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14.10.2010

Schadenfall: Gebäudeversicherer wollen Preise anheben

Von: Anja Krüger

© Getty Images = Getty Images
Mit einem heftigen Preiskrieg haben sich die Anbieter von Wohngebäudeversicherungen über Jahre in tiefrote Zahlen manövriert. Hausbesitzer müssen im Schadenfall mit höheren Beiträgen oder gar der Kündigung rechnen.

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) erwartet für das Jahr 2010 im Branchenschnitt eine Schaden-Kosten-Quote von 112 Prozent. Das heißt, die Anbieter legen zu jedem eingenommenen Prämien-Euro 12 Cent drauf - wenn man die Erträge aus Kapitalanlagen außer Acht lässt. "Wir gehen davon aus, dass sich das Schadengeschehen niederschlagen wird und die Preise moderat steigen werden", sagt Robert Pohlhausen, Vorsitzender des Fachausschusses im GDV.

Stürme und andere extreme Wetterereignisse treiben die Schadenszahlungen hoch. Auch der große Altbaubestand in Deutschland macht der Assekuranz zu schaffen, denn alte Rohre gehen eher kaputt als neue. Die Probleme der Versicherer sind aber auch hausgemacht, sagt Thorsten Rudnik vom Bund der Versicherten. Ähnlich wie in der Kfz-Versicherung liefern sie sich seit Jahren einen heftigen Wettbewerb, nicht nur über den Preis "Die Versicherer haben die Bedingungen erheblich verbessert", sagt Rudnik. Hohe Schäden konnten die Versicherer lange über Kapitalerträge ausgleichen. "Jetzt sind die Reserven aufgebraucht."

Marktführer SV-Versicherung wird für 130.000 Verträge zum 1. Januar 2011 die Prämien um durchschnittlich 18 Prozent anheben. Bei mehr als der Hälfte der 2,2 Millionen Verträge hat der Versicherer die Preise allerdings schon 2009 erhöht. Ob die Branche dem Marktführer folgt, ist ungewiss.

Denn Preiserhöhungen durchzusetzen ist für die Versicherer schwer. Der Wettbewerb ist nach wie vor groß. Eigentümer, die keine Schäden haben, sehen nicht ein, höhere Prämien zu zahlen, und werden im Zweifelsfall den Anbieter wechseln. Das wissen auch die Versicherer. Sie suchen deshalb nach anderen Wegen, um aus den roten Zahlen zu kommen. "Sie sanieren radikal ihre Bestände", berichtet Rudnik. Wer zwei oder drei Schäden binnen kurzer Zeit meldet, bekommt die Kündigung. Bei manchen Gesellschaften reicht auch ein Schaden. "Es gibt keine Annahmepflicht für die Versicherer", sagt Rudnik. Wem der Anbieter den Laufpass gegeben hat, der hat enorme Probleme, eine neue Police zu bekommen.

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