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23.04.2008

Exklusiv: Leasing-Test: Welche Angebote sich lohnen


© Markus Tedeskino
Die Qualität von Leasing-Offerten ist stark schwankend. Die Preissieger von gestern sind heute Verlierer. impulse zeigt, wer 2008 die Top-Angebote macht - und welche Anbieter mit unsauberen Tricks arbeiten.

Die Asse wechseln schnell im Leasing-Geschäft. Anbieter, die im Leasing-Test 2007 noch mit Top-Offerten glänzten, rangieren heute unter "ferner liefen". So landete etwa Hansa Leasing, der Sieger des letzten Jahres im Bereich Kfz, im aktuellen Ranking mit seinem Angebot nur auf Platz 13. Von Konstanz kann tatsächlich keine Rede sein. Dies belegt die neueste Ausgabe des impulse-Leasing- Tests. Seit vier Jahren stellt die Redaktion zusammen mit der Frankfurter Rating- und Finanzierungsberatung (FRF) die Leasing-Firmen auf den Prüfstand.

So sichteten die Experten und impulse auch in diesem Jahr wieder über hundert Leasing-Angebote für Fahrzeuge, Maschinen, Computer und Medizintechnik. Sie analysierten Preise, Transparenz und Konditionen. Ein Ergebnis ist jedes Jahr identisch: "Vergleichen lohnt immer. Es gibt keine Gesellschaft, die dauerhaft günstige Angebote macht", fasst Udo Dewein, Partner bei FRF, den Test zusammen. Zweites Resultat: Viele Vertragsbedingungen sind undurchsichtig bis unsauber. Damit gilt nach wie vor: Wer mit Leasing finanzieren will, sollte die Angebote peinlichst genau überprüfen. Anhand der impulse-Tabellen können Unternehmer sich an den aktuell besten Leasing-Anbietern orientieren.

Arval mit Top-Konditionen

In der Sparte Kfz-Leasing ging der Sieg knapp an Arval Deutschland. Angefragt wurde eines der beliebtesten Firmenfahrzeuge, ein Audi A6 3.2 FSI quattro zum Nettolistenpreis von 51.185 Euro. Arval, Tochter der französischen Bank BNP Paribas, bot das Modell für eine monatliche Leasing-Rate von 803,99 Euro an und machte damit die günstigste Offerte. Auch bei der Transparenz, Dokumentation und den Geschäftsbedingungen gab es kei­ne Abstriche.

Der Abstand zur Master Lease GmbH – im Ranking auf Platz zwei – beträgt allerdings nur 1,40 Euro monatlich. "Mit der Bank im Rücken können wir Fuhrparks jeder Größenordnung ohne Einschränkung finanzieren – die Bonität des Kunden vorausgesetzt", erklärt Norbert Zumblick, Commercial Director bei Arval, die günstigen Konditionen. Deutlich teurer wird es bei Leasing 99. Wer hier unterschreibt, zahlt über die gesamte Laufzeit über 10.000 Euro mehr als beim Testsieger.

Grund für die großen Preisunterschiede und wechselnde Quali­tät der Offerten sind vor allem die schwankenden Fahrzeugpreise, die die Hersteller den Leasing-Firmen machen. Traurig: Noch immer versuchen viele Gesellschaften, die Risiken auf die Kunden abzuwälzen. Obwohl ausdrücklich angefragt, haben nur 23 Leasing-Firmen einen Kilometervertrag (sogenanntes Operate Leasing) angeboten, bei dem eine fixe Kilo­meterleistung vereinbart wird. Zehn Gesellschaften schickten Restwertverträge, in denen sie das spätere Vermarktungsrisiko auf den Leasing-Nehmer übertragen.

Unsaubere Verträge

Neuester Trick ist die Berechnung von Mehr- und Minderkilometern in Rest­wertverträgen – korrekt ist das nur in Kilometerverträgen. "So wollen etwa Beresa und Leasconcept ihre Marge auf Kosten der Leasing-Nehmer erhöhen", sagt Dewein. Doch auch die Kilometerkontrakte sind nicht immer sauber. So bietet die VR-Leasing einen "Kilometervertrag mit Kaufoption" an und verspricht, dass das Fahrzeug zu einem vorher vereinbarten Preis übernommen werden kann. Fixierte Preisabsprachen mit den Kunden sind aber nicht nur steuerschädlich, sondern auch verboten, und können Firmenchefs viel Ärger mit dem Finanzamt einbringen. Aufzuklären war das unsaubere Leasing-Konstrukt nicht, denn VR Leasing hat die AGB trotz mehrmaliger Aufforderung nicht geschickt.

Auch beim IT-Leasing können Unternehmer durch Marktvergleiche viel Geld sparen. In diesem Jahr heißt der Spitzenreiter Columbus Leasing. Die mittelständische Gesell­schaft verleast die an­gefragte EDV-Ausrüstung zum Listenpreis von netto 25.977 Euro unschlagbar günstig. Insgesamt ist Columbus 9.088 Euro preiswerter als das Schlusslicht FSL Future Systems EDV-Leasing mit einem Gesamtaufwand von 35.460 Euro.

Auch hier sind Operate-Leasing-Verträge den Restwertverträgen preis­lich weit überlegen, da die Leasing-Anbieter ihren Gewinn meist erst beim Wiederverkauf erzielen. "Leasing ist für uns ein Mittel zum Zweck, wir leben vom anschließenden Verkauf", sagt Ralf Behrning, Geschäftsführer von Columbus Leasing. Um sicherzugehen, dass die Operate-Leasing-Verträge auch nach den internationalen Rechnungslegungsvor­schrif­ten (IFRS) anerkannt werden, sollten Firmenchefs von ihrem Wirtschaftsprüfer checken lassen, ob sie das Leasing-Gut außerhalb der Bilanz führen können (Barwerttest).

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