"Teilen Sie Ihre Ideen"
Fünf Fragen an Jürgen Köhler, Geschäftsführer der Ideenschmiede Letsbrain.com.

Jürgen Köhler ist Experte für softwaregestützte Ideenfindung und organisiert Innovationsprojekte für Konzerne und Mittelständler.
Herr Köhler, wie kommen potenzielle Gründer an eine gute Geschäftsidee?
Einige haben das Glück, einen guten Geistesblitz zu haben, der sich dann tatsächlich in die Praxis umsetzen lässt und lukrative Geschäfte verspricht. Andere wiederum – und das ist auf jeden Fall die Mehrheit – müssen sich ihre Geschäftsideen erarbeiten: Sie versuchen für konkrete Probleme eine Lösung zu finden und begründen darauf ihre Firma. Oder sie kommen bei der Beobachtung von Kunden beziehungsweise Kollegen auf eine gute Anregung.
Aber nicht jede Idee lässt sich auch gleich in die Tat umsetzen.
Das ist richtig. Etwa 98 Prozent unserer Einfälle bleiben ungenutzt. Zum Beispiel, weil sie noch nicht ausgereift sind und die Kunden das Produkt oder die Dienstleistung nicht annehmen. Oder es hapert an der Umsetzung bis zu Marktreife. Solche Eingebungen müssen dann mit Hilfe neuer Ideen angereichert werden – aber dafür muss man sich Zeit lassen. Der Gründer sollte keine Angst haben, daß seine Ideen kopiert werden.
Vielmehr beweist die Statistik, dass es klüger wäre, Ideen mit anderen zu teilen und Feedback zu sammeln um die Entwicklung voranzubringen. Der amerikanische Management-Guru Tom Peters verweist immer darauf, dass ein freier Ideenfluss die Voraussetzung für eine erfolgreiche Gründung ist.
Wenn Sie sagen, "Ideen müssen erarbeitet werden“ – wie muss man sich das vorstellen?
Damit meine ich, dass Gründer systematisch an die Ideenfindung herangehen und ihre kreativen Prozesse organisieren sollten. Im Wesentlichen sind dabei fünf Schritte zu berücksichtigen: Zunächst müssen die Ziele definiert werden, die verfolgt werden sollen. Dann gilt es, die Erfolgskriterien festzulegen, die für die Zielerreichung unabdingbar sind. Im dritten Schritt müssen die notwendigen Aufgaben formuliert und verteilt werden. Zum Beispiel die Recherche von Marktdaten oder die technischen Voraussetzungen für ein Produkt. Viertens sollten Gründer von Kollegen und potentiellen Kunden so viel Feedback wie möglich zu ihrer Geschäftsidee einholen. Und anschließend müssen sie die Antworten und Reaktionen auswerten.
Klingt kompliziert...
Ist es aber gar nicht. Es genügt schon, einmal alle viel versprechenden Einfälle aufzuschreiben und zu definieren. Das kann einfach auf einem Blatt Papier geschehen oder mit Unterstützung einer Ideen-Software. Wichtig ist jedoch immer: Die Gedankengänge müssen mit möglichst vielen Leuten diskutiert und weiterentwickelt werden.
© 2009 impulse.de












Diesen Artikel bookmarken bei...