15.01.2010

Riester-Rente: Viele Anleger verpassen Zulage

Von: Elisabeth Atzler
Um die private Altersvorsorge anzukurbeln, bezuschusst der Staat die Riester-Produkte
Zoom Um die private Altersvorsorge anzukurbeln, bezuschusst der Staat die Riester-Produkte
© Getty Images
Beim Fondsanbieter Union Investment haben 18 Prozent der Investoren für 2007 keine Förderung beantragt. Die Frist läuft nach zwei Jahren ab.

Viele Privatanleger lassen die Zulage der staatlich geförderten Riester-Rente an sich vorbeiziehen. Die genossenschaftliche Fondsgesellschafte Union Investment gab am Donnerstag bekannt, dass 18 Prozent der berechtigten Investoren für das Jahr 2007 innerhalb der vorgebenen Frist keinen Zulagenanspruch gestellt hätten. Für Anleger es ist äußerst misslich, wenn sie die Förderung verschenken. Erst durch die Zulage lohnt sich das Sparen zum Beispiel in Versicherungen oder Investmentfonds. Die Anträge für das Jahr 2007 hätte man bis spätestens Ende 2009 einreichen müssen. Danach verfällt der Anspruch.

"Einen Riester-Vertrag abzuschließen ohne die Zulagen zu beantragen ist wie Autofahren mit angezogener Handbremse", sagte Hans-Joachim Reinke, stellvertretender Vorstandsvorsitzender von Union. Die Fondsgesellschaft ist mit 1,8 Millionen Verträgen der größte Anbieter in der Branche.

Gefunden bei
ftd.de

In der Vergangenheit waren Fachleute bereits davon ausgegangen, dass ein erheblicher Teil der Anleger ihre Zulagen der geförderten Riester-Rente nicht beantragen wird. Die ZDF-Verbrauchersendung "Wiso" nannte kürzlich sogar noch eine höhere Quote als die von Union Investment: Demnach hatten bis Anfang Dezember für das Jahr 2007 rund 3,4 Millionen von damals 10,8 Millionen Riester-Sparern ihren Zulagenantrag gestellt. "Wiso" beruft sich auf die Zentrale Zulagenstelle für Altersvermögen, die allerdings auf Anfrage noch keine endgültigen Zahlen für 2007 bekannt gibt.

Die Riester-Rente ist eine Ergänzung zur gesetzlichen Altersvorsorge auf freiwilliger Basis. Sie wurde 2001 gestartet. Insgesamt sind nach Daten des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales per Ende September 2009 rund 12,9 Millionen Riesterverträge abgeschlossen worden. Mit 9,6 Millionen entfällt der Großteil davon auf Versicherer, gut 2,5 Millionen sind Investmentfondsverträge.

Um die private Altersvorsorge anzukurbeln, bezuschusst der Staat die Riester-Produkte. Anleger erhalten seit 2008 eine Grundzulage von 154 Euro und für jedes Kind obendrauf 185 Euro. Um die volle Zulage zu erhalten, müssen die Riester-Sparer jedoch mindestens vier Prozent ihres Vorjahreseinkommens einzahlen - vermindert um die Zulage des laufenden Jahres.

Dauerantrag für die Riester-Zulage möglich

Den Antrag für die Zulage stellen die Anleger zum Beispiel bei dem Versicherer, bei dem sie den Vertrag abgeschlossen haben. Das Formular geht dann an die Zulagenstelle für Altersvermögen. Die Zulage zahlt der Staat nur dann in vollem Umfang, wenn ein Mindestbetrag in die private Altersvorsorge eingezahlt wird. Dieser Mindestbetrag besteht aus dem eigenen Sparanteil und aus der staatlichen Förderung. Das Verfahren, das Verbraucherschützer schon öfter als kompliziert kritisiert hatten, wurde bereits vereinfacht. Zum Beispiel können Anleger einen Dauerantrag stellen.

Sowohl die Zulassungsstelle als auch die Anbieter von Riester-Verträgen verstehen nicht, warum viele Anleger die Zulage verschenken. "Der einmalige Aufwand, den sogenannten Dauerzulagenantrag auszufüllen, ist wirklich gering", findet Union-Vorstand Reincke. Vermutet wird, dass einige Investoren mit dem Antrag überfordert sind, andere ihn vergessen haben oder auch denken, über die Steuerersparnis erhielten sie automatisch auch die staatlichen Zulagen.

Union Investment hat berechnet, dass die Anleger der Gesellschaft so dem Staat rund 50 Millionen Euro schenken. Sie versucht, wie andere Gesellschaften auch, ihre Kunden auf den Zulageanspruch aufmerksam zu machen - nicht zuletzt weil auch dem Anbieter die Zulage zugute kommt. Allianz Leben weist Anleger regelmäßig darauf hin, die Förderung auch zu beantragen. Bis Mitte 2009 hatten nach Angaben einer Sprecherin 93 Prozent der Riester-Kunden die Zulage angefragt.

Quelle: ftd
© 2010 impulse.de

Ihre Meinung

Ich bin registrierter User und möchte mich anmelden

Ihr Name
Ihre Email-Adresse (wird n. veröffentl.)
Betreff
Ihr Kommentar


Versenden | Leserbrief | Druckversion | Zurück

Diesen Artikel bookmarken bei...

Tausendreporter BlinkList del.icio.us Folkd Furl Google Linkarena Mister Wong oneview Yahoo MyWeb YiGG Webnews