenkasse einzahlt, wird immer weniger herausbekommen. Derzeit haben staatliche versorgte Ruheständler immerhin noch die Aussicht auf 51 Prozent ihres Durschnittseinkommens als Rente. Wer erst 2030 aufhört zu arbeiten, wird mit 43 Prozent seines durchschnittlichen Lohns auskommen müssen – selbst wenn man die jüngsten Zuschuss-Pläne der Regierung berücksichtig.

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Das ist auch für viele Unternehmer eine höchst unerfreuliche Nachricht. Die Annahme, das gesetzliche Rentensystem sei für Selbständige kein Thema, erweist sich bei näherer Betrachtung als bloßes Gerücht. So müssen Handwerker, Yogalehrer, Hebammen und Künstler grundsätzlich Beiträge in den großen Staatsrententopf einzahlen. Auch, wer überwiegend für einen einzigen Kunden arbeitet, entgeht der staatlichen Zwangsfürsorge nicht. „Für all diese Fälle ist das Thema Altersvorsorge per Versicherung gewissermaßen schon von Staats wegen erledigt“, sagt Michael Reeg, zertifizierter Finanzplaner und Partner beim unabhängigen Versicherungsmakler Hoesch & Partner in Frankfurt. „Sie zahlen immerhin fast 20 Prozent ihres Einkommens in die Rentenkasse ein.“ Dass dieses Geld im Staatstopf nicht unbedingt immer gut angelegt ist, dagegen sind die Versicherten machtlos.

Nach Möglichkeit meiden

Allen, die die Wahl haben, empfiehlt Reeg, sich nach Alternativen umzuschauen – und zwar dringend. „Wer es sich irgendwie leisten kann, sollte mindestens ein Fünftel des laufenden Einkommens für die Altersvorsorge reservieren“, sagt Reeg. „So viel Geld braucht es mindestens, um später nicht schutzlos dazustehen.“ Versicherungen spielen dabei eine ganz besondere Rolle. Denn sie bieten, anders als das einfache Sparen, einen Schutz gegen Unwägbarkeiten im Leben wie etwa eine schwere Krankheit.

impulse beleuchtet im vierten Teil der Vorsorge-Serie für Unternehmer die wichtigsten versicherungsförmigen Schutz-Bausteine. Die helfen im Übrigen nicht nur in schlechten Zeiten – sondern auch jenen, die ihren Ruhestand jahrzehntelang quickfidel genießen. „Versicherungen sind nämlich auch der einzige Weg, um das finanzielle Risiko zu beherrschen, das jedem droht, der alt wird“, erklärt Jochen Ruß, Geschäftsführer des Instituts für Finanz- und Aktuarwissenschaften in Ulm.

Diese gewissermaßen erfreuliche Gefahr wird nach Erfahrungen des der Versicherungsmathematikers häufig unterschätzt. Denn erstens leben wir schon im Durchschnitt deutlich länger, als die meisten glauben: Inzwischen liegt die Lebenserwartung in Deutschland für Männer bei 87,4 Jahren und für Frauen sogar bei 92 Jahren – die Menschen gehen aber davon aus, dass sie im Schnitt bloß 81 Jahre alt werden. Wer sich bei der Vorsorgeplanung daran orientiert, spart also für zehn Jahre weniger als nötig. Zweitens weiß ja niemand, ob er nicht noch länger lebt als im Normalfall. „Eine Rentenversicherung, egal ob gesetzlich oder privat, bietet aber ein sicheres Einkommen, selbst wenn ich 100 Jahre alt oder noch älter werde“, sagt Ruß: „Diese Sicherheit ist ein Zusatznutzen jenseits der zu erwartenden Rendite.“

impulse beleuchtet im vierten Teil der Vorsorge-Serie für Unternehmer die wichtigsten versicherungsförmigen Schutzbausteine:

 

Der Beitrag ist Teil der großen impulse Altersvorsorge-Serie:

TEIL I: Vorsorgestrategien: Für Gründer / Für Durchstarter / Für Arrivierte
TEIL II: Vermögensaufbau mit Wertpapieren
TEIL III: Vermögensaufbau mit Immobilien: Eigenheim / Betriebsimmobilie / Immobilienfonds
TEIL IV: Vorsorge mit Versicherungen: Einkommenssicherung / Rentenversicherung / Staatshilfe

cover0114Aus der impulse 03/2014

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