Versicherungen für Unverheiratete So können Paare auch ohne Trauschein bei Versicherungen sparen

Paare, die in einer gemeinsamen Wohnung leben, können einige Versicherungen zusammenlegen.  Das gilt auch für Unverheiratete.

Paare, die in einer gemeinsamen Wohnung leben, können einige Versicherungen zusammenlegen. Das gilt auch für Unverheiratete.© ungermedien / Fotolia.com

Auch unverheiratete Paare können sich manche Versicherungen teilen. Doch wo sparen sie beim Zusammenlegen von Policen wirklich - und wann lohnt es sich nicht?

Nur als Pärchen oder zu dritt, viert oder fünft mit Kindern und Stiefkindern: Familienmodelle gibt es viele. Alle haben eines gemeinsam: Paare können nach dem Einzug in die gemeinsamen Wohnung bei ihren Versicherungen sparen. Denn oft spielt es keine Rolle, ob man geheiratet hat oder die Lebenspartnerschaft eingetragen wurde. Manche Policen lassen sich zusammenlegen, wenn man nur zusammenwohnt. Dazu zählen Hausrat-, Privathaftplicht-, Rechtsschutz- und Auslandsreiseversicherung.

Mit Familien-Policen den Partner und die Kinder mitversichern

„Es kann Sparpotenzial bieten, gemeinsame Policen zu haben“, sagt Bianca Boss vom Bund der Versicherten in Henstedt-Ulzburg. Auch Christian Biernoth von der Verbraucherzentrale Hamburg hält einen Zusammenzug für einen guten Zeitpunkt, einmal den gemeinsamen Versicherungsschutz abzuklopfen: „Vielleicht ist man irgendwo doppelt versichert? Oder benötigt noch eine neue Police zur Absicherung?“

Anzeige

Grundsätzlich unterscheiden Versicherer zwischen Single- und Familien-Policen. Single-Policen sind günstiger, versichern aber eben nur eine Person. Bei einer Familien-Police dagegen kann man Kinder und Lebenspartner mitversichern.

Versicherungssumme der Hausratversicherung anpassen

Wenn aus zwei Hausräten einer wird, scheint es nur naheliegend, aus zwei Hausratversicherungen eine zu machen. Dafür kündigt man eine der beiden Policen. Wichtig: Sobald die gekündigte Police endet, muss bei der weiter laufenden Hausrat-Police die Versicherungssumme angepasst werden, damit man nicht unterversichert ist, sagt Boss.

Beim Zusammenlegen der Hausratversicherung sollte nur einer der Partner Versicherungsnehmer sein, rät Frank Golfels, Präsident des Bundesverbands der Versicherungsberater in Bonn. „Dass sich beide in die Police eintragen lassen, ist nicht zwingend sinnvoll.“ Denn nur der Versicherungsnehmer habe besondere Obliegenheiten und riskiert bei grob fahrlässigem Verhalten die Kürzung der Regulierungssumme, so der Experte. Grob fahrlässig kann es zum Beispiel sein, ein Fenster angekippt zu lassen und damit Diebe zum Einbruch einzuladen. Passiert das jenem Partner, der nicht Versicherungsnehmer ist, wird nicht gekürzt, wenn tatsächlich Diebe auf diesem Weg einsteigen und Hausrat stehlen.

Stolperstein bei der Haftpflichtversicherung

Um sich die Haftpflichtversicherung zu teilen, muss sich einer der Partner beim anderen in die entsprechende Familien-Police eintragen lassen. In der Regel lasse sich die „jüngere“ Haftpflicht-Police ohne Probleme vorzeitig kündigen, weiß Boss.

Beim Teilen der Haftpflicht lauert ein potenziell sehr teurer Stolperstein: Anders als bei Ehegatten haben Partner mit gemeinsamer Haftplicht untereinander keinen Versicherungsschutz für Schadensersatzansprüche, etwa bei Personenschäden. Verletzt man zum Beispiel den Partner versehentlich schwerer, kann dessen Krankenkasse die Behandlungskosten einfordern. Damit in dem Fall die Haftpflicht reguliert, muss die Police eine spezielle Klausel enthalten, wonach Regressansprüche von Sozialversicherungsträgern, Sozialhilfeträgern, privaten Krankenversicherungen sowie Arbeitgebern mitversichert sind. „Fehlt diese Klausel in der Police, kann einen das im Ernstfall sehr viel Geld kosten“, warnt Biernoth.

Die Risikolebensversicherung zahlt nur einmal

Um Versicherungen zusammenzulegen, genügt es in der Regel, der Versicherung den gemeinsamen Wohnsitz mitzuteilen. „So kann man seinen Partner im Versicherungsschein nachtragen lassen, wenn man schon über eine Familien-Police verfügt“, erklärt Golfels.

Kritisch sieht Boss das Zusammenlegen von Unfallversicherungen. „Diese sollte man einzeln abschließen“, rät sie. Die Angebote auf den Markt für Einzelpersonen seien meist besser, auch weil sie viel flexibler auf die Lebensumstände anpassbar sind. Golfels hält an der Stelle dagegen: Gemeinsame Unfallversicherungen können sich durchaus lohnen, sagt er. „Einzelne Versicherer bieten hier etwa Rabatte, die eine gemeinsame Police letztlich günstiger machen können.“

Auch bei der Risikolebensversicherung sollte man genau abwägen, welche Police-Form gewählt wird. Grundsätzlich mache ein Abschluss Sinn, wenn der Verlust der Partners existenzbedrohende finanzielle Risiken birgt, sagt Biernoth. „Manchmal wird sie günstiger, wenn man zwei verbundene Leben absichert.“ Dann zahlt die Versicherung jedoch nur einmal die Versicherungssumme aus – auch wenn beide Partner zur gleichen Zeit sterben, etwa bei einem Verkehrsunfall. Hinterbliebene Kinder erhalten dann nur einen Betrag. Wenn hingegen beide Partner eigene Verträge abgeschlossen haben, fließen zwei Geldsummen.

Was bei einer Trennung gilt

Im Falle einer Trennung gilt das Gleiche wie beim Zusammenzug. Man sollte sich zusammensetzen und die Versicherungen auseinandernehmen, rät Golfels. Eine wichtige Frage sei etwa, wo die Kinder wohnen. „Der Haushalt, in dem die Kinder sind, muss die Familien-Police haben. Der andere kann in eine Single-Police wechseln.“ Manchmal kann es lohnen, eine Aufspaltung einer gemeinsamen Police zu erfragen. „Das ist der Fall, wenn die neuen Tarife schlechter als die bestehenden sind.“

impulse-Akademie: Strategie & Inspiration für Ihr Unternehmen
1 Kommentar
  • Klaus-Dieter Fink 28. April 2016 19:17

    Guten Tag,

    die Aussage, dass bei RLV auf verbundene Leben nur einmal die VS gezahlt wird, stimmt im Tarif der Zurich/Eagle Star NICHT!
    Bitte besser recherchieren.

    Klaus-Dieter Fink
    Versicherungsmakler

Hinterlassen Sie einen Kommentar

(Kommentare werden von der Redaktion montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr freigeschaltet)

Bitte beantworten Sie die Sicherheitsabfrage (Anti-Spam-Schutz): * Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.