Vorsorge kann so einfach sein. Die einen gehen zum Arzt. Die anderen einfach zur Bank, denn der Trick ist ganz einfach: Wer etwa am Tag eine Schachtel Marlboro qualmt, kann auch für 24.000 Euro Aktien von Altria (früher: Philip Morris) kaufen. Die aktuelle Dividendenausschüttung reicht dann - die Besteuerung einmal außen vor - derzeit exakt für eine Packung à 4 Euro pro Tag. Um den gleichen Erlös mit Zinsen auf die Tagesanleihe des Bundes zu kassieren, müssten Anleger hingegen schlappe 395.000 Euro anlegen. Dass so manch einer im Laufe des Lebens ein ganzes Anwesen verquarzt, bekommt da eine durchaus realistische Dimension.
Womit auch schon die wesentlichste Lektion der Analysten von Credit Suisse klar wäre: Tabakkonzerne sind derzeit eine großartige Investition, für Raucher wie für Nichtraucher. Denn in Zeiten von extrem niedrigen Zinsen sind Dividendenrenditen von fünf Prozent und mehr sehr attraktiv, und bei börsennotierten Tabakkonzernen wie Philip Morris International, British American Tobacco (BAT), Imperial Tobacco Group und Japan Tobacco dürften in den nächsten Jahren Kursgewinne von zehn Prozent pro Jahr drin sein. Plus Dividenden, schreibt Aktienanalyst Pascal Rohner in seiner aktuellen Studie. Daran änderten auch die in Europa allerorts eingeführten Rauchverbote, die anstehenden Steuererhöhungen auf die Glimmstängel und die Werbeverbote für Tabakprodukte nichts, heißt es weiter.
Die Argumente: In den Schwellenländern wachse eine große Zahl potenzieller Neukunden heran, die genügend Geld für den regelmäßigen Kippenkonsum hätten. Nichtraucherkampagnen fruchteten allenfalls in Europa und den USA.
Zudem besteht in den größten Teilen der Welt ein Oligopol: Vier Tabakkonzerne teilen sich drei Viertel des gesamten Marktes. Deren Preismacht sei einzigartig. "Im Schnitt führt eine Erhöhung der Einzelhandelspreise für das Päckchen Zigaretten um zehn Prozent nur zu einem Rückgang der Volumen um vier Prozent", so Aktienanalyst Rohner. Preiserhöhungen von vier Prozent pro Jahr können die Konzerne durchsetzen - eine Marke, von der andere Konzerne nur träumen dürfen.
Mit anderen Worten: Satte Kursgewinne und explodierende Ausschüttungen sind nur eine Frage der Zeit. Und wer heute für 24.000 Euro Altria-Aktien kauft, der kann sich von der Dividende vielleicht bald schon zwei Päckchen am Tag leisten.
Quelle: ftd.de
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