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27.07.2010
von: Meilin Möllenkamp

Voll integriert und halbe Miete

Die hessische Stadt hat die höchste Gründerquote in ganz Deutschland. Das liegt nicht nur an den zahlreichen ausländischen Arbeitskräften. Auch die Stadt macht vieles richtig.

© Getty Images
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Nachdem Christian Fülbier beschlossen hatte, sein eigenes Outdoorfachgeschäft zu eröffnen, fehlte ihm nur noch der richtige Standort. Doch die Suche gestaltete sich schwieriger als gedacht: Sie zog sich über mehrere Jahre. "Sogar in Bayern habe ich mich umgeschaut", sagt Fülbier.

Schließlich fiel seine Wahl auf Offenbach. Er zog damit die 120.000-Einwohner-Stadt der Metropole Frankfurt vor, obwohl er dort mit seiner Familie wohnt. "In Offenbach ist die Konkurrenzsituation für mich besser als in Frankfurt", sagt der Gründer. Im Jahr 2009 eröffnete Fülbier dort seinen Jack-Wolfskin-Store in einem neu gebauten Einkaufszentrum.

Viele Gründer entscheiden sich für Offenbach. Die Stadt kann, gemessen an ihrer Einwohnerzahl, die meisten Gründungen in ganz Deutschland vorweisen. Offenbach liegt im Regionenranking des Bonner Instituts für Mittelstandsforschung bei den Existenzgründungen seit drei Jahren auf Platz eins. 2008 gab es in Offenbach 380 Gewerbeanmeldungen auf 10.000 Einwohner. Das sind fast 100 Anmeldungen mehr als im selben Jahr in Frankfurt.



Und es handelt sich nicht nur um ein Strohfeuer: Wer in Offenbach ein Unternehmen gründet, hat gute Chancen, auch langfristig erfolgreich zu sein. Die Zahl der Gewerbeanmeldungen liegt deutlich über der Zahl der Abmeldungen, belegen Zahlen der IHK. Das nutzt auch der Stadt Offenbach. Sie profitiert von höheren Gewerbesteuereinnahmen und einem beschleunigten Strukturwandel. Denn immerhin 60 Prozent der neuen Unternehmen gehören zum Dienstleistungssektor.



"Ich habe von den Institutionen vor Ort große Unterstützung bekommen", sagt Fülbier. Ein Kredit war kein Problem: Der Gründer bekam ihn über die Sparkasse Offenbach bei der Staatsbank KfW. Die Bürgschaftsbank Hessen kümmerte sich um Fördermittel. "In Offenbach werden Gründer an die Hand genommen", sagt Silvio Zeizinger, Geschäftsführer des Hessischen Einzelhandelsverbands. "Man muss ihnen helfen, sich durch das Dickicht von Fördermitteln zu kämpfen."

Beratungen sind nur ein Teil der Projekte, die die Initiative "Gründerstadt Offenbach" bisher ins Leben gerufen hat. Die Arbeitsförderung Offenbach hat sie 2003 mit EU-Fördermitteln gegründet. Die Stadt Offenbach, die IHK, das Beratungszentrum für Gründer Kommunikations-und Innovationszentrum (KIZ), die Agentur für Arbeit, die Sparkasse Offenbach und andere Institutionen engagieren sich darin.

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