Gründung Aus dem Handelsregister: Zum Greifen nahe

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300.000 Euro hat Tim Heckmann nach eigenen Angaben in seine Kletterhalle investiert.

300.000 Euro hat Tim Heckmann nach eigenen Angaben in seine Kletterhalle investiert.© Jens Steingässer

Zwischen Kletterwand und Kantschleifmaschine: Tim Heckmann ist Schreiner und hat sich mit einer Boulder-Halle ein zweites Standbein aufgebaut. Im Interview erklärt er, warum er das Risiko einer 300.000-Euro-Investition eingegangen ist.

Herr Heckmann, Sie sind Schreiner und haben jetzt eine Kletterhalle eröffnet. Was sind Sie nun? Kletterhallenbesitzer oder Schreiner?
Noch schreinere ich Schränke nach Maß oder auch Holzhocker und Garderoben für Kinder­gärten. Aber das mache ich seit 20 Jahren, da ist wie in einer Beziehung der Alltag eingekehrt. In die Kletterhalle habe ich mich frisch verliebt, aber vom Finanziellen her bin ich noch Schreiner.

Noch? Läuft die Werkstatt nicht mehr?
Doch, die Auftragsbücher sind voll. Aber ich fühle mich mit einem zweiten Standbein sicherer. Die Kletterhalle muss ich zum Beispiel nicht dicht­machen, wenn ich drei Wochen in den Sommer­urlaub fahre. Die Werkstatt hingegen schon.

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Statt als Einzelkämpfer zu werkeln, könnten Sie doch auch einen zweiten Schreiner anstellen.
Schreinereien ab fünf Angestellten haben es derzeit schwer. Ikea und Maßschreinereien im Internet sind eine große Konkurrenz, und die Lohnkosten sind nicht unerheblich. Deswegen wollte ich zu keinem Zeitpunkt ausbauen. Aber ich bin leidenschaftlicher Schreiner, das werde ich nie aufgeben.

Kletterhalle und Kantschleifmaschine – geht das zusammen?
Die Kombination ist gar nicht so abwegig. Ich kann Ausbuchtungen und Holzgriffe für die Kletterwände bauen, und auf Dauer möchte ich die Schreinerei dahingehend umbauen. Ich will nicht mehr stundenlang diskutieren müssen, ob der Schrank hellgrau oder steingrau sein soll, sondern ein Nischenprodukt herstellen, das die Leute vom Fleck weg kaufen – vielleicht mit einem Shop in der Kletterhalle, wo ich Holzgriffe und andere ­Zulieferprodukte für Kletterhallen anbiete.

Sie haben mit Ihrem Partner knapp 300.000 Euro in die Halle investiert. Haben Sie nicht Angst, mit der Idee abzustürzen?
Die Angst ist da, aber sie hält sich in Grenzen. Erfahrungsgemäß ist im Winter die Halle voll. Wir mieten auch sehr günstig, offiziell hat die Halle meine Frau gekauft.

Was sagt denn Ihre Frau dazu, dass Sie solides Handwerk gegen Fun-Sport eintauschen?
Sie vertraut mir. Die meisten Bedenken hat mein elfjähriger Sohn. „Boah, so viel Geld!“, hat er gesagt. Aber wenn er erst selbst mit dem Klettern anfängt, vergisst er die Sorge bestimmt schnell.

 
 

Amtsgericht Darmstadt, Aktenzeichen: HRB 92820
Bekannt gemacht am: 16.01.2014, 12:00 Uhr
 
Veröffentlichungen des Amtsgerichts Darmstadt. In ( ) gesetzte Angaben der Anschrift und des Geschäfts­zweiges erfolgen ohne Gewähr. Neueintragungen 15.01.2014

 studio bloc GmbH, Pfungstadt, Gottlieb­-Daimler-­Straße 6, 64319 Pfungstadt. Gesellschaft mit beschränkter Haf­tung. Gesellschaftsvertrag vom 18.11.2013. Geschäftsan­schrift: Gottlieb­-Daimler­-Straße 6, 64319 Pfungstadt. Gegenstand: Gegenstand des Unternehmens ist die Ein­richtung, der Betrieb und die Unterhaltung von Sport­ und Freizeitanlagen, insbesondere von Boulder-­Hallen und damit verbundene Aktivitäten. Stammkapital: 25.000,00 EUR. Allgemeine Vertretungsregelung: Ist nur ein Geschäftsführer bestellt, so vertritt er die Ge­sellschaft allein. Sind mehrere Geschäftsführer bestellt, so wird die Gesellschaft durch zwei Geschäftsführer oder durch einen Geschäftsführer gemeinsam mit ei­nem Prokuristen vertreten. Geschäftsführer: Heckmann, Tim, Darmstadt; Heinrich, Robert, Darmstadt, jeweils einzelvertretungsbe­rechtigt mit der Befugnis, im Namen der Gesellschaft mit sich im eigenen Namen oder als Vertreter eines Dritten Rechtsgeschäfte abzuschließen.

 
Täglich wagen Menschen den Sprung in die Selbständigkeit. Im Handelsregister finden sich die Geburtsurkunden ihrer Firmen. impulse stellt jeden Monat eine Gründung vor.

 

 

impulse 7/2014Dieser Beitrag stammt aus dem impulse-Magazin 07/14

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