Finanzen + Vorsorge Stromkunden können auf Entlastung hoffen

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© Jürgen Fälchle - Fotolia.com

Schon im Mai hatten es Fachleute prognostiziert, nun könnte es sich bewahrheiten: Die Ökostrom-Umlage könnte erstmals leicht sinken. Ob es tatsächlich so kommt, hängt vor allem noch von einem wichtigen Faktor ab.

Die Verbraucher in Deutschland können erstmals auf ein leichtes Sinken der Ökostrom-Umlage und damit auf eine Stabilisierung ihrer Stromkosten hoffen. Trotz hoher Ausgaben für die Vergütung von Solarstrom im Sommer war das Umlagen-Konto mit einem Plus von 1,06 Milliarden Euro Anfang August noch nie so gut gefüllt wie in diesem Jahr.

Im Vorjahr war es zum gleichen Zeitpunkt über 1,5 Milliarden Euro im Minus. Nach dem neuen, von den für die Verwaltung des Kontos zuständigen Übertragungsnetzbetreibern veröffentlichten Stand, sagten mehrere Fachleute, dass zumindest eine Stabilisierung oder sogar ein Sinken der Ökostrom-Umlage möglich sei.

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Unternehmen und Privarpersonen zahlen die Umlage über den Strompreis. Diesen Einnahmen stehen die Milliardenausgaben für die Vergütung des produzierten Ökostroms gegenüber – Betreiber von Biogas- Solar- und Windkraftanlagen erhalten auf 20 Jahre garantiert feste Vergütungen, die über den Marktpreisen liegen und je nach Anschlussdatum unterschiedlich hoch sind. Seit 2010 ist die Umlage von zwei Cent auf netto 6,24 Cent je Kilowattstunde in diesem Jahr geklettert.

Milliardenpolster könnte für Entlastung sorgen

Mit der gerade in Kraft getretenen Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG), die Förderkürzungen vorsieht, hat die Entwicklung noch nichts zu tun – die Auswirkungen werden erst bei der Umlage 2016 sichtbar werden.

Das aktuelle Plus hängt damit zusammen, dass nach den Anstiegen der Vorjahre ein Puffer eingebaut worden ist. Das Öko-Institut und die Denkfabrik Agora Energiewende errechneten bereits im Mai, dass die Förderabgabe auf rund sechs Cent die Kilowattstunde sinken könnte.

Ökostrom-Umlage macht 18 Prozent des Strompreises aus

Die Ökostrom-Umlage macht derzeit 18 Prozent des Strompreises aus – der Staat profitiert automatisch durch höhere Mehrwertsteuereinnahmen von dieser Entwicklung. Ein Haushalt mit einem Verbrauch von 4000 Kilowattstunden zahlt ohne Mehrwertsteuer derzeit knapp 250 Euro im Jahr an Ökostrom-Umlage, bei 3500 Kilowattstunden sind es 218 Euro.

Da die Umlage auf Basis des Kontostandes Ende September berechnet und am 15. Oktober veröffentlich wird, gilt der Stand Anfang August als wichtiger Indikator. Allerdings sind August und September Hochmonate der Solarstromproduktion, weshalb noch mit einem Abschmelzen des Milliardenpolsters gerechnet wird. Im Vorjahr rutschte das Konto bis Ende September auf ein Minus von über zwei Milliarden Euro, 2012 waren es sogar mehr als 2,5 Milliarden Euro Minus.

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