Gründung Cashtest, Folge 1: Das Hamburger Start-up Pasary

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Wollen von Hamburg aus durchstarten: Die Gründer Helge Wenck, Anne Arndt und Mitarbeiter Kevin Urbaum.

Wollen von Hamburg aus durchstarten: Die Gründer Helge Wenck, Anne Arndt und Mitarbeiter Kevin Urbaum.© Anna-Lena Ehlers

Tausende Gründer träumen davon, den großen Coup zu landen. Aber welche Idee hat wirklich Potenzial? In unserer neuen Interview-Serie „Cashtest“ bohren wir bei Start-ups nach: Kann man damit wirklich Geld verdienen?

1. Der Ideen-Check: Taugt das?
Was ist die Idee hinter Ihrem Start-up Pasary?

cashtest_logo_Folge01-(2)Anne Arndt: Helge und ich betreiben seit zwei Jahren die Hamburger Agentur elbworkers. Davor haben wir bereits über 5 Jahre lang zusammen in verschiedenen Software-Projekten zusammengearbeitet und in dieser Zeit mehrere Online-Marktplätze gebaut, also Plattformen, die Verkäufer und Käufer zusammenbringen. Auf solchen Plattformen basieren viele neue Geschäftsmodelle, die momentan heiß angesagt sind, wie die private Wohnungsvermittlung Airbnb. Wir hatten das Gefühl, für unsere Kunden immer wieder das Gleiche zu bauen. Da dachten wir: Warum gibt es eigentlich keine Standardlösung?

Auf Ihrer Website heißt es, dass man sich mit der Software so einen Marktplatz innerhalb eines Tages erstellen kann.
Anne Arndt: Ja, das müssen wir mal ändern, das war unsere ursprüngliche Idee: Wir wollten eine Art „Shopify“ für Marktplätze bauen, also eine Software, mit der sich jeder ohne Vorkenntnisse innerhalb von Minuten einen kleines Airbnb hinstellen kann. Wir haben das Projekt auch erfolgreich bei einem britischen Accelerator gepitcht, sind dann aber doch in Hamburg geblieben und haben unsere Idee nochmal verändert.

Warum?
Anne Arndt: Jemand, der einen Marktplatz aufsetzen will, braucht Nachfrage von beiden Seiten: Er braucht Leute, die Produkte oder Dienstleistungen anbieten, und Menschen, die diese kaufen.

Und das schafft kein Anfänger.
Anne Arndt: Genau. Wer einen Marktplatz gründen will, der will etwas Größeres bauen und nichts in zehn Minuten hinstellen. Jetzt ist unser Geschäftsmodell ein anderes. Wir haben eine Standardsoftware gebaut, ein Framework, das man an einzelne Businessmodelle anpassen kann. Der Kunde baut seinen Marktplatz aber nicht selbst, sondern wir stellen ihm die fertige Seite für seine Anforderungen innerhalb weniger Wochen hin und geben dazu Hilfestellung bei der Marketingstrategie.

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1 Kommentar
  • Name Klaus 18. März 2015 23:17

    Seit jahren boomt der markt mit neuen IT ideen und vieles was sich darum dreht. Es gibt immer mehr super designed plattformen die vom „1 mann betrieb vom wohnzimmer“ aus betrieben werden.Unabgängig welcher branche sind nach 2-3 jahren etwa 40 bis 70 % aller neugründungen wieder vom markt verschwunden. Die gymnasien und hochschulen einschl. den Unis quellen über – getrieben von Eltern, Ängste nicht mithalten zu können, den Traum zur selbstverwirklichung und die zugehörigkeit zur bestimmten mittelschicht u.v.m. Und auch hier gibt es hohe abbrecherquoten. . . .

    Irgendwann ist der markt im IT bereich mit den Kopfarbeitern und „schlippsträgern“ (nicht negativ verstehen ) gesättigt und man fragt sich wo kommen all die gegenstände her die wir täglich nutzen und die uns umgeben: tisch, stuhl, haus, einrichtung, verkehrsmittel, computerchassis, schreibmittel u.v.m.

    Soll das alles irgendwann von der verlängerten werkbank Ausland kommen ? Mit dem risiko hoher handeldsüberschüsse?
    Viele studienabgänger die kein job mehr finden !?

    Kurzum wir brauchen auch menschen die die „greifbaren“ dinge um uns herum zukünftig herstellen – hier muss eine Lanze für das heimische Handwerk und Industrie gebrochen werden – und diese berufe werden dann wieder attraktiver wenn viele studierte auf weniger angebote treffen oder als selbstständige selbst sich jahrelang ausbeuten.
    Deutschland hat dank der guten infrastruktur und anderer zutaten die finanzkrise gut bewältigt . Ob das so bleibt hängt u.a. von der politik und der einflussnahme bestimmter gruppierungen ab.

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