27.04.2010

Steigende Lebenserwartung: Allianz spart bei Altersvorsorge

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© dpa
Die Allianz friert den Zuschuss für die eigene betriebliche Altersversorgung ein. Einer Sprecherin zufolge verzichten fast alle deutschen Konzernteile des Versicherers auf eine Erhöhung, die zum 1. April fällig gewesen wäre.

Der Schritt betreffe knapp 50.000 Mitarbeiter. Im Zuge der betrieblichen Altersvorsorge geben Arbeitgeber eine Versorgungszusage oder wandeln einen Teil des Gehalts in eine Altersvorsorgeform um. Bislang hat die Allianz üblicherweise drei Prozent des Bruttomonatsgehalts zugezahlt, sofern sich ein Arbeitnehmer für eine Umwandlung in gleicher Höhe entschieden hatte. Wer schon vor 2005 im Unternehmen beschäftigt war, erhielt sogar 4,8 Prozent. "Die Euro-Beträge der Zuschüsse werden nun gleich gehalten, wodurch die Prozentsätze leicht sinken", sagte die Sprecherin.

Anlass der Entscheidung sei, dass die Tarifgehälter im Versicherungsgewerbe um 2,5 Prozent angehoben wurden. Gemäß Betriebsvereinbarung könne das Allianz-Management nach Abschluss eines Tarifvertrags entscheiden, ob es den Zuschuss an die Tariferhöhung anpasst. Die Sprecherin begründete den Schritt zum Teil mit finanziellen Erwägungen und verwies auf höhere Aufwendungen durch längere Lebenserwartung, geringere Zinserträge aus den Kapitalanlagen und höhere Beiträge an den Pensionssicherungsverein.

Die Probleme bei der eigenen Altersversorgung sind für die Allianz pikant, nachdem das Bundeskabinett in der vergangenen Woche eine Nullrunde für die gesetzliche Rentenversicherung beschlossen hat. Einer der Gründe für die stagnierenden Renten ist die zunehmende Alterung der Gesellschaft. Als Schutz angesichts der kriselnden gesetzlichen Absicherung empfehlen Regierung und Finanzkonzerne, die private Vorsorge auszubauen. Größter Anbieter ist hier die Allianz.

Der Schritt hat laut Sprecherin noch einen anderen Grund: "Es soll kein automatischer Anspruch der Mitarbeiter auf eine Erhöhung entstehen." Ein gesetzlicher Anspruch kann sich ergeben, wenn ein Arbeitgeber eine freiwillige Leistung über längere Zeit ununterbrochen zahlt. Eine Übernahme der tariflichen Regelungen hat die Allianz zuletzt im Jahr 2006 verweigert, in den vorherigen gut zwei Jahrzehnten weitere sieben Mal. Eine Entscheidung für 2011 sei noch nicht gefallen.

Rein rechnerisch fallen durch das Einfrieren die künftigen Betriebsrenten geringer aus als bei einer turnusmäßigen Erhöhung. Die aktuellen Betriebsrenten steigen allerdings im laufenden Jahr. Über sie bestimmt laut Sprecherin die Pensionskasse der Allianz. Für 2010 sei bereits entschieden, die Betriebsrenten für Frauen um 1,2 Prozent und für Männer um 0,8 Prozent anzuheben. Für 2011 soll die Festlegung im Mai erfolgen.

© 2010 ftd.de

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