Gründung Blinkist: Warum diese Männer 1000 Bücher im Jahr lesen

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Geschäftstüchtige Bücherwürmer: Die Gründer des Berliner Start-ups Blinkist fassen 1000 Sachbücher jährlich zusammen.

Geschäftstüchtige Bücherwürmer: Die Gründer des Berliner Start-ups Blinkist fassen 1000 Sachbücher jährlich zusammen.© Blinkist

Das Berliner Start-up Blinkist versorgt Wissbegierige mit den wichtigsten Sachbuch-Inhalten. Hat die Start-up-Idee Potenzial? Der impulse-Cashtest.

Blinkist im Ideen-Check: Wie funktioniert die Idee?

Holger Seim: Die Lesegewohnheiten haben sich radikal verändert und mit der wachsenden digitalen Informationsflut wird es immer schwieriger, noch ein Sachbuch aufzuschlagen, geschweigedenn zu Ende zu lesen. Also stapeln sich die Bücher ungelesen im Regal, obwohl das Interesse, sie zu lesen, da ist. Mit Blinkist verdichten wir die Kernaussagen aus Sachbüchern und machen daraus ein Format (sogenannte Blinks), das sich – entweder auf Englisch oder Deutsch – in 15 Minuten einfach zwischendurch lesen lässt. Neben Business und Politik erfassen wir auch Themen aus den Populärwissenschaften.

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Blinkist im Konkurrenz-Check: Gibt’s das schon?

Holger Seim: Das Schweizer Unternehmen Getabstract ist schon seit über zehn Jahren auf dem Markt, richtet sich aber eher auf B2B-Kunden und verlangt fast 300 Euro für ein Jahresabo. Wir konzentrieren uns auf den Endverbraucher.

 
Blinkist im Sales-Check: Wer ist die Zielgruppe?

cashtest_logo_Folge08 Holger Seim: Unsere Nutzer können in kürzester Zeit in viele verschiedene Bücher „hineinlesen“ und so auf interessante Werke stoßen, die sie sonst vielleicht nie entdeckt hätten. Aktuell richten wir uns eher an karrierebewusste Menschen, die sich weiterbilden möchten. Deshalb liegt unser Schwerpunkt momentan auf Themen rund um Business, Karriere und Selbstmanagement. Bislang wurden bereits mehr als fünf Millionen Bücher über unsere App heruntergeladen. Die USA sind derzeit unser größter Markt.

 
Blinkist im Kapital-Check: Wie ist das Geschäftsmodell?

Holger Seim: Die App an sich ist kostenlos. Und man kann sie in den ersten drei Tagen kostenlos testen und im Anschluss ein von uns täglich neu ausgewähltes Buch lesen. Wenn man langfristig Zugriff auf die komplette Bibliothek zugreifen will, kann man zwischen Plus und Premium wählen. Plus beinhaltet vollen Zugriff auf alle Texte für 49,99 Euro pro Jahr. Premium beinhaltet außerdem Zugriff auf Hörversionen sowie Funktionen, um Markierungen zu Evernote zu synchronisieren und Blinks auf den Kindle zu senden für jährlich 79,99 Euro.

 
Blinkist im Risiko-Check: Was kann schiefgehen?

Holger Seim: Natürlich sind wir auf die Zusammenarbeit mit den Verlagen angewiesen. Aber die meisten Verlage und Autoren reagieren recht positiv auf unser Angebot und sehen die Vorteile, die wir ihnen bieten. Alle in der Branche suchen nach Lösungen, ihre Bücher in der digitalen Welt schneller auffindbar zu machen. Genau das bieten wir für Sachbücher.

 
Die Gründung von Blinkist in Zahlen

Vorlaufzeit: 6 Monate
Startkapital: 300.000 Euro
www.blinkist.com

 
Die Gründer von Blinkist

Holger Seim war Produktmanager bei der Deutschen Telekom und hat dort im Trainee-Programm unter anderem den deutschen Markteintritt eines US-Startups betreut.

Niklas Jansen war zwei Jahre bei der Wirtschaftsprüfgesellschaft KPMG als Berater für Mergers & Acquisitions tätig.

Tobias Balling hat nach seinem Studium als Softwareentwickler gearbeitet und danach selbst gegründet (PodcastU).

Sebastian Klein hat bei der internationalen Unternehmensberatung The Boston Consulting Group als Strategie-Berater für verschiedene Konzerne gearbeitet.

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