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31.08.2010

Rückversicherer: Makler kämpfen um ihr Stück vom Kuchen

Von: Patrick Hagen
Makler kämpfen um ihr Stück vom Kuchen
Makler kämpfen um ihr Stück vom Kuchen
© Fotolia
In Deutschland verkaufen Rückversicherer am meisten direkt an Erstversicherer. Makler bleiben traditionell außen vor. Doch seit einigen Jahren wachsen die Marktanteile der Vermittler. Die Anbieter würden gerne die alten Spielregeln beibehalten.

So mancher Erstversicherungsmakler schielt zurzeit sehnsüchtig auf die Zahlen seiner Kollegen im Rückversicherungsgeschäft. Während die Vermittlung von Versicherungsschutz für Industrie- und Gewerbekunden unter starkem Druck steht, erwarten die Rückversicherungsmakler für ihr Geschäft weiteres Wachstum. "Der Trend wird sich verstärken, dass Makler in der Rückversicherung eingeschaltet werden", sagt Jan-Oliver Thofern. Er ist Deutschlandchef von Aon Benfield, dem weltweit größten Rückversicherungsmakler.

Auch Aons Erzrivale Guy Carpenter äußert die Ansicht, dass die Bedeutung der Makler steigen wird. Guy Carpenter gehört zum Maklerkonzern Marsh McLennan. "Wir gehen davon aus, dass der Marktanteil der Makler kräftig wachsen wird", sagt Deutschlandchef Wilfried Müller. "Das liegt auch daran, dass die Erstversicherer zunehmend Dienstleistungen in Anspruch nehmen, die der Makler anbietet." Dazu gehört die Modellierung von Naturkatastrophenrisiken, für die gerade deutsche Versicherer hohen Bedarf haben.

In Deutschland sind Makler im Geschäft zwischen Rückversicherern und ihren Kunden bislang meist außen vor. Es dominiert der direkte Vertragsabschluss. "Deutschland hinkt etwas hinterher, weltweit sind die Marktanteile der Makler deutlich höher", sagt Thofern.

Global werden laut Aon Benfield 60 Prozent der rund 150 Mrd. Dollar Rückversicherungsprämie über Makler vermittelt. In Deutschland liege der Makleranteil bei rund 13 Prozent, bezogen auf die rund 4 Mrd. Euro Rückversicherungsprämie, die tatsächlich auf dem Markt sind und nicht konzernintern weitergereicht werden. Auch international dominierte bis vor fünf Jahren das Direktgeschäft, sagt Thofern.

Die untergeordnete Rolle der Makler in Deutschland hat historische Gründe. Nach dem Zweiten Weltkrieg hatten die Alliierten den Kapitaltransfer ins Ausland erschwert. Die Versicherungsgesellschaften hatten aber einen hohen Bedarf an Rückversicherung. Davon profitierten einheimische Anbieter.

Die Maklerbranche ist von Konzentration geprägt. Klarer Marktführer ist Aon Benfield. Vor zwei Jahren hatte die Gruppe den damaligen Dritten Benfield übernommen. Nummer zwei ist Guy Carpenter.

"In den vergangenen drei Jahren haben wir in Deutschland unseren Marktanteil deutlich gesteigert", sagt Aon-Mann Thofern. Die Gründe sieht er in einem steigendem Bedürfnis der Erstversicherer nach Diversifizierung: "Die Zeiten, in denen Gesellschaften nur mit einem oder zwei Rückversicherern zusammenarbeiten, werden bald zu Ende sein." Dazu tragen verschärfte Anforderungen an das Risikomanagement bei.

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