Viele Kunden der privaten Krankenversicherer (PKV) müssen für ihren Versicherungsschutz im kommenden Jahr tiefer in die Kasse greifen. Die PKV-Töchter der Ergo-Versicherungsgruppe haben deutliche Prämienerhöhungen für 2010 angekündigt. Bei der DKV - der Nummer zwei im Markt - liegen sie im Durchschnitt bei 8 Prozent, bei der Victoria sind es 6 Prozent.
Das Ausmaß der Prämienanhebungen ist zwischen den verschiedenen Tarifen sehr unterschiedlich. So musste die DKV bei Tarifen, die sie erst im vergangenen Jahr eingeführt hat, kaum mehr verlangen, bei anderen gibt es Erhöhungen um 20 Prozent. Auch bei anderen Unternehmen klagen Kunden über zweistellige Steigerungen.
Die PKV-Unternehmen begründen die höheren Beiträge vor allem mit den steigenden Ausgaben für die Behandlung ihrer Versicherten. 2008 sind die Versicherungsleistungen der PKV-Unternehmen um 6,7 Prozent gestiegen, während die Beitragseinnahmen um 4,0 Prozent zunahmen. Auch Ergo führt die Prämienerhöhungen auf die Kostenentwicklung zurück. "Die Steigerungen sind in der PKV seit Jahren höher als in der gesetzlichen Krankenversicherung", sagte eine Ergo-Sprecherin. Sie wiederholte die Forderung der PKV nach einer novellierten Gebührenordnung für Ärzte. "Wir brauchen dringend eine Reform, um unterschiedliche Qualität unterschiedlich honorieren zu können und Anreize zur Leistungsausweitung für Ärzte zu minimieren", sagte sie.
Ein weiterer Faktor für die Anhebung der Prämien im kommenden Jahr ist die Tatsache, dass viele PKV-Unternehmen Anfang 2009 mit Blick auf die Preise eher zurückhaltend waren. Im ersten Halbjahr konnten PKV-Kunden unter Mitnahme eines Teils ihrer angesparten Alterungsrückstellungen ihren Anbieter wechseln - eine Möglichkeit die seit 1. Januar alle Neukunden haben. Damit sie im verschärften Wettbewerb um die Bestandskunden gut dastanden, haben viele Unternehmen die Prämienanhebungen so gering gehalten, wie es versicherungstechnisch möglich war. Das müssen viele Anbieter bei der Kalkulation für 2010 kompensieren.
Der Marktführer Debeka hebt seine Prämien im Schnitt um fünf Prozent an, nachdem er allerdings vier Jahre ganz auf eine Erhöhung verzichtet hatte. "Unsere Wettbewerbs-Position hat sich in den vergangenen vier Jahren deutlich verbessert", sagte Vorstand Roland Weber.
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