Strategie 3 Tipps für Gründer vom Food-Truck-Pionier

Peter Appel mit einer Mitarbeiterin in seinem Food Truck mit dem Namen "Swagman".

Peter Appel mit einer Mitarbeiterin in seinem Food Truck mit dem Namen "Swagman".© Peter Appel - Swagman

Peter Appel war einer der ersten, der mit einem Food Truck in Deutschland durch die Straßen rollte - und wurde im vergangenen Jahr sogar von Sterneköchen ausgezeichnet. Welche Tipps er für andere Gründer parat hat, verrät er im Gespräch mit impulse.

Schon 2011 starteten Peter Appel und seine Lebensgefährtin Andrea Übelhack mit ihrem Food Truck „Swagman“, zunächst in Bayreuth und ein Jahr später in Nürnberg. Seitdem verkaufen sie darin Slow Roast, also langsam gegartes Fleisch mit selbstgemachtem Kartoffelpüree und Gemüse sowie Salate und Suppen.

„Wir haben uns lange Zeit gelassen, bis wir unser jetziges Produkt gefunden hatten“, erzählt Appel. Notgedrungen. Denn die Gründer mussten mehr als ein halbes Jahr warten, bis der Food Truck umgebaut und einsatzfähig war. „Zum Glück“, sagt Appel heute. „In der Zeit hat sich unser Konzept noch mehrfach geändert. Aber heute sind wir wirklich sehr froh, dass es genau das geworden ist.“

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Sterneköche kürten das Start-up im Auftrag des Gastro-Magazins „fizzz“ 2013 zum besten Food Truck des Landes. Zwischen 300 und 400 Essen verkaufen die beiden heute am Tag. Seit Ende 2011 schreibt die Firma schwarze Zahlen. Was Appel anderen Gründern rät:

 
1. Suche dir eine kommerzielle Nische

„Ich rate jedem, zuerst intensiv über das Produkt nachzudenken. Bratwurst oder Pizza gibt es fast an jeder Ecke. Wer damit startet, braucht viel Glück, um erfolgreich zu sein. Gründer sollten sich eine kommerzielle Nische suchen. Aber es muss natürlich auch gleichzeitig etwas sein, das die Leute gut finden. Bei der Produktfindung muss man wirklich mit offenen Augen durch die Welt gehen.“
 
2. Finde ein Produkt mit kurzer Zubereitungszeit im Truck

„Man sollte in der Lage sein, in kurzer Zeit – also innerhalb von zwei Stunden über die Mittagszeit – große Mengen von seinem Essen zu verkaufen. Bei Produkten, bei denen die Zubereitung eine gewisse Zeit braucht, ist das per se schwieriger. Wir können in einer Stunde in einem Truck locker 100 Essen rausgeben. Das können die meisten nicht, die ich kenne.“

 
3. Unterschätze nicht den Aufwand

„Viele Leute unterschätzen, wie viel Aufwand ein Food Truck bedeutet. Wir haben zwar nur zwei Stunden mittags geöffnet. Aber wir stehen jeden Morgen um 6 Uhr auf und bereiten das Essen frisch zu. Wir verarbeiten mehrere Kilogramm Gemüse am Tag, kochen mehrere Liter Suppen und bereiten auch Salate vor. Man muss sehr viel Zeit investieren, damit alles gut funktioniert. Insgesamt haben wir oft einen Arbeitstag von mehr als zehn Stunden. Wenn Veranstaltungen sind, können es schnell auch mal 18 Stunden werden. Ich kenne auch Leute, die den Aufwand völlig unterschätzt und deshalb auch schon wieder geschlossen haben. Natürlich sind wir oft sehr müde, wenn wir abends nach Hause gekommen. Aber wir sind sehr glücklich, dass wir das machen, was wir machen.“

 

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