Gründung Channel Pilot Solutions gewinnt Hamburger Businessplan-Wettbewerb

Die Gewinner des Gründungswettbewerbs: Ralf Priemer, Mirko Platz und Lars Niemann von Channel Pilot

Die Gewinner des Gründungswettbewerbs: Ralf Priemer, Mirko Platz und Lars Niemann von Channel Pilot© Dennis Williamson für impulse

Internet-Start-ups prägten in diesem Jahr das Bild der Finalisten beim Hamburger Businessplan-Wettbewerb „Gründergeist“. impulse stellt die Gewinner vor und zeigt, welche angehenden Unternehmer es sonst noch in die Top 10 geschafft haben.

Wer erfolgreicher Unternehmer werden will, braucht einen Plan – und den richtigen Spirit. Zum fünften Mal rief die Initiative „Gründergeist“ der Wirtschaftsjunioren bei der Handelskammer Hamburg junge Gründer dazu auf, ihre Businesspläne einzureichen und ihre Ideen vor einer Jury zu präsentieren. Mitmachen konnte jeder, der vor nicht länger als einem Jahr in der Metropolregion Hamburg gegründet hat oder dessen Gründung noch bevorsteht.

41 angehende Unternehmer bewarben sich, so viele wie noch nie. Zwar gab es auch Bewerbungen von „Offline“-Start-ups, in die Auswahl der Top 10 schafften es allerdings ausschließlich online-basierte Businesspläne. Die ersten drei Plätze beim „Gründergeist“ erhielten bei der Preisverleihung am 18. Januar Geldpreise. Die Initiatoren sehen den Nutzen des Wettbewerbs aber vor allem auf anderer Ebene: Jede Bewerbung bekommt ein Feedback von Experten und die von einer Vorjury ausgewählten Top 10 wurden von einem professionellen Trainer dafür geschult, ihre Ideen vor der finalen Jury zu präsentieren. Diese bestand aus Patrick Arle von den Hamburger Wirtschaftsjunioren, Alexander Hartmann, Rechtsanwalt bei der Kanzlei BRL, Matthias Schröder, Vorstandsmitglied der Hamburger Volksbank und impulse-Chefredakteur Nikolaus Förster.

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Zudem wurde in diesem Jahr neben den Plätzen eins bis drei auch ein Innovationspreis vergeben. Dieser war für die Gründer zwar nicht mit einem Preisgeld verbunden, soll aber die Kreativität der angehenden Unternehmer besonders honorieren.

Der erste Preis beim „Gründergeist“-Wettbewerb ging in diesem Jahr an das Start-up Channel Pilot Solutions und war mit 3000 Euro dotiert. „Die Auszeichnung ist für uns sehr wertvoll, weil sie uns helfen wird, Vertrauen zu schaffen – sowohl bei Investoren als auch bei Kunden“, sagte Gründer Mirko Platz. Den zweiten Platz machte das Unternehmen Voice-Choice (2000 Euro Preisgeld), auf Platz 3 schafften es die Hamburger Gründer von Metafoto (1000). Mit dem neu geschaffenen Innovationspreis wurde das Start-up AudioguideMe ausgezeichnet.

Die Gewinner des „Gründergeist“-Wettbewerbs 2013 (v.l.): Der erste Platz ging an die Gründer von Channel Pilot Solutions (Ralf Priemer, Lars Niemann, Mirko Platz,), den zweiten Platz schafften es die Gründer von Voice-Choice (Adrian von dem Knesebeck, Michael Stoss), mit dem dritten Platz wurde Metafoto-Gründer Benjamin Tange ausgezeichnet. Das Startup AudioguideMe (Christoph Tank, Hannes Wirtz) wurde mit dem Innovationspreis geehrt

Die Gewinner des „Gründergeist“-Wettbewerbs 2013 (v.l.): Der erste Platz ging an die Gründer von Channel Pilot Solutions (Ralf Priemer, Lars Niemann, Mirko Platz,), auf den zweiten Platz schafften es die Gründer von Voice-Choice (Adrian von dem Knesebeck, Michael Stoss), mit dem dritten Platz wurde Metafoto-Gründer Benjamin Tange ausgezeichnet. Das Start-up AudioguideMe (Christoph Tank, Hannes Wirtz) wurde mit dem Innovationspreis geehrt© Dennis Williamson für impulse

 

Die Ideen der zehn besten „Gründergeist“-Teilnehmer Überblick:

Platz 1: Channel Pilot Solutions
Etwa 150.000 Online-Shops gibt es in Deutschland – die umsatzstärksten 15.000 unter ihnen haben Ralf Priemer, Mirko Platz und Lars Niemann als Kunden im Visier: Die drei Gründer haben langjährige Erfahrung im Bereich E-Commerce und mit Channel Pilot ein System entwickelt, das den Shop-Betreibern die Arbeit erleichtern soll. Automatisiert werden Produkte auf Online-Marktplätzen wie Amazon oder Preissuchmaschinen präsentiert, dazu gibt es Analyse- und Optimierungstools. „30 Prozent der größten 500 Online-Shops in Deutschland nutzen unsere Plattform schon“, sagt Mirko Platz. Jetzt wollen er und seine Kollegen ihren Kundenstamm ausbauen – und Mitte 2014 den internationalen Markt in Großbritannien, Frankreich und Spanien erobern. Status: gegründet, Vorlaufzeit: etwa ein Jahr, Startkapital: sechsstellig, Internet: www.channelpilot.de
Platz 2: Voice-Choice
Der Wunsch, seiner Tochter trotz Hunderter Kilometer Entfernung und Zeitverschiebung eine Gute-Nacht-Geschichte vorzulesen, brachte Michael Stoss auf eine ungewöhnliche Geschäftsidee: Er entwickelte eine Software, mit der sich eine Stimme digital in eine andere Stimme umwandeln lässt. Mittlerweile ist dieser Wunsch ein Stück weit Realität geworden: Gemeinsam mit dem Entwickler Adrian von dem Knesebeck arbeitet Michael Stoß an der Software Voice2choice. Dem System gelingt es bereits, 75 Prozent der Merkmale einer Stimme auf eine andere zu übertragen. So klingt der Hörbuchsprecher plötzlich wie der eigene Vater, die Stimme des Synchronsprechers im Film wird der des englischsprachigen Schauspielers ähnlicher. Um die Idee zur Marktreife zu bringen, sind die Gründer derzeit auf der Suche nach Investoren und personeller Verstärkung. Status: gegründet (GbR), GmbH ab 2014, Vorlaufzeit: seit etwa eineinhalb Jahren, Startkapital: 25.000 Euro für GmbH-Gründung, Internet: www.voice2choice.com
Platz 3: Metafoto
Auf Reisen entdeckte Benjamin Tange seine Leidenschaft für Fotografie. Doch seine Geschäftsidee hat nichts mit der vordergründigen Schönheit von Landschaftspanoramen zu tun – sondern mit den Informationen dahinter. Metadaten heißen die digitalen Fingerabdrücke von Fotos, sie geben beispielsweise Auskunft über Aufnahmezeitpunkt und -ort. Das macht sich Tange für seine Fotosuchmaschine Metafoto zunutze: Frisch gepostete Aufnahmen vom Konzert der Lieblingsband sollen so in Echtzeit auffindbar werden. Gleichzeitig soll Metafoto ein Marktplatz sein, über den jeder seine Bilder verkaufen kann. Per Fotovermarktung und Werbeanzeigen will Tange seine Suchmaschine finanzieren, für die Entwicklung hat er sich Business Angels an Bord geholt. Im ersten Quartal 2014 soll Metafoto online gehen. Status: gegründet, Gründungsdatum: Januar 2014, Vorlaufzeit: etwa sieben Monate, Startkapital: 25.000 Euro, Internet: www.metafoto.de

Innovationspreis: AudioGuideMe
Mit dem Smartphone auf akustische Entdeckungsreise gehen: das ist die Vision von Paul Bekedorf, Christoph Tank und Hannes Wirtz. Die drei Gründer haben deshalb aus eigenen Mitteln die Smartphone-App AudioguideMe entwickelt. Durch Kooperationen mit Verlagen werden mit der App Auszüge aus Hörbüchern am Ort des Geschehens hörbar, Audioreportagen von Lokaljournalisten liefern aktuelle Informationen, Nutzer können selbst Audios zu ihren Lieblingsorten aufnehmen. Einige stellen etwa die Verkehrsgeräusche in ihrer Nachbarschaft ein. „Mit der Zeit soll so ein kollektives akustisches Archiv entstehen“, sagt Bekedorf. Eine kostenlose AudioguideMe-Version für das iPhone ist bereits im App Store erhältlich, im Frühjahr soll die Android-Ausgabe folgen. Derzeit sind die Gründer auf der Suche nach Investoren, die helfen, die Idee weiterzuentwickeln.Status: gegründet, Gründungsdatum: November 2012, Vorlaufzeit: etwa neun Monate, Startkapital: 35.000 Euro, Internet: www.audioguide.me

Check Jugendreisen
Sommer, Sonne, Party: Scharenweise zieht es junge Menschen jedes Jahr an die spanische Costa Brava oder an den Balaton in Ungarn. Anbieter von Jugendreisen gibt es zuhauf, aber welcher ist der günstigste? Diese Frage will Josef von Garrel beantworten – und hat deshalb das Vergleichsportal Check Jugendreisen ins Leben gerufen. „Die angebotenen Reisen sind oft vergleichbar, weil die Veranstalter häufig dieselben Hotels, Reiseziele und Leistungen im Programm haben“, hat von Garrel festgestellt. Sein Portal vergleicht bislang die Preise von sieben Sommerreise-Anbietern, für vermittelte Buchungen bekommt er Provisionen von den Veranstaltern. In den nächsten Monaten sollen weitere Anbieter dazukommen, zudem Preisvergleiche für Winter- und Sprachreisen. Status: gegründet, Gründungsdatum: Januar 2013, Vorlaufzeit: etwa ein Jahr, Startkapital: fünfstellig, Internet: www.check-jugendreisen.de
Addact
Es ist nicht mehr und nicht weniger als die „Demokratisierung des Livemusikmarkts“, die sich Dirk Veit und Hilko Aikens zum Ziel gesetzt haben. Mit Addact wollen die Gründer eine Crowdfunding-Plattform für Konzerte zur Marktreife bringen. Das Konzept: Bands sollen dort spielen, wo ihre Fans sind. Über Addact sollen Künstler ihren Fans mögliche Tournee-Städte und Termine anbieten, die Fans investieren – im Erfolgsfall wird das Geld eingezogen und eine Konzerthalle gebucht. Momentan führen die Gründer – beide mit beruflicher Erfahrung in der Musikindustrie – Gespräche mit Künstlern, Konzertveranstaltern und Venture-Capital-Unternehmen. „Unser Grundgedanke, Musikfans näher an Musiker heranzubringen, kommt an“, sagt Veit. Derzeit entsteht eine Beta-Version, bald wollen die Gründer eine GmbH anmelden. Status: noch nicht gegründet, Vorlaufzeit: seit etwa einem Jahr, Startkapital: 25.000 Euro für GmbH-Gründung, Internet: www.addact.de
Lunchandmeet
Beim gemeinsamen Mittagessen die Kommunikation verbessern: Das ist die Idee hinter dem Online-Tool Lunchandmeet, an dem Pascal Schüßler und Dennis Flaig arbeiten. Voll automatisiert sollen Mitarbeiter zur gemeinsamen Nahrungsaufnahme verkuppelt werden – etwa zur Lösung von Problemen: Postet ein Mitarbeiter ein Thema, über das er mehr erfahren möchte, wird über die Software ein Partner vermittelt, der Antworten hat. „So wollen wir bei gemeinsamen Lunches schlummernde Kompetenzen wecken“, sagt Schüßler. Von Anbietern ähnlicher Software wollen sich die Gründer unter anderem durch statistische Auswertungen abgrenzen: Durch Bewertungen soll der Erfolg der Treffen sichtbar werden. Status: noch nicht gegründet, Vorlaufzeit: seit September 2012, Startkapital: bislang unbekannt, Internet: www.lunchandmeet.de
ClickyourTV
Die Idee kam Murat Coban und Thomas Dziemian beim Fernsehen: Was trägt Günther Jauch da für einen schicken Anzug, fragten sie sich – und machten sich auf die Suche bei Google. „Das war gar nicht so einfach“, sagt Dziemian. Die Idee für ClickyourTV war geboren – eine App, die nicht nur Informationen zum Jauch-Anzug liefern soll, sondern den Zuschauer mit Hintergrundinfos zum TV-Programm oder zur Werbung versorgt: „Denkbar ist beispielsweise, dass man sich bei Dokumenta¬tionen ergänzende Informationen auf dem Fernseher anzeigen lässt“, sagt Dziemian. Rentabel soll die App unter anderem durch Werbeeinblendungen und Produktempfehlungen werden. Momentan läuft die Entwicklung einer Betaversion, wenn alles klappt, soll ClickyourTV im nächsten halben Jahr marktreif sein. Status: noch nicht gegründet, Vorlaufzeit: seit Sommer 2013, Startkapital: mindestens 50.000 Euro, Internet: www.mt-smartmedia.de
Mymediaguide
Dokumentationen, Hörspiele oder Reportagen: In Online-Mediatheken oder auf Video-Plattformen versteckt sich jede Menge anspruchsvoller Unterhaltung – die in der Regel nur mühsam zu finden ist. Der Journalist Stefan Westphal will mit Mymediaguide die Suche einfacher machen. Hinter Westphals Idee stecken ein neu entwickelter mathematischer Algorithmus sowie eine Redaktion, die Inhalte bewertet. Derzeit ist der Gründer auf der Suche nach Investoren. Status: noch nicht gegründet, Vorlaufzeit: seit Mai 2013, Startkapital: mindestens 100.000 Euro, Internet: www.mymediaguide.de
Sales on Speed
Vertriebsabteilungen kennen das: Viel Zeit geht für vergebliche Anrufe bei Kunden verloren. Die Gründer Michael Bösken, Christian Beller und Dominik Reisig wollen Abhilfe schaffen: mit ihrer Smartphone-Software Sales on Speed. Unter anderem lassen sich Telefonlisten erstellen, von denen ein Kontakt nach dem anderen automatisch angerufen wird. Geht ein Gesprächspartner nicht ran, wird automatisch der nächste angewählt. Momentan holen sich die Gründer bei potenziellen Kunden Feedback. Status: noch nicht gegründet, Vorlaufzeit: seit September 2013, Startkapital: bislang unbekannt, Internet: www.salesonspeed.de

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