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28.07.2011
von: Nava Ebrahimi

Gründerzentren geben Starthilfe

Universitäten und Kommunen ebnen jungen Unternehmern den Weg und vermitteln vor allem wertvolle Kontakte. Doch wirtschaftlichen Erfolg können ihre Gründerzentren nicht garantieren.


Manche haben als Kind selbst eins tragen müssen: das Pflaster gegen die Schwachsichtigkeit eines Auges. Auch heute noch ist es oft zu sehen - und man denkt: Hat die Forschung noch nichts Neues entwickelt? Doch, hat sie, zum Beispiel das Therapieverfahren, mit dem die Caterna Sehschule kürzlich auf den Markt gegangen ist. Es könne das Pflaster zwar nicht ersetzen, erklärt Nicolaus Widera: "Es kann dessen Wirkung aber derart steigern, dass Kinder es nicht mehr über Jahre hinweg tragen müssen."



Widera, 32 Jahre alt, gehört zum Gründungsteam der Caterna Sehschule. Das Unternehmen, ein Spin-off der Technischen Universität Dresden, ist nach einer rund zweijährigen Vorlaufzeit im Januar in den Vertrieb gegangen. Es bietet Augenärzten internetbasierte Computerspiele an, bei denen im Hintergrund Gittermuster mitlaufen, die das Auge trainieren. "Hochleistungssport fürs Auge", nennt Widera das. Die Nachfrage ist so groß, dass sich das Team auf zehn Leute verdoppelt hat.

Synergien und Wachstum eingeplant



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Auf den 70 Quadratmetern, die das Startup derzeit am Standort Nord des Technologiezentrums (TZ) Dresden angemietet hat, wird es bald eng werden. "Wir haben aber die Option auf Verdopplung der Fläche, weil die Räume kombinierbar sind", erklärt Widera. Bei der Auswahl des Firmensitzes habe es eine Rolle gespielt, dass Caterna schnell und unkompliziert wachsen könne. Vorteilhaft seien zudem die zuverlässige IT des TZ und die Nachbarschaft zu anderen, etablierten Unternehmen. "Hier haben sich bereits Synergien und Kooperationen ergeben", sagt Widera.Nur einige Motive, die Startups dazu veranlassen, sich in Gründerzentren niederzulassen. Diese, meist von den Kommunen und oft mit EU-Mitteln finanziert, bieten meist mehr als günstige Mietkonditionen an: Eine gute Infrastruktur, Beratung und Plattformen zum Netzwerken sind Standard. Dennoch lohnt es sich für Gründer, genauer hinzuschauen, denn in manchen Regionen ist das Angebot groß. Deutschlandweit, schätzt der Bundesverband Deutscher Innovations-, Technologie- und Gründerzentren (ADT), gibt es rund 300 Einrichtungen. Wer sich selbstständig machen will, sollte zunächst grundlegende Fragen beantworten: Ist ein Gründerzentrum mit Branchenspezialisierung sinnvoll? Oder profitiere ich eher von einem Branchenmix? Suche ich den Austausch mit jungen Startups oder eher erfahrenen Unternehmern?

Keine reinen Büroburgen wählen

Darüber hinaus hängt es von der konkreten Geschäftsidee ab, welches Haus das richtige sei, sagt Bertram Dressel, Geschäftsführer des TZ Dresden und Präsident des ADT. "Man sollte sich zum Beispiel genauer anschauen, welche Art von Labore und Werkstätten zur Verfügung steht, wie gut deren Ausstattung ist, auf welchem Stand sich die IT befindet." Ein Gründerzentrum dürfe zudem nie eine reine Büroburg sein. Über den Erfolg der ansässigen Firmen entscheide auch, wie gut sie dort beraten würden. "Diese Aufgaben müssen Personen mit weitem Blickwinkel übernehmen. Sie müssen nicht alles selbst wissen, aber immer eine Idee haben, wen man fragen, wer weiterhelfen kann."

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