Peter Kleinschmitt hat ein Problem: Die Konjunktur zieht wieder an und er kann nicht mithalten. Bisher ist der Unternehmer, der in Nordrhein-Westfalen technische Federn herstellt, gut durch die Krise gekommen. Er hat seine Lagerbestände stark reduziert und blieb dadurch liquide. Jetzt sind neue Aufträge in Sicht - aber er hat nicht genug Geld auf dem Konto, um das nötige Material zu kaufen.
Weil er ahnte, dass es irgendwann zu dieser Situation kommen würde, beantragte er bereits vor Monaten bei der KfW-Bankengruppe Mittel aus dem Konjunkturpaket II. 200.000 Euro gewährte ihm die Förderbank. Doch nutzen kann er das Geld bislang nicht. Es steckt bei der Hausbank fest - und das soll, wenn es nach dem Kreditinstitut geht, auch dort liegen bleiben.
Als die Bank Kleinschmitts KfW-Antrag nach langem Zögern schließlich doch unterstützte, verlangte sie, dass auch seine zweite Hausbank ihre Kreditlinien aufrecht erhalten müsse. Dort lief jedoch zu diesem Zeitpunkt ein Kredit aus, und im neuen Vertrag kürzte das Institut die Linie. Grund genug für die erste Bank, ihre Zusage zurückzuziehen - obwohl sie das Geld zu diesem Zeitpunkt bereits von der KfW bekommen hatte. "Wenn die Konjunktur weiter anzieht, wird es eng für uns", sagt Kleinschmitt. "Die Verzögerungstaktik der Banken ist tödlich für den Mittelstand."
Wenn die Hausbank mauert
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Seinen richtigen Namen will der Unternehmer lieber nicht in der Zeitung sehen. Er befürchtet, seine Hausbank zu verärgern und die Hoffnung auf seinen öffentlich geförderten Betriebsmittelkredit dann ganz begraben zu müssen. Vor kurzem hat er einen letzten Versuch gestartet, an das bereitliegende Geld zu kommen: Er will die Bank mit Hilfe eines Vermittlers umstimmen. Der unabhängige Finanzberater soll aktualisierte Unternehmenszahlen vorlegen und noch einmal über die Auszahlung verhandeln.
"Das ist eine leidige Situation", sagt Kleinschmitt. Er hofft nun, dass er spätestens Anfang Februar doch noch an sein Geld kommt. Wie Kleinschmitt geht es vielen Mittelständlern. Sie versuchen, mit Hilfe des 2009 gestarteten Sonderprogramms durch die Krise zu kommen - und bleiben bei ihren Hausbanken stecken. Insgesamt stellt die KfW 40 Milliarden Euro aus dem Konjunkturpaket II zur Verfügung, 15 Milliarden Euro davon sollen an kleine und mittlere Unternehmen gehen.
Bis Ende Dezember gingen etwa 3900 Anträge ein, davon bewilligte die KfW rund 2500 in Höhe von fast 7,2 Milliarden Euro. 90 Prozent davon flossen in kleine und mittlere Unternehmen. Um sicherzustellen, dass das Geld tatsächlich nur Krisenopfern hilft, müssen Antragssteller anhand ihrer Bilanzen belegen, dass sie vor dem 1. Juli 2008 noch nicht in finanziellen Schwierigkeiten waren.
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