• Das geht auf Ihr Konto!

    In der Startphase drehen die meisten Gründer jeden Cent um - und nutzen gerne ihr Girokonto als Bankverbindung für die Firma. Doch nicht immer ist dies am Ende die günstigste Variante.

    Grundsätzlich gilt: Unternehmer sind nicht verpflichtet, ein Firmenkonto zu führen. Ein- und Auszahlungen für den Gewerbebetrieb oder das Freiberuflerbüro können auch über das Privatkonto abgewickelt werden.

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    Dennoch gibt es gute Gründe, weshalb sich die Eröffnung eines Geschäftskontos lohnt. Der wichtigste: Die Trennung von privatem und unternehmerischem Zahlungsverkehr erleichtert die Buchhaltung. Unternehmer müssen ihre Einnahmen und Ausgaben jedes Jahr an das zuständige Finanzamt melden. Bei einem separaten Geschäftskonto bedeutet dies: Einfach die Zahlen von der Soll- und Habenseite in die Gewinn- und Verlustrechnung übertragen. Wer dagegen eine gemischte Bankverbindung führt, muss erst mühsam in den Kontoauszügen nach den richtigen Posten fahnden.

    Hinzu kommt: Die meisten Banken behalten sich ein Sonderkündigungsrecht für jene Fälle vor, in denen Privatkonten auch für geschäftliche Zwecke genutzt werden. Dies kann schnell auffliegen, da die Kreditinstitute verpflichtet sind, die Geldbewegungen auf den Konten laufend zu überwachen, um die Geldwäsche einzudämmen.

    Wer zunächst nebenberuflich in die Selbstständigkeit startet oder die Geschäftstätigkeit auf einen geringen Umfang begrenzt, sollte bei seiner Bank nachfragen, ob er in diesen Fällen weiterhin das Privatkonto nutzen kann. Denn: Geschäftskonten sind in der Regel teurer als Girokonten. So fällt meist eine monatliche Gebühr an, die nur bei einem bestimmten Durchschnittsguthaben entfällt. Einzelne Buchungen, Kontoauszüge, EC-Karten – diese Services lässt sich die Bank ebenfalls vergüten. Ein Vergleich zwischen den einzelnen Geldinstituten lohnt also.

    Die günstigsten Angebote haben die Direktbanken – sie leisten allerdings im Bedarfsfall keine Beratungen und offerieren auch keine mittel- beziehungsweise langfristigen Darlehen. Wer plant, zur Finanzierung von Liquiditätsengpässen oder des weiteren Wachstums Fremdkapital in Anspruch zu nehmen, sollte deshalb besser zu einer herkömmlichen Filialbank gehen. Mit einem Bankberater, den man persönlich kennt, lässt sich auch leichter über die Konditionen verhandeln.

    Unternehmer, die sich für eine Direktbank entscheiden, sollten zudem bedenken: Alle geschäftlichen Papiere müssen zehn Jahre lang archiviert werden. Um den gesetzlichen Vorgaben zu entsprechen, genügt es aber nicht, die digitalen Auszüge auszudrucken und abzulegen. Die Dokumente müssen vielmehr als Datei aufbewahrt werden und stets maschinell auswertbar sein. Immer mehr Online-Banken bieten an, diese Aufbewahrungspflichten für ihre Geschäftskunden zu übernehmen oder verschicken Sammelauszüge in Papierform – meist gegen einen Aufpreis.

    • Quelle: impulse
    • Copyright: impulse

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