09.02.2010

Anleihen: Wie Anleger von Staatspleiten profitieren können

Von: Franz von den Driesch
Vorsicht Sturzgefahr: Das Risiko portugiesischer und griechischer Staatsanleihen ist stark gestiegen
Zoom Vorsicht Sturzgefahr: Das Risiko portugiesischer und griechischer Staatsanleihen ist stark gestiegen
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Wetten auf das Haushaltsloch: Hohe Staatsschulden belasten den Rentenmarkt. Wagemutige Anleger spekulieren deshalb mit Zertifikaten auf sinkende Anleihekurse.

Staatsanleihen - ein sicherer Hafen? Wohl kaum, werden Anleger meinen, die ihren Blick in diesen Tagen auf Griechenland oder Portugal richten. Die Kurse dieser Papiere stürzten ab, nachdem den Investoren bewusst geworden ist, wie schlecht es um die Finanzen der Euro-Peripherieländer bestellt ist.

Von der neu erwachten Risikoscheu der Anleger profitieren derzeit nur Papiere von Staaten wie den USA oder Deutschland, die seit Jahrzehnten als sichere Schuldner gelten. Zehnjährige Bundesanleihen waren am Freitag so gefragt, dass ihre Rendite auf 3,1 Prozent sank. Im Sommer 2008, vor der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers, boten die Staatspapiere mit zehn Jahren Laufzeit noch eine Rendite von 4,7 Prozent.

Vielen Staaten droht Schuldenkrise

Doch die Lage in Griechenland wirft ein Schlaglicht auf das, was vielen Staaten droht: eine Schuldenkrise. Daneben kann es weitere Gründe dafür geben, dass auch die Rendite solider Staatsanleihen steigt - und der Kurs, der sich entgegengesetzt entwickelt, entsprechend fällt: die Erholung der Wirtschaft zum Beispiel oder eine steigende Inflation. Mutige Anleger können mithilfe von Zertifikaten auf ein solches Szenario wetten.

Ausgewählte Short-Zertifikate auf deutsche und US-Staatsanleihen
Zoom Ausgewählte Short-Zertifikate auf deutsche und US-Staatsanleihen
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Die Wahrscheinlichkeit, dass künftig immer mehr Investoren die einst so sicheren Staatspapiere zunehmend meiden und die Renditen noch weit über das aktuelle Niveau hinausschießen werden, ist durchaus vorhanden. Der krisenbedingte Anstieg der Staatsverschuldung sorgt für eine Flut neuer Emissionen, die die Stimmung am Rentenmarkt belastet. So werden Schätzungen von Barclays Capital zufolge die USA in diesem Jahr Staatsanleihen für 2500 Milliarden Dollar platzieren - so viel wie nie zuvor. Auch die Staaten der Euro-Zone werden einer Prognose der Commerzbank zufolge mit 1000 Milliarden Euro weitaus mehr Bonds auf den Markt bringen als 2009. Damals kamen die Länder noch mit 900 Milliarden Euro aus.

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Inflationsanstieg nicht auszuschließen

Da auch am Rentenmarkt das Gesetz von Angebot und Nachfrage gilt, sind anziehende Renditen wahrscheinlich. "Aufgrund der robusten konjunkturellen Entwicklung, der hohen Staatsverschuldung und des hohen Emissionsvolumens besteht in den kommenden Monaten durchaus die Gefahr stark ansteigender Renditen", meint Ulf Krauss, Rentenanalyst der Helaba. Schlimmstenfalls befürchtet der Experte in den kommenden drei Monaten bei zehnjährigen Bundesanleihen einen Renditesprung auf 4,2 Prozent, während die Renditen der US-Anleihen auf 4,4 Prozent in die Höhe schnellen könnten.

Ein nicht auszuschließender Inflationsanstieg signalisiert ebenfalls einen möglichen Renditeanstieg. Zwar ist die Teuerungsrate im Dezember im Euro-Raum nur geringfügig gestiegen und beträgt inzwischen 0,9 Prozent. In den USA legten die Preise gegenüber dem Vorjahresmonat jedoch wieder mächtig zu - und zwar um 2,7 Prozent. Zuvor lag die Rate noch bei 1,8 Prozent. Hinzu kommt, dass die Inflationserwartungen seit Ende 2008 kontinuierlich gestiegen sind und sowohl diesseits als auch jenseits des Atlantiks wieder die Höhe des langjährigen Durchschnitts erreicht haben. Während die Inflationserwartung für die kommenden rund fünf Jahre in den USA derzeit bei 2,3 Prozent liegt, wird im Euro-Raum gar ein Anstieg auf 2,5 Prozent erwartet.

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