Europas Aufseher arbeiten derzeit an Stresstests der wichtigsten Banken. Unter den rund 100 Instituten sind 16 aus Deutschland. Commerzbank, Deutsche Bank und BayernLB haben die erste Runde bereits bestanden: Sie haben keinen zusätzlichen Kapitalbedarf, weil ihre Kernkapitalquoten unter den Stresskriterien nicht unter sechs Prozent abrutschten. Aufsichtsrechtlich verlangt werden vier Prozent.
Kritischer sieht es für die Postbank aus. Sie kommt auf eine Quote von 7,3 Prozent. Ob sie den neuen Test besteht, dessen Ergebnisse um den 23. Juli herum veröffentlicht werden sollen, hängt indes von den Kriterien ab, die die Aufseher zugrunde legen. Welche das genau sind, ist unklar. Klar ist allerdings, dass angesichts der Schuldenkrise auch ein Crash am Anleihemarkt mit einer teilweise massiven Abwertung der staatlichen Schuldverschreibungen simuliert wird.
Bei den deutschen Banken, für die entsprechende Angaben verfügbar sind, entfallen im Schnitt 76,1 Prozent der deckungsstockfähigen Forderungen gegenüber Staaten auf den vergleichsweise sicheren Schuldner Deutschland und 8,9 Prozent auf die Piigs-Länder Portugal, Irland, Italien, Griechenland, Spanien. Bei den drei am härtesten getroffenen Nationen Griechenland, Portugal und Spanien sind es 5,5 Prozent. Deckungsstockfähig sind Staatskredite, die sich für die Emission von Pfandbriefen eignen. Sie bilden den mit Abstand größten Block an Forderungen gegenüber Staaten.
Nicht entscheidend ist, woher die Banken ihr Kernkapital haben: Aufsichtsrechtlich ist es völlig egal, ob der Staat das Kapital stellt oder die eigentlichen Eigentümer.
Die FTD gibt einen Überblick über die Kapitalausstattung der deutschen Stressprobanden und deren größte Risiken mit Blick auf die Piigs-Krisenländer in Europa.
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Quelle: ftd.de
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