Franchise: In aller Munde
Vapiano - ein Restaurant der Systemgastronomie sorgt mit rasanten Wachstumszahlen für Schlagzeilen. impulse schaute sich das Franchise-System genau an.

Stilvolles Ambiente, Show-Kochen, hohe Qualität und Selbstbedienung machen den Vapiano-Erfolg aus. Foto: Gerrit Meier
Bonn, Erich-Ollenhauer-Straße, Ecke Friedrich-Ebert-Allee. Es ist Dienstagabend gegen 19 Uhr. Zwei riesige Fackeln brennen vor dem Gebäude mit der Hausnummer eins. Einst Sitz der SPD-Parteizentrale erinnert heute nichts mehr an die sogenannte Baracke. Seit wenigen Monaten prangt in großen, weißen Buchstaben auf rotem Grund der Name Vapiano an der Fassade und weist hungrigen Bonnern den Weg in ein 750 Quadratmeter großes Restaurant.
Der Laden ist voll - nahezu alle 175 Sitzplätze sind belegt. Es ist, als gäbe es in ganz Bonn kein einziges italienisches Restaurant, als hätten die Bonner jahrelang auf Pizza und Pasta nur gewartet.
Den Gast erwartet hier kein idyllischer, kleiner Gastraum mit Kerzenlicht und freundlicher Bedienung am Tisch. Nein - Selbstbedienung, Fastfood und ein ständiges Kommen und Gehen der Gäste sind angesagt. Der Geräuschpegel in dem Restaurant von der Größe einer Kantine ist hoch. Und dennoch sorgt Vapiano mit seinem mediterranen Ambiente für Furore.
Galerie: Das Vapiano in Bildern
Nicht nur in Bonn. Sondern deutschlandweit, ja sogar international. Vapiano ist ein "italienisches" Schnellrestaurant, das - anders als die Kette Pizza Hut - mit einer Kombination aus Fastfood, Massenverpflegung in edlem Restaurant-Ambiente und zahlreichen italienischen Speisen eine neue Nische besetzt. "Frisch, schnell und schön", definiert Vorstand Mirko Silz das neuartige Konzept. "Wir sind kein Italiener, sondern eine Pizza-Pasta-Bar mit Flair."
Bis zu 20.000 Gäste folgen täglich dem frischen Duft von Pizza und Pasta made by Vapiano. Und dies in elf Ländern mit inzwischen 38 Restaurants (davon 23 in Deutschland). Seit gut vier Jahren wächst die Franchise-Kette stetig. 20 Filialen sollen noch 2008 neueröffnet werden; für 2009 plant das Unternehmen zehn weitere (darunter in Australien und Mexiko).
Der neue Trend: "Fast Casual"
Was macht also das Geheimnis des Erfolgs aus? Warum fasziniert der Trend "Fast Casual" - so heißt die neue Kombination von "Fast Food" und "Casual Dining" - die Kunden? impulse hat das Zeitgeist-Restaurant genauer unter die Lupe genommen.
Schon am Eingang ist alles anders als in üblichen Restaurants. Mit einem "Herzlich willkommen" wird der Gast begrüßt, parallel überreicht die Servicekraft ihm eine Chipkarte und erklärt: "Sie haben freie Platzwahl, bestellen direkt beim Koch an der Salat-, Pasta- oder Pizza-Bar. Alles, was Sie verzehren, wird auf der Karte gespeichert. Und Sie bezahlen erst, wenn Sie das Restaurant verlassen."
Diese kundenorientierte Freiheit, wie die Vapianisti es nennen, ist Teil des Konzepts. "Mit diesem System kann der Gast vom Tisch zur Bar wechseln oder sich später in die integrierte Lounge zu Freunden setzen, ohne einem Kellner Bescheid zu geben", erklärt Kent Hahne. Neben Gregor Gerlach, Klaus Radar und Friedemann Findeis ist Hahne einer von vier Gesellschaftern, die sich Ende 2003 zusammengefunden haben, um die neue gastronomische Idee im Franchise-Modell zu systematisieren und expansiv zu multiplizieren.
In Sachen Franchising kennt sich der 45-Jährige bestens aus. Gehörte er doch vor 20 Jahren zu den jüngsten Franchise-Nehmern von McDonald's. "Die größte Herausforderung für nachhaltiges Wachstum", so Hahne, "wird allerdings die Auswahl der Franchise-Nehmer sein." Denn der potenzielle Partner muss immerhin eine stolze Summe von Minimum 900.000 Euro investieren.
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© 2007 impulse












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