Gründung Die Berlin-Silicon-Valley-Diskussionen machen müde

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Berlin: Hip, kreativ, weltoffen

Berlin: Hip, kreativ, weltoffen© LianeM - Fotolia.com

Wie gut ist Berlin im Vergleich zum Silicon Valley? Für Gründer Gunnar Berning ein ermüdendes Thema – auch auf der Disrupt Berlin. Die deutsche Hauptstadt braucht vor allem eins: ein wenig Zeit, um zu wachsen – und ein paar große Würfe wie Skype.

Am zweiten Tag der Disrupt Berlin räumten die Gründer von lock8 mit ihrem smarten Fahrradschloss im Start-up-Wettbewerb ab. Was sonst noch geschah?

Da war beispielsweise eine weitere Diskussion zum Thema wie gut Berlin jetzt nun wirklich ist im Vergleich zum Silicon Valley. Diese Diskussionen machen müde! Und nerven. In der zweiten Klasse der Grundschule kann man auch keine Gleichungen mit Hilfe von binomischen Formeln lösen. Ist das schlimm? Nein. Es ist normal.

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Es handelt sich um  keine kurzfristigen Veränderungen von denen wir hier sprechen.  Und Berlin wird auch nicht größer und wichtiger, je häufiger man das Thema diskutiert.

Roberto Bonanzinga, Londoner Venture-Capital-Geber (Balderton Capital), hatte dennoch eine sehr erfrischende, weil pragmatische Sicht auf die Dinge. In einem Gespräch erläuterte Bonanzinga “Wir brauchen 10 Skypes! Wir (die VCs) pushen Euch und die Idee, Ihr (die Gründer) müsst (die genialen Produkte) bauen.” Richtig, ohne ein paar Firmen mit Milliarden-Euro-Umsatz wird sich Berlin nicht über das jetzige Niveau hinausbegeben. Der Aufwärtskreislauf mit weiteren Investments kann so in Gang gesetzt werden.

Podiumsdiskussion zum Thema Ecosystem Europa

Auf die elendige Frage, was denn der beste Standort für ein Start-up in Europa ist, entgegnete der erfahrene Wagniskapitalgeber nur, es komme nicht darauf an, wo das Start-up mit frischem Geld versorgt wird, sondern wo es wächst. Internationalisierung ist aus seiner Sicht kein Problem für europäische Start-ups. “Was macht Europa so einzigartig? Wir sind in unserem Herzen international”, so Bonanzinga weiter. Europäische Gründer hätten auf dem Gebiet der Internationalisierung einen großen Vorteil gegenüber Gründern in den USA, da auf dem Europäischen Kontinent jeder  mit verschiedenen Ländern, Sprachen und Kulturen aufwächst.

Gut zu hören, dass der Silicon Valley Seed-Fund und Start-up Accelerator „500Startups“ plant, im nächsten Jahr ein Büro in Berlin zu eröffnen. Das wird schon mit Berlin, ein bisschen Geduld bitteschön!

Die Premiere von TechCrunch Disrupt Berlin: Was bleibt?

Eine ordentliche Premiere der sehr erfolgreichen Messe aus San Francisco war das in den vergangenen beiden Tagen. 1.800 Teilnehmer diskutierten Ideen, finanzierten Start-ups und machten sich Gedanken über die Zukunft. Beim nächsten Mal sollten die Macher der Disrupt auf ein ausgewogeneres Verhältnis von Gründern und VCs / Corporates achten. Diesmal waren (gefühlt) alle VCs dort (DER perfekte Ort für Gründer, alle VCs an zwei Tagen zu treffen), aber nur relativ wenige Start-ups.

Was auch an den nicht unerheblichen Preisen für ein TechCrunch-Ticket gelegen haben könnte. Man sollte beim TechCrunch-Team immer daran denken, wen man fördern sollte: Die Gründer und ihre Ideen. Ideen, Erfahrungs- und Kontaktaustausch zwischen Gründern und VCs. Und schön wäre es, wenn die Macher es schaffen würden, wirkliche Vorbilder, die A-Player, aus dem Silicon Valley, aus London und Tel Aviv nach Berlin zu bekommen. Daran haperte es dieses Jahr – noch.


 

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