Gründung Cloud & Heat heizt Häuser mit Serverwärme

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Der Heizkörper wird warm, weil im Keller der Server läuft - das ist das Konzept  der "grünen Cloud" des Start-ups Cloud & Heat.

Der Heizkörper wird warm, weil im Keller der Server läuft - das ist das Konzept der "grünen Cloud" des Start-ups Cloud & Heat. © lucadp / Fotolia.com

Das Dresdner Umwelt-Start-up Cloud & Heat nutzt heiß laufende Server, um Häuser mit Wärme zu versorgen. Hat die Idee Potenzial? Der impulse-Cashtest.

Cloud & Heat im Ideen-Check: Wie funktioniert die Idee?

René Schretzmann: Cloud and Heat vermittelt Rechenkapazitäten aus dezentralen Clouds, die bei unseren Kunden im Keller stehen.  Die Abwärme der dazugehörige Server nutzen wir, um Immobilien zu heizen und Warmwasser bereitzustellen – quasi eine Server-Heizung.

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So können wir die Server ohne zusätzlichen Strom kühlen: Wir leiten die vorhandene Wärme einfach ab. Damit ist unser Heizsystem ökologisch und ökonomisch.

 

Cloud & Heat im Konkurrenz-Check: Das gibt’s doch schon, oder?

René Schretzmann: Alternative Heizkonzepte gibt es natürlich bereits. Unsere grüne Cloud ist aber einzigartig: Wir verbinden zwei komplett unterschiedliche Märkte. Die Erkenntnis, dass Wärme zu transportieren schwieriger ist als Informationen zu transportieren, ist zwar nicht neu. Die automatisch erzeugte Wärme von Servern in den Wärmekreislauf eines Gebäudes zuzuführen, hingegen schon.

 

Cloud & Heat im Sales-Check: Wer ist die Zielgruppe?

René Schretzmann: Heizbedarf ist immer gegeben; der Cloud-Computing-Markt wächst stetig. Unsere Methode verringert die Umweltbelastungen – man muss also im Grunde nichts tun und tut etwas Gutes. In Mehrfamilienhäusern, Hotels und Krankenhäusern heizen wir bereits – auch international. Aber prinzipiell kann auch ein modernes Einfamilienhaus von uns ausgestattet werden.

 

Cloud & Heat im Kapital-Check: Woher kommt das Geld?

René Schretzmann: Am Anfang mussten wir uns, wie alle Start-ups, um Fremd- und Risikokapital bemühen, was hier in Deutschland nicht immer einfach ist. Dank einer erfolgreichen Crowfunding-Kampagne und einigen Privatinvestoren kam aber doch recht bald genug Kapital zustande. Unser Startkapital lag bei insgesamt einer Million Euro.

 

Cloud & Heat im Geld-Check: Was kostet eine Server-Heizung?

Die einmalige Anschaffungsgebühr für ein Gerät liegt bei 10.000 Euro. Der dazugehörige Wärme-Lieferungsvertrag garantiert, dass die Abnehmer 15 Jahre lang mit Wärme und Warmwasser versorgt werden, und zwar für einen gleichbleibend geringen Preis.

 

Cloud & Heat im Risiko-Check: Was kann schiefgehen?

René Schretzmann: Für unsere Cloud-Kunden gilt: Durch die Cloud sind Informationen bei uns sicher, denn die gespeicherten Daten sind über verschiedene, eigenständige Rechenzentren verteilt. Dabei bleiben die länderspezifischen Daten innerhalb der Staatsgrenzen. Trotzdem kann natürlich ein Server – aus welchen Gründen auch immer – einmal ausfallen. Allerdings wären in dem Fall nur Bruchteile von Informationen in Mitleidenschaft gezogen, die es ohnehin mehrfach gespeichert gibt.

Und für die Besitzer einer Server-Heizung ist interessant: Sollte zeitweise weniger Heizleistung benötigt werden, kann die Rechenleistung betroffener Server kurzfristig umverteilt werden.

 

Die Gründer von Cloud & Heat

René Marcel Schretzmann ist als Geschäftsführer für den kaufmännischen Part von Cloud & Heat verantwortlich und war davor fünf Jahre lang an Bord einer internationalen Managementberatung.

Christoph Fetzer, Professor für Verteiltes Rechnen an der Technischen Universität Dresden, nutzt an der Uni viele Server, die sehr energieaufwendig heruntergekühlt werden müssen.

Jens Struckmeier, Doktor der Physik, war zusammen mit Fetzer auf der Suche nach einem Heizsystem für Passivhäuser, als sie die Idee zur Gebäudeheizung durch Computer entwickelten.

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