Finanzen + Vorsorge Umwelt und Firmenkasse schonen: KfW fördert energiesparende Produktion

Energie und Kosten sparen: Die KfW-Bank unterstützt Unternehmen bei Investitionen in energieeffiziente Produktionsanlagen und -prozesse

Energie und Kosten sparen: Die KfW-Bank unterstützt Unternehmen bei Investitionen in energieeffiziente Produktionsanlagen und -prozesse© KfW Bildarchiv

Um Investitionen stemmen zu können, ist der deutsche Mittelstand oft auf Kredite der KfW angewiesen. Die Förderbank schreibt sich den Klimaschutz auf die Fahnen - und hilft Unternehmen bei Investitionen für eine bessere Energieeffizienz in der Produktion.

Ob Schokoladentafeln oder -weihnachtsmänner: Die Farüchoc-Schokoladenfabrik gießt die leckere Süßspeise in alle möglichen Formen. Dass das Unternehmen seine Gießanlage – also das Herzstück im Produktionsprozess – modernisiert hat, kommt nicht nur der Umwelt zugute. Immerhin werden dank der energieeffizienteren Maschine mehr als 11.000 Kilogramm CO2 jährlich eingespart. Auch die Betriebskosten der Osnabrücker sind gesunken: Denn der Stromverbrauch liegt mehr als ein Drittel unter dem des Vorgängermodells.

„Der harte Wettbewerb auf unseren Absatzmärkten zwingt uns dazu, jeden Kostenfaktor zu durchleuchten“, sagt Geschäftsführer Michael Kirschner. Weil die Herstellung und Weiterverarbeitung von Schokolade energieintensiv ist, seien Einsparungen in diesem Bereich relevant.

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Ab 1. Juli Kredite für Unternehmen aller Größen

Farüchoc ist nur einer von vielen Mittelständlern, die sich mit sparsameren Maschinen weniger abhängig von der Entwicklung der Energiepreise machen wollen. Bei der Hausbank beißen sie aber oft auf Granit. Vor allem kleinere Firmen, die weniger Sicherheiten bieten können, kommen schwerer an Kredite – zumindest zu Bedingungen, die sie verkraften können. „Viele Geschäftsbanken haben Schwierigkeiten mit der langfristigen Finanzierung von Projekten und Investitionen“, sagt auch KfW-Vorstandsmitglied Ingrid Hengster.

Deshalb springt die staatseigene Förderbank mit einem günstigen Angebot für energieeffiziente Produktionsanlagen und -prozesse in Unternehmen ein. Und zwar nicht nur wie üblich für den Mittelstand, sondern vom 1. Juli an für Unternehmen aller Größen – selbst die Börsenschwergewichte aus dem Dax können also günstige Finanzierungen beantragen. Hengster betont: „Die Höhe des Energieverbrauchs von Unternehmen ist nicht mehr nur eine Frage des Klimaschutzes, sondern zunehmend auch der Zukunftsfähigkeit unserer Volkswirtschaft.“

Das Förderprogramm richtet sich an die unterschiedlichsten Unternehmen, wie Hengster im Magazin „_BIZZ energy today“ erklärt: „Vom Schokoladenhersteller, der die zur Schmelze benötigte Hitze mit weniger Energie gewinnen will, über den Automobilzulieferer, der seine Anlagen mit geringerem Energieverbrauch betreiben möchte, bis zum Chemiebetrieb, der Wasser durch einen Recyclingprozess mehrfach verwenden kann – und damit letztlich nicht nur Wasser, sondern auch Energie und Kosten spart.“

Energieeffizienz als Wettbewerbsfaktor

Die KfW ist überzeugt, dass das Thema Energieeffizienz kaum einen Firmenchef kaltlasse. Denn 45 Prozent der mittelständischen Unternehmen hätten nach einer Umfrage der Deutschen Energie-Agentur (dena) jährliche Energiekosten von mehr als 100.000 Euro: „Es sind Kosten, die den Gewinn eines Unternehmens schmälern – Jahr für Jahr.“ Energieeffizienz sei daher ein zunehmend wichtiger Wettbewerbsfaktor. KfW-Chefvolkswirt Jörg Zeuner sagt: „Nachholbedarf sehen wir vor allem bei den kleinen und weniger energieintensiven Unternehmen.“

Zudem hängen Energiepreise auch von politischen Entscheidungen ab. Das schmälert die Planungssicherheit. Zumal die Energie überwiegend importiert wird und die Zahl der Lieferländer überschaubar ist: Nach Zahlen der KfW kommen mehr als ein Drittel der Rohölimporte und des Erdgasaufkommens aus Russland. Vor allem die Gasimporte seien nur schwierig durch andere Lieferanten zu ersetzen, falls Russland die Energiepreise anheben sollte.

Zwar sei der Energieanteil an den Gesamtkosten der Mittelständler mit meist unter zehn Prozent relativ gering: „Jedoch ist gleichzeitig auch die durchschnittliche Umsatzrendite – und damit der Spielraum – im deutschen Mittelstand mit 6 Prozent niedrig.“ Steigen die Energiepreise um ein Fünftel, würden demnach rund 9 Prozent der Mittelständler ohne Gegenmaßnahmen in die Verlustzone geraten.

Investitionen zahlen sich für Mittelständler aus

Nach einer Umfrage der Beratungsgesellschaft PwC zahlen sich Investitionen in Energieeffizienz für die Mittelständler aus. In mehr als jedem dritten Unternehmen ließen sich die Energiekosten durch Investitionen in Energieeffizienz um 20 Prozent und mehr reduzieren. Dadurch könnten die Gesamtkosten um 3,6 Prozent gesenkt werden.

Allerdings lässt sich der Energieverbrauch in der industriellen Produktion nicht endlos senken. Viele betriebliche Maßnahmen seien bereits ausgereizt, sagte DIHK-Präsident Eric Schweitzer bei der Vorlage des IHK-Energiewende-Barometers 2014: „Die Energieeffizienz lässt sich nicht beliebig steigern. Die ‚low hanging fruits‘ sind häufig abgeerntet.“ Aus Sicht der Unternehmen werde es damit wirtschaftlich unattraktiver, die Effizienz weiter zu steigern.

3 Kommentare
  • Fritz Baudasch 29. April 2015 17:57

    Hallo Impulse Redaktion,

    ich denke, das in Sachen LED-Technologie eine grosse Unsicherheit herrscht. Es wird mit technischen Highlight`s um sich geworfen ohne den Sicherheitsaspekt ins Auge zu fassen. Es gibt genügend Produkte, die nicht den Standards entsprechen. Lassen Sie sich IMMER ein TÜV-Gutachten, eine Bestätigung des absolvierten LM-80 Test`s und die Versicherungpolicen des herstellend/vertreibenden Unternehmen`s vorlegen.
    Empfehlung: 5 Jahre Garantierückversichrung und 20 Mio. € Produkt- und Personenhaftpflicht.

  • Fritz Baudasch 29. April 2015 17:38

    Hallo Impulse Redaktions-Team,

    im Grossen und Ganzen kann ich mich den Ausführungen des Herrn Brandt nur anschließen. Es ist zum Teil sogar unverständlich, das es manchen Unternehmen so schwer fällt, eine Umrüstung auf hocheffiziente LED-Technologien durchzuführen, obwohl es Finanzierungsmöglichkeiten gibt, bei denen der Unternehmer nicht einmal sein eigenes Kapital angreifen muss. Ganz im Gegenteil:
    Bei einer genauen Betrachtung des Einsparpotentials bleibt in der Regel sogar Kapital übrig, mit dem sich z.B. ein Teil des Fuhrparks mitfinanzieren lässt. Nach meinen Erfahrungen sind für die Endverbraucher nicht nur die technischen Highlight`s von Interesse, sondern auch die durchlaufenen Testkriterien und eine entsprechende Versicherungsdecke des vertreibenden Unternehmen`s (Produkt-und Personenhaftung mit mindestens 20 Mio.€ , sowie eine 5 jährige Garantierückversicherung). Ich denke der Kunde will nicht nur eine effiziente Beleuchtung, sondern in erster Linie die Sicherheit in Verbindung mit der Energieeinsparung.

  • Volker Brandt 29. April 2015 14:24

    Liebe Impulse-Redaktkion,

    auch ich bin der Meinung, dass Energieeffizienz einen ganz wichtigen Baustein innerhalb der Energiewende darstellt. Es ist ja immer noch so, dass die nicht ge- und verbrauchte Energie
    am ehesten zur CO2-Reduzierung beiträgt.
    Aus meiner Erfahrung als Planer energieeffizienter Beleuchtungssysteme muss ich jedoch sagen,
    dass die Bereitschaft, in Energieeffizienz zu investieren, nicht besonders ausgeprägt ist. Obwohl
    sich signifikante ökonomische Vorteile errechnen und in der Praxis darstellen lassen, werden die
    Investitionen in energieeffiziente Massnahmen oftmals nicht getätigt. Energieeinsparungen bis zu 80 % und Amortisationszeiten unter 3 Jahren sind oftmals nicht Anreiz genug, um den anfänglichen finanziellen Aufwand zu leisten. Staatliche Unterstützungen wären in diesem Zusammenhang vielleicht ein geeignetes Mittel, um eine höhere Akzeptanz zu erreichen. Als Beispiel sei die BAFA-Förderung für eine energieeffiziente Umrüstung auf LED-Beleuchtung genannt.

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