Die Quelle Bausparkasse will keine neuen Kunden mehr aufnehmen. "Das Neugeschäft wird perspektivisch eingestellt, und wir werden uns auf die Bestandskunden konzentrieren", sagte der neue Vorstandschef Jürgen Gießler dem "Handelsblatt". Das bedeute das schleichende Aus für die Bausparkasse, die in Not geraten sei, weil die Banken wegen der Nähe zur Schickedanz-Familie und der Arcandor-Pleite bei der Refinanzierung streikten.
Gießler sagte, die Einstellung des Neugeschäfts bedeute auch eine Anpassung der Organisationsstrukturen und damit einen Abbau von Arbeitsplätzen. Die Umsetzung müsse noch mit Aufsichts- und Betriebsrat besprochen werden.
Die Kunden mit ihren zuletzt 93.000 Bausparverträgen brauchten sich dagegen keine Sorgen zu machen. Sie könnten ihre Verträge wie geplant zum Sparen oder zur Baufinanzierung nutzen. "Die Ansprüche der Kunden werden erfüllt", sagte Gießler. Guthaben und Zinsen seien über den Einlagensicherungsfonds der Bausparkassen in unbegrenzter Höhe abgesichert.
Der Verband der privaten Bausparkassen ist über die Beteiligungsgesellschaft Domus seit einem Monat Eigentümer der Quelle Bausparkasse, die zuvor Quelle-Erbin Madeleine Schickedanz und weiteren Familienmitgliedern gehört hatte. Die Branche hatte sich dazu entschlossen, das Institut aufzufangen, um einen Imageschaden für das in Deutschland populäre Bausparen zu vermeiden.
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