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25.06.2010

Oliver Kahn im Interview: "Immobilien sind momentan die beste Anlage"

Oliver Kahn
Oliver Kahn
© Bert Spangemacher
Torwartlegende und Hobbybörsianer Oliver Kahn über seine Investments, die besten Kontraindikatoren und warum er zurzeit kaum Aktien im Depot hat.

Der Titan ist gestresst. Noch kurz vor dem Gespräch wird Oliver Kahn von einem Nachrichtensender für ein Kurzinterview abgefangen, davor hat er auf einem Podium über Fußball und Entwicklungshilfe diskutiert und zig Handschuhe, Bälle und Poster signiert. Doch für die Fragen nach seinen Investments lehnt er sich nun ganz entspannt zurück und plaudert munter drauflos.

Herr Kahn, sind Torleute die besseren Anleger?

Oliver Kahn: Warum fragen Sie das?

Weil während des Spieles oft wenig zu tun ist, und dann kommt eine Situation, bei der sie blitzschnell reagieren müssen – genau wie an der Börse.

Kahn: Stimmt. Hinzu kommt, dass Torleute immer auf Sicherheit achten. Man muss dafür sorgen, dass die Abwehr steht, und darf kein Tor zulassen. Seit 22 Jahren verwalte ich mein Geld, dabei habe ich den Sicherheitsaspekt stark in den Vordergrund gestellt.

Wie haben Sie das genau gemacht?

Kahn: Ich habe bei risikobehafteten Investments nur einen kleinen Teil meines Geldes eingesetzt.

Ein Prozent, fünf Prozent oder mehr?

Kahn: Sehr spekulative Dinge wie Futures oder Optionsscheine haben nicht einmal ein Prozent ausgemacht. Ich habe auch eine Zeit lang aus Renditegründen einen Hedge-Fonds beigemischt. Das hat zwei, drei Jahre gut funktioniert. Dann kam diese Geschichte mit Porsche und VW, und der Hedge-Fonds musste große Verluste hinnehmen. Hier habe ich wieder gesehen, welche Gefahren diese Produkte bergen.

War das der bisher größte Verlust in Ihrer Anlegerkarriere?

Kahn: (überlegt) Ich denke ja. Das war nicht optimal und hat meine Jahresrendite geschmälert. Vom großen Anlagedesaster blieb ich bisher in meinem Leben Gott sei Dank verschont.

Waren Sie im Krisenjahr 2009 in den Miesen?

Kahn: Wenn ich mein gesamtes Portfolio betrachte, nein. Von daher war es auch wieder verkraftbar.

Vor etwas mehr als zehn Jahren haben Sie in einem Interview gesagt, dass Sie mit Ihren Anlagen eine Jahresrendite von zehn Prozent vor Steuern anstreben.

Kahn: Das waren noch schöne Zeiten.

Wie sieht es heute aus?

Kahn: In den vergangenen Jahren war es in Ordnung, wenn das eine oder andere Prozent oberhalb der Inflationsrate nach Steuern drin gewesen ist. Ich habe es in den vergangenen Jahren aber – abgesehen von dem Hedge-Fonds-Investment – auch nicht mehr für sinnvoll erachtet, irgendwelche spekulativen Investments zu tätigen. So habe ich 2006 alle meine Aktien verkauft.

Was war damals der Anlass?

Gefunden bei
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Kahn: Das, was jetzt sichtbar wird. Die volkswirtschaftlichen Entwicklungen und vor allem die hohe Verschuldung vieler Industrienationen haben mich dazu gebracht, mein Depot zu räumen. Außerdem ist es im Rahmen einer bestimmten Vermögenskonstellation sinnvoller, sich auf den Vermögenserhalt zu konzentrieren, als Risiken einzugehen.

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