Finanzen + Vorsorge Strompreis für Unternehmen seit 2000 um fast 80 Prozent gestiegen

Die EEG-Umlage macht derzeit 18 Prozent des Strompreises aus.

Die EEG-Umlage macht derzeit 18 Prozent des Strompreises aus.© Jürgen Fälchle - Fotolia.com

Kleine und mittlere Unternehmen müssen seit dem Jahr 2000 nach aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes fast 80 Prozent mehr für Strom bezahlen. Dabei sind die Preise für die Stromerzeugung seit der Wirtschaftskrise 2008 stark gesunken. Für industrielle Großkunden sieht es dagegen deutlich besser aus.

Strom ist für einen Großteil der deutschen Unternehmen seit dem Jahr 2000 massiv teurer geworden. Das zeigen aktuelle Vergleichszahlen des Statistischen Bundesamtes. Kleine und mittlere Unternehmen mussten in dem beobachteten Zeitraum von Januar 2000 bis August 2014 Preiserhöhungen zwischen 76 und 79 Prozent hinnehmen, wie die Statistiker am Donnerstag berichteten. Die Kosten für die Stromerzeugung seien dagegen lediglich um 35 Prozent gestiegen. Preistreiber waren vor allem höhere Steuern und Umlagen wie die zur Finanzierung der erneuerbaren Energien.

Für industrielle Großkunden lief es seit 2008 dagegen deutlich besser. Sie zahlen für Strom aktuell nur 5 Prozent mehr als im Juli 2008. Anders als Privatleute (+36 Prozent) und kleine Gewerbetreibende (+38 Prozent) konnten die Unternehmen auch die seitdem stark gefallenen Großhandelspreise nutzen, indem sie selbst an den Strombörsen einkauften oder kurzfristig bessere Verträge mit ihren Stromlieferanten aushandelten.

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Auch die Befreiungen von der Ökostrom-Umlage für besonders energieintensive Produktionsbetriebe sind laut Statistischem Bundesamt im Preis-Index berücksichtigt. Bürger und Wirtschaft zahlen die Umlage zur Finanzierung der Energiewende über den Strompreis, energieintensive Unternehmen bekommen massive Rabatte, was sich in der Umlage der anderen Verbraucher niederschlägt.

Private Verbraucher zahlen fast doppelt so viel

Der Strompreis für private Verbraucher hat sich seit dem Jahr 2000 beinahe verdoppelt. Im Durchschnitt müssen Privatleute heute 92 Prozent mehr für Strom zahlen als vor rund 14 Jahren, wie das Statistische Bundesamt weiter berichtete.

Für die Energieverteiler wie zum Beispiel regionale Stadtwerke ist der Strompreis seit Sommer 2008 um nahezu die Hälfte (46 Prozent) gefallen. Verbraucherzentralen hatten kritisiert, dass diese Preisvorteile nicht an Privatverbraucher weitergegeben würden.

Die niedrigeren Erzeugerpreise sind unter anderem auf die wachsenden Strommengen aus erneuerbaren Energien zurückzuführen, die in diesem Jahr erstmals wichtigster Energieträger in der deutschen Stromproduktion sind.

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