Der Stuttgarter Maschinen- und Anlagenbauer Coperion soll ein Beispiel dafür sein, dass mit dem richtigen Partner alles besser laufen kann. Mitte 2007 übernahm die Deutsche Beteiligungs AG den ehemals familiengeführten Anlagenbauer. Seitdem ist dessen Umsatz stetig gestiegen. Geschäftsführer Günter Bachmann tritt nun regelmäßig auf Werbeveranstaltungen des Bundesverbands Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften (BVK) auf, um zu betonen: Ohne unseren Private-Equity-Investor hätten wir das nie geschafft.
Mit Botschaftern wie Bachmann und einer Veranstaltungsreihe, die sich speziell an Mittelständler richtet, will die Private-Equity-Branche erneut versuchen, Familienunternehmer von ihren Qualitäten zu überzeugen. Denn die stehen Finanzinvestoren trotz Finanzkrise und Kreditklemme immer noch skeptisch gegenüber. In einem Resümee der ersten Veranstaltung, die vor einigen Monaten in Berlin stattfand, betont der Verband: "Es ist wichtig, Firmenbesitzer und Familiengesellschaften darüber zu informieren, dass Private-Equity-Gesellschaften am nachhaltigen Erfolg ihrer Engagements interessiert sind."
Die Branche will endlich ihr Heuschreckenimage loswerden, das ihr nun schon seit Jahren anhängt und das sie als ungerecht empfindet. Die Beteiligungsgesellschaften verstehen sich nämlich selbst als nachhaltig engagierter Geschäftspartner und wollen auch so wahrgenommen werden. Ob diese neue Charmeoffensive Erfolg haben wird, ist allerdings mehr als fraglich.
Keine Lust auf Investoren
Schon seit Längerem versucht die Branche, ihr Image aufzupolieren. Dabei setzt sie vor allem auf Transparenz. Seit dem vergangenen Jahr verschickt der BVK den "Private Equity Brief", ein Informationsschreiben, das quartalsweise über Neuigkeiten aus der Scene berichtet. Verbindliche Transparenzrichtlinien sollen BVK-Mitglieder dazu bewegen, Informationen zu Übernahmen offenzulegen. "Wir müssen uns erklären", sagt BVK-Geschäftsführerin Dörte Höppner. "Die Private-Equity-Gesellschaften suchen das Gespräch."
Familienunternehmen hegen dennoch weiterhin ein tiefes Misstrauen gegen Private-Equity-Investoren. Nur 20 Prozent von ihnen würden laut einer Studie der Unternehmensberatung Intes zur Restrukturierung die Hilfe von Unternehmerkollegen oder unternehmereigenen Beteiligungsgesellschaften annehmen. Einen Private-Equity-Fonds würden nur acht Prozent in die Firma lassen, sollte diese in Schieflage geraten - unbeliebter sind nur Staatsfonds.
Dass Beteiligungsgesellschaften nicht unbedingt beliebter werden, legt auch eine Studie der Münchner Stiftung Familienunternehmen vom August dieses Jahres nahe: Nur 2,7 Prozent der befragten Unternehmer gaben an, Private Equity als Finanzierungsform zu nutzen. Nur 1,8 Prozent wollen auf diese Geldquelle künftig zurückgreifen. Demnach sinkt die Akzeptanz sogar.
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