Finanzen + Vorsorge Trotz niedrigerer EEG-Umlage: Wo die Stromkosten steigen dürften

Steckdosen an der Wand

Steckdosen an der Wand© tashka2000 - Fotolia.com

Die Senkung der Ökostromzulage für 2015 hat vielen Verbrauchern Hoffnungen auf geringere Strompreise gemacht. Doch gleichzeitig steigen vielerorts die Nutzungsgebühren für das Stromnetz. In einigen Regionen könnte es am Ende deshalb trotzdem teurer werden. Ein Überblick, wo Verbraucher künftig wohl mehr bezahlen müssen.

Trotz des Rückgangs der Ökostrom-Umlage im nächsten Jahr müssen viele Verbraucher unter dem Strich auch 2015 mit höheren Strompreisen rechnen. Grund sind zum Teil deutlich steigende Netznutzungsgebühren, die für Betrieb und Ausbau der Stromnetze fällig werden. Das sagte ein Sprecher des Preisvergleichportals Verivox.

Danach steigen die Netzgebühren etwa in Schleswig-Holstein um 14 Prozent, in Baden-Württemberg um 8 Prozent, in Thüringen um 2,9 Prozent, im Saarland voraussichtlich um 0,9 Prozent und in Berlin um 0,6 Prozent. Rückläufig sind die Gebühren dagegen in den Stadtstaaten Hamburg (-4,2) und Bremen (-3,6).

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Grundlage für die Auswertung sind Preisblätter der Netzbetreiber, mit denen sie die Netzkosten für ihre Region im nächsten Jahr prognostizieren. Für die Auswertung hat Verivox bisher 89 Prozent der Haushalte in der Bundesrepublik erfasst. In Hamburg, Bremen und Berlin sind es schon 100 Prozent.

Netzgebühren fressen vielerorts Einsparung auf

Auch in Bayern dürfte es günstiger werden, voraussichtlich um etwa 2,7 Prozent. Allerdings ist die Stichprobe dort noch nicht belastbar genug, um eine gesicherte Aussage treffen zu können, genauso wie in den restlichen Bundesländern. Dort lassen sich aber immerhin Tendenzen ablesen. So dürfte die Steigerungsrate bei den Netzgebühren in Mecklenburg-Vorpommern im unteren einstelligen Prozentbereich liegen, ähnlich wie in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Auch in Sachsen und Sachsen-Anhalt dürften die Netzgebühren leicht steigen. In Rheinland-Pfalz dagegen bleiben die Gebühren voraussichtlich nahezu stabil.

Insgesamt sei nach den vorläufigen Zahlen ein Anstieg der Netzgebühren im bundesweiten Schnitt um rund zwei Prozent zu erwarten. Das sei insgesamt mehr als durch den leichten Rückgang der EEG-Umlage von 6,24 auf 6,17 Cent (-1,1 Prozent) im nächsten Jahr eingespart werde. Die Netzgebühren, die auf die Verbraucher umgelegt werden, machen wie die Ökostrom-Umlage rund ein Fünftel des Strompreises aus.

„Da sich die Kosten der Stromnetze regional unterschiedlich entwickeln, sind Strompreiserhöhungen in manchen Regionen leider nicht auszuschließen“, sagt Jan Lengerke, Mitglied der Geschäftsleitung von Verivox. Auch innerhalb eines Bundeslandes könne es von Stadt zu Stadt deutliche Unterschiede geben. Zugleich habe sich aber das Einsparpotenzial durch einen Wechsel des Anbieters in den vergangenen Jahren deutlich vergrößert. Aktuell liege der Unterschied zwischen den Tarifen der gesetzlichen Grundversorgung und dem günstigsten verfügbaren Konkurrenzangebot im Bundesschnitt bei 350 Euro im Jahr. Vor sechs Jahren betrug der Unterschied noch 113 Euro.

 

So setzt sich der Strompreis zusammen.

Bei einem Strompreis von rund´29 Cent je Kilowattstunde verteilen sich die einzelnen Komponenten dem Branchenverband BDEW zufolge derzeit wie folgt:

Stromproduktion, Transport und Vertrieb:

– Erzeugung, Vertrieb, Marge: 7,93 Cent

– Transport/Netzentgelte: 5,94 Cent

Staatliche Abgaben und Umlagen:

– Ökostrom-Umlage: 6,24 Cent

– Mehrwertsteuer von 19 Prozent: 4,65 Cent

– Stromsteuer: 2,05 Cent

– Konzessionsabgabe: 1,79 Cent

– Haftungsumlage für Probleme bei Meer-Windparks und Umlage für Rabatte bei Netzentgelten: 0,26 Cent

– Kraft-Wärme-Kopplungsaufschlag: 0,18 Cent

bas/dpa

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