Themenspezial "Leasing"
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Leasing 6 Irrtümer rund ums Leasing

  • Serie
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Rund ums Thema Leasing kursieren einige Irrtümer. Aber was stimmt tatsächlich - und was ist Unsinn? Was Unternehmer wissen sollten.

Irrtum 1: Leasingverträge muss man nicht kündigen

Per Leasingvertrag überlässt der Eigentümer ein Wirtschaftsgut einem anderen zur Nutzung – ein Auto, eine Maschine, eine Computersoftware oder auch eine Produktionshalle. Wie lang ein Leasingkunde im Vertrag bleibt, steht keineswegs immer vorher fest. Insbesondere sogenannte kündbare Leasingverträge verlängern sich regelmäßig, solange man nicht kündigt. Es ist ein bisschen wie beim Handyvertrag: Wer sich nicht rechtzeitig kümmert, hängt schnell ein halbes Jahr länger drin. Experten empfehlen deshalb: Gleich mit Vertragsabschluss die Kündigung nach der sogenannten Grundmietzeit aussprechen. Oder im Kalender eine Erinnerung rechtzeitig vor dem Stichtag eintragen. Und dann formlos, aber schriftlich den Vertrag beenden.

Irrtum 2: Leasingraten sind fix

Was Leasingkunden oft übersehen: Die Raten, die sie aushandeln, sind nicht unbedingt garantiert. Denn in den allgemeinen Geschäftsbedingungen findet sich meist eine Zinsanpassungsklausel. Steigen die Zinsen zwischen Abschluss und Vertragsstart, können Anbieter die Raten erhöhen. Angesichts der aktuellen Niedrigzinsen könnte es da bei teuren Maschinen mit langer Lieferzeit in einem oder zwei Jahren ein böses Erwachen geben. Experten raten, darauf zu achten, dass Anpassungsklauseln zumindest an die Umlaufrendite gekoppelt sind, deren Höhe der Kunde nachvollziehen kann.

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Irrtum 3: Wer weniger fährt, hat Pech gehabt

Jeder dritte Neuwagen ist hierzulande geleast, die meisten Kunden setzen auf Kilometerverträge. Darin ist festgelegt, wie viele Jahre man den Wagen fahren darf, und auch, wie weit – also etwa 30.000 Kilometer im Jahr. Und wenn der Tacho nach drei Jahren erst bei 80.000 steht? Wer auf eine Rückvergütungsklausel geachtet hat, bekommt Geld zurück. Bei Mehrkilometern kassieren Leasingfirmen umgekehrt einen Abnutzungszuschlag. Üblich sind gewisse Toleranzen, da kaum jemand eine Punktlandung schafft. Stark abweichende Mehr- oder Minderkilometer kosten oder bringen einige Cent, teilweise auch mehr. Bei Verträgen nachverhandeln, die nur Zusatzkosten vorsehen, aber keinen Bonus!

Irrtum 4: Voll amortisiert heißt voll bezahlt

Bei Verträgen mit Vollamortisation ist das Leasinggut bei Vertragsende voll bezahlt? Falsch! Bei solch lang laufenden Kontrakten, die etwa für Maschinen oder auch bei IT üblich sind, wird das geleaste Gerät zwar über die Raten einmal komplett durchfinanziert. Wer es danach besitzen will, muss aber noch zuzahlen. Und zwar einen Restwert von mindestens zehn Prozent der Anschaffungssumme, so sieht es der Gesetzgeber vor. Heißt: Wer im Anschluss ans Vollamortisationsleasing kauft, zahlt mindestens 110 Prozent. Das rechnet sich selten, ein anschließender Gerätetausch ist attraktiver.

Irrtum 5: Bei Teilamortisation kann man die Ware hinterher kaufen

Nur zahlen für das, was man auch abnutzt – diese Idee steckt hinter Verträgen mit Teilamortisation. Der Anbieter kalkuliert mit einem höheren Restwert der gebrauchten Ware und rechnet die Raten entsprechend runter. Der Haken: Die Anbieter entscheiden selbst, ob sie die Ware an jemand anderen weiterverkaufen – oder ob der Leasingkunde sie zum kalkulierten Restpreis kaufen muss. Man bekommt die Gebrauchtware nur, wenn sie auf dem Markt eigentlich weniger wert ist. „Viele Kunden glauben, dass sie definitiv zum Restwert kaufen können“, sagt Experte Udo Dewein. Ein Irrtum.

Irrtum 6: Leasing verbessert die Bilanz

Das erzählen die Anbieter gern – aber wer mit Bankern spricht, hört anderes: Wer kaum Anlagevermögen in der Bilanz stehen hat und eine entsprechend hohe Eigenkapitalquote vorweisen kann, weil er kaum etwas kauft, sondern meist mietet, erhält dafür keineswegs automatisch einen Ratingbonus. Banken denken schließlich in Sicherheiten – und in Haftungsmasse. Eine geleaste Maschine wird aber, wenn man die Raten nicht mehr zahlen kann, irgendwann von der Leasinggesellschaft abgeholt. Dann steht nicht nur die Produktion still. Es fehlt auch verwertbares Vermögen.

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