• Ein Platz in der Nische

    Mit einer originellen Idee, Kontakten und Kapital haben Gründer gute Chancen, ins Geschäft zu kommen. gründerzeit stellt 36 Unternehmer vor, die den Schritt in die Selbstständigkeit erfolgreich bewältigt haben.

    Für die optimale Bildung ihrer Sprösslinge
    greifen Eltern hierzulande gern tief
    ins Portemonnaie. Eine Studie der Bertelsmann
    Stiftung zeigt: Allein für Nachhilfe
    werden in Deutschland bis zu 1,5
    Milliarden Euro jährlich ausgegeben -
    Tendenz steigend. Mit ihrem dreisprachigen
    Edelkindergarten liegt Unternehmerin
    Reimers deshalb voll im Trend.
    Das gilt ebenso für die stark wachsenden
    Märkte Gesundheit, Umwelt, Logistik
    sowie Kommunikation und natürlich
    alles rund ums Internet.

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    Wer dort mit seiner
    Firma eine vielversprechende Nische
    besetzt, hat gute Aussichten auf einen Erfolg.
    Das zeigen die weiteren Gründer,
    die gründerzeit mit ihren Geschäftsideen vorstellt: Ob es
    ein Personal Trainer im MP3-Format ist
    oder eine Wasseraufbereitungsanlage,
    die mit Sonnenenergie arbeitet.

    Bildung

    Biokost für Schüler

    Wie kriegt man Schüler dazu, freiwillig
    Gemüse zu essen? “Indem man es versteckt”,
    sagt Harald Hoppe. Das gelingt
    ihm offenbar gut, denn täglich essen
    Tausende von Schülern und Kindergartenkindern
    seine vollwertigen Nudeloder
    Wokgerichte. Hoppes Cateringunternehmen
    Biond profitiert davon,
    dass immer mehr Bildungseinrichtungen
    ganztägig geöffnet sind und einen
    Mittagstisch anbieten müssen. Vor einigen
    Jahren begann der Unternehmer,
    Biosnacks in einem Imbiss anzubieten.
    Bald verkaufte er 150 Mahlzeiten am
    Tag, und eine erste Schule meldete Interesse
    an. www.bio-catering.de

    Vorlaufzeit: ein Jahr

    Rechtsform: GmbH

    Startkapital: 25.000 Euro

    Helfer: Vermögensakademie

    Coaching für Wissenschaftler

    Forscher müssen heute nicht nur tüfteln
    und lehren, sondern auch Institute leiten
    und in internationalen Teams zusammenarbeiten.
    Darauf werden sie in
    ihrer akademischen Ausbildung jedoch
    nicht vorbereitet. Anja Frohnen, promovierte
    Soziologin, unterstützt Doktoranden
    und Professoren dabei, auch Managementkompetenzen
    zu entwickeln.
    Ihre Beratungsfirma Impuls Plus startete
    sie vor knapp zehn Jahren. Eigentlich
    wollte sie mit ihren eigenen Erfahrungen
    an der Universität in erster Linie anderen
    Doktoranden bei der Karriereplanung
    helfen. Mittlerweile berät sie wegen
    der großen Nachfrage hauptsächlich
    Wissenschaftler in Managementfragen.
    www.impulsplus.com

    Vorlaufzeit: ein Jahr

    Rechtsform: Einzelunternehmen

    Startkapital: 10.000 Euro

    Helfer: Stiftung der Deutschen Wirtschaft

    Lehrerbörse

    Es ist die Sorge jedes Schulleiters: Die
    Ferien sind vorbei, alle Schüler zur
    Schule gekommen, aber es fehlen Lehrer.
    Früher hat die Schulbehörde sich
    um Vertretungskräfte gekümmert. Seit
    2007 müssen die Schulleiter selbst für
    Ersatz sorgen. Jörg Köbke hat daraus
    ein Geschäftsmodell gemacht. Mit seiner
    Firma Lehrcare vermittelt er Vertretungs-
    und Projektkräfte für Schulen in
    ganz Deutschland. Etwa 4500 Lehrer
    und Studenten haben sich auf seiner Internetseite
    bereits
    registriert. Köbke verkauft
    das Zugangsrecht zu dieser Datenbank
    und verdient an jeder erfolgreichen
    Vermittlung. www.lehrcare.de

    Vorlaufzeit: sechs Monate

    Rechtsform: GmbH

    Startkapital: 60.000 Euro

    Helfer: Wali Consulting

    Kita de luxe

    Susann Reimers erlebte bei ihrem früheren
    Arbeitgeber viele Kolleginnen, die
    auf Kinder verzichteten, weil sie nicht auf
    ausreichende Betreuungsmöglichkeiten
    bauen konnten. Oder die den Nachwuchs
    mit schlechtem Gewissen in Einrichtungen
    brachten, die nicht ihrem Qualitätsanspruch
    entsprachen. Reimers sah eine
    Marktlücke: Kitas mit führungskraftfreundlichen
    Öffnungszeiten, die ihren
    kleinen Gästen mehr bieten als Spielen
    und Verwahren. Elly & Stoffl wendet sich
    von den Leistungen und Preisen her
    vor allem an gut verdienende Managerinnen.
    www.ellyundstoffl.de

    Vorlaufzeit: 21 Monate

    Rechtsform: GmbH

    Startkapital: 295.000 Euro

    Helfer: Förderbank Bayern,
    Bayerische Beteiligungsgesellschaft

    Nachhilfe im Netz

    Statt für eine Matheklausur zu büffeln,
    setzte sich Stephan Bayer im Sommer
    2007 vor seine neue Webcam und erklärte
    einem unsichtbaren Publikum das
    totale Differential. Das kleine Video
    stellte er online und verschickte es an
    Freunde. Die Resonanz war so gut, dass
    Bayer sein Studium schmiss und wenige
    Monate später den Sofatutor startete:
    Prüfungsrelevanter Lernstoff wird in
    kurze Erklärvideos verpackt und online
    angeboten. Lehrer, Studenten und Schüler
    produzieren die Filme, Nutzer zahlen
    dafür monatlich ab acht Euro, die
    Einnahmen werden mit den Videoproduzenten
    geteilt. www.sofatutor.com

    Vorlaufzeit: sieben Monate

    Rechtsform: GmbH

    Startkapital: 100.000 Euro

    Helfer: Business-Angels

    Labor für Kinder

    Wo ist überall Luft? Nicht alle Eltern haben
    auf solch eine Frage ihrer Kinder
    eine gute Antwort. Auch Heike Schettler
    und Sonja Stuchtey nicht. Aber sie fanden
    eine Lösung.
    Die Chemikerin und
    die Unternehmensberaterin entwickelten
    Kurse, in denen Kinder sich spielend
    naturwissenschaftliches
    Verständnis aneignen
    können. Die Gründerinnen von
    Science-Lab schulen Erzieherinnen
    und Lehrer und bilden bundesweit
    Kursleiter aus, die dann unter dem Label
    Science-Lab Kurse geben. Kosten
    pro Kind: 140 Euro. Von den Einnahmen
    gehen bis zu 15 Prozent an das
    Unternehmen. www.science-lab.de

    Vorlaufzeit: sechs Monate

    Rechtsform: GmbH

    Startkapital: 25.000 Euro

    Helfer: Partner und Familie

    Kommunikation

    Keine Berührungsängste

    Ob Tische, Wände oder Böden – Matthias Waggon und Johannes
    Ryks verwandeln alle Flächen in eine bunte interaktive Multimediawelt,
    die sich steuern lässt. “Unser System reagiert nicht nur auf Berührungen,
    sondern auch auf Bewegungen ohne direkten Kontakt”,
    sagt Waggon. Multimotion nennen die Gründer der Eyefactive
    GmbH
    dieses Phänomen. Das Startup, eine Ausgründung der Fachhochschule
    Wedel, erstellte bisher überwiegend individuelle Anwendungen.
    Ein fünf Quadratmeter großer Tisch kostet zwischen 30 000
    und 40 000 Euro. Künftig soll es jedoch auch Standardangebote geben,
    die günstiger sind: inklusive individuellem Firmenlogo rund
    1000 Euro. www.eyefactive.de

    Vorlaufzeit: ein Jahr

    Rechtsform: GmbH

    Startkapital: 22.000 Euro

    Helfer: Fachhochschule Wedel

    Bei Verlust Alarm

    Bürohandy, privates Handy, PDA, Laptop
    – da verliert man schnell den Überblick,
    ob noch alles da ist. Andreas Pirali
    und Thomas Hochmann haben die Geräteverlustsicherung
    Phonetec entwickelt.
    Die mobilen Geräte werden per
    Funk zusammengeschaltet. Regelmäßig
    sendet eine Software ein Signal aus und
    überprüft, ob noch alle Komponenten inMasder
    Nähe sind. Sobald ein Gerät sich
    nicht zurückmeldet, etwa weil es im
    Auto liegen geblieben ist, schlägt das
    System Alarm. In einer Umgebung, in
    der das Diebstahlrisiko höher ist, findet
    der Abgleich häufiger statt. Das erkennt
    die Software beispielsweise am steigenden
    Lärmpegel der Umgebung. Die Verlustabsicherung
    wird über das Internet
    verkauft. www.phonetec.de

    Vorlaufzeit: zwei Jahre

    Rechtsform: GmbH

    Startkapital: 25.000 Euro

    Helfer: Netzwerk Promotion Nordhessen
    und Uni-Kassel-Transfer

    Weltweites Outsourcing

    Gunnar Berning und seine Gründerkollegen
    Maria Lindinger und Thomas
    Jajeh vermitteln auf dem Internetportal
    Twago weltweit Aufträge an Dienstleister,
    etwa Software- und Webprogrammierer,
    Grafiker, Designer und Übersetzer.
    Das funktioniert so: Die Kunden
    stellen einen Auftrag ins Internet. Auf
    der Basis der genannten Anforderungen
    filtert Twago automatisch die geeigneten
    Dienstleister heraus. “Jede Firma
    entscheidet selbst, ob sie einen Dienstleister
    in der Nähe beauftragt oder das
    günstigste Angebot annimmt”, sagt
    Berning. Der Service ist für die Auftraggeber
    gratis, Twago erhält eine Provision
    vom vermittelten Dienstleister.
    www.twago.com

    Vorlaufzeit: fünf Monate

    Rechtsform: GmbH

    Startkapital: 100.000 Euro

    Helfer: Kunden, die Verbesserungsvorschläge
    einbringen

    Individuelle Reiseführer

    Das Schweizer Startup Audiotours von
    Christopher Prinz und Christopher Jenni
    entwickelt Hörführer für Sehenswürdigkeiten.
    Je nach Standort der Person werden
    verschiedene Informationen und
    Geschichten an das Mobiltelefon oder
    das iPhone übertragen. Professionelle
    Sprecher gestalten die einzelnen Touren,
    bei Bedarf sind sogar Studioaufnahmen
    inklusive Musikeinspielungen möglich.
    Die Audiotouren eignen sich auch
    für Betriebs- oder Baustellenbesichtigungen,
    werden dann aber weniger aufwendig
    produziert. Kosten: ab 100 Euro
    pro Minute. Das Duo will jetzt den Massentourismus erobern: Demnächst finden
    auf dem Bielersee in der Schweiz
    Schiffstouren mit akustischer Unterstützung
    statt. www.audiotours.ch

    Vorlaufzeit: 18 Monate

    Rechtsform: GmbH

    Startkapital: 70.000 Euro

    Helfer: der Lieferant der GPS-Geräte

    Der Handytreff

    Ein Netzwerk zum Herumtragen hat Roman
    Hänsler mit sieben Gründerkollegen
    ins Leben gerufen. Wer bei Aka Aki
    Networks
    registriert ist, findet per Handy
    immer Gleichgesinnte in seiner Nähe.
    So können sich zum Beispiel Fans einer
    Musikgruppe auf einem Konzert treffen.
    Der Service ist kostenlos und begeistert
    schon mehr als 500 000 Nutzer in
    Deutschland, Österreich und der
    Schweiz. Das mittelfristige Ziel des Startups:
    “Wir wollen in Japan und irgendwann
    auch in den USA unseren Service
    anbieten.” www.aka-aki.com

    Vorlaufzeit: neun Monate

    Rechtsform: GmbH

    Startkapital: 50 000 Euro

    Helfer: Investoren wie Creathor Venture, die
    neben Kapital auch betriebswirtschaftliches
    Know-how einbrachten

    Gratis telefonieren

    Michael Knecht und Martin Feuerhahn
    sind passionierte Internet-Telefonierer.
    Die beiden Gründer von C2Call nutzen
    dafür ihren selbst entwickelten Friendcaller,
    der anders als etwa Skype ohne
    zusätzliche Software funktioniert. Die
    Verbindung wird aus jedem herkömmlichen Webbrowser heraus per Mausklick
    gestartet. Die Telefonate zwischen registrierten
    Nutzern sind kostenlos, wenn
    sie auf einem PC oder iPhone landen.
    Für Gespräche in ein Telefonnetz fallen
    Gebühren an. Demnächst will C2Call
    auch SMS-Versand und Konferenzschaltungen
    anbieten sowie das Betriebssystem
    Android von Google unterstützen.
    Für die Expansionspläne gab es bereits
    Geld vom High-Tech Gründerfonds.
    www.friendcaller.com

    Vorlaufzeit: 18 Monate

    Rechtsform: GmbH

    Startkapital: rund 200.000 Euro

    Helfer: der iTunes App Store von Apple, dort
    war Friendcaller vor den Wettbewerbern zu
    finden

    Internet

    Karaoke global

    Seit Jahren ist Karaoke ein gängiger Partyspaß. Doch warum sein Talent nur im
    kleinen Kreis präsentieren? So etwas geht doch auch online: Bei www.mikestar.
    com
    stehen rund 1000 Songs zur Auswahl. Mehr als 100 000 registrierte Nutzer
    nehmen dort ihre Gesangsproben auf und lassen ihr Musikvideo von der Internetwelt
    bewerten. “Bei uns kann man sogar im Wettbewerb gegen andere Sänger
    antreten”, sagt Gründer Monte Miersch. Die Geschäftsidee von Miersch und Kollege
    Joachim Penk überzeugte nicht nur Business-Angels, sondern auch den High-Tech
    Gründerfonds. Das Angebot ist bislang kostenlos, soll aber mittelfristig gegen eine
    monatliche Nutzungsgebühr offeriert werden. www.mikestar.com

    Vorlaufzeit: sechs Monate

    Rechtsform: GmbH

    Startkapital: 100.000 Euro

    Helfer: Burkhardt Funk, Coach

    Sprachtalent

    Das Übersetzungsbüro Tolingo ist rund
    um die Uhr geöffnet. “In unserem Pool
    von mehr als 2500 zertifizierten Übersetzern
    kann jeder Text innerhalb von
    24 Stunden bearbeitet werden”, sagt
    Firmenchef Roman Reimer. Rund 220
    Sprachkombinationen in 26 Fachrichtungen
    bietet er mit Firmengründer
    Hanno von der Decken an. Schon im
    zweiten Geschäftsjahr zählten die
    Unternehmer
    rund 12 000 Aufträge,
    hauptsächlich von Firmenkunden. Die
    Venture-Capital-Gesellschaft Neuhaus
    Partners und die KfW unterstützen das
    Startup. www.tolingo.de

    Vorlaufzeit: 18 Monate

    Rechtsform: GmbH

    Startkapital: 25.000 Euro

    Helfer: das Gründerteam

    Regionales Wirtschaftsportal

    Internet und mittelständische Unternehmen,
    das sei ein Widerspruch in sich,
    findet Timo Wildenhain: “Das Web ist
    global – die meisten Firmen sind aber
    nur regional tätig.” Zusammen mit Jan-
    Christopher Breuel will er den Gegensatz
    nun überbrücken. Die Site Townworks
    ist ein Wirtschaftsportal, das
    Privat- und Geschäftskunden in Ballungsräumen
    miteinander verbindet.
    Die Teilnehmer müssen sich registrieren
    und zahlen eine monatliche Gebühr von
    fünf Euro. Anders als das herkömmliche
    Branchenbuch unterstützt Townworks
    die Vertragsparteien bei der Auswahl,
    sodass Auftraggeber und -nehmer
    schneller zueinanderfinden. Das Portal
    ist im Februar mit Hamburg gestartet
    und will in den kommenden Monaten
    bundesweit als Franchisesystem expandieren.
    www.townworks.de

    Vorlaufzeit: zwei Jahre

    Rechtsform: GmbH

    Startkapital: 25.000 Euro

    Helfer: die Tester in der Betaphase

    Webcam-Fotos

    Fotos für Ausweise und Pässe schießen
    die Kunden von Click your pic zu Hause
    vor der Webcam. “Mit drei Mausklicks
    erhält hier jeder sein eigenes Foto – auch
    ein biometrisches Exemplar für den Reisepass”,
    sagt Gründer Konstantin Kutzer.
    Zwölf Bilder gibt es bei ihm für
    5,80 Euro inklusive Versandkosten, erheblich
    billiger als im Fotoladen. Obwohl
    er bislang kaum Werbung machte, registriert
    er bis zu 3000 Besucher pro Monat.
    Demnächst will der 23-Jährige vollends
    durchstarten. Er steht in Verhandlung
    mit diversen Krankenkassen: “Auf der
    geplanten Gesundheitskarte sind Fotos
    der Versicherten vorgesehen.” Weitere
    Expansionsmöglichkeiten bieten große
    Firmen mit Betriebsausweisen.
    www.clickyourpic.de

    Vorlaufzeit: sechs Monate

    Rechtsform: Unternehmergesellschaft

    Startkapital: 10.000 Euro

    Helfer: Jürgen Faltin, FU Berlin

    Online-Beurteilungen

    Internet und Personalarbeit gehören für
    Eva und Manfred Spatz untrennbar zusammen.
    Schon die Suche nach geeigneten
    Fachkräften führt ins Web – warum
    nicht auch die Beurteilung der
    einzelnen Personen. Bei Ask4feedback
    können Nutzer ein individuelles Profil
    anlegen und beliebig viele Besucher aus
    ihrem Unternehmen, Freundes- oder
    Bekanntenkreis zur Bewertung einladen.
    So erhalten sie beziehungsweise
    ihre Vorgesetzten ein realistisches Bild
    über ihre persönlichen Stärken und
    Schwächen. Derzeit wird die Internetbeurteilung
    nur ausgewählten Betrieben
    und Personalberatern in der Betaversion
    angeboten. Doch spätestens Ende 2010
    ist die Offerte allen Interessierten zugänglich.
    www.ask4feedback.de

    Vorlaufzeit: drei Jahre

    Rechtsform: GmbH i. G.

    Startkapital: 150.000 Euro

    Helfer: der Gründerwettbewerb

    Werbung im Webradio

    Mehr als 2000 Internetradiosender gibt
    es derzeit in Deutschland, wer überleben
    will, ist auf Werbung angewiesen.
    Matthias Mroczkowski und Thomas
    Rogg vermitteln Spots, die vor allem 20-
    bis 29-Jährige erreichen sollen. Eine Kooperation
    mit einem Wettbewerber aus
    dem klassischen Radiosegment brachte
    das Geschäft in Schwung, und die junge
    Firma Audimark konnte dank des erfahrenen
    Geschäftspartners wichtige
    Kontakte knüpfen. Inzwischen lassen
    mehr als 100 Webradios ihre Werbezeiten über das Startup vermarkten, Konzerne
    wie Mazda und Universal Music
    Group gehören zu den Kunden. Mit Venture-
    Capital in sechsstelliger Höhe sollen
    bald der Vertrieb und das Team ausgebaut
    werden. www.audimark.de

    Vorlaufzeit: ein Jahr

    Rechtsform: GmbH

    Startkapital: 50.000 Euro

    Helfer: ein Berater

    Umwelt

    Wälder mit Rendite

    Bäume anpflanzen, Klima schonen, Geld verdienen – das ist
    das Konzept von We Grow. Die Volkswirtin Allin Beatrice
    Gasparian und der Agraringenieur Peter Maximilian Diessenbacher
    haben einen geschlossenen Anlagefonds über
    fünf Millionen Euro aufgelegt und investieren das Geld in
    Wälder. Demnächst sollen in Niedersachsen,
    Sachsen-Anhalt
    und dem Rheinland mehr als 100 Hektar Kiri angepflanzt
    werden, ein schnell wachsender asiatischer Baum
    mit guter Holzqualität. Positiver Nebeneffekt: Jeder Hektar
    Kiri bindet etwa 30 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr. “Nach
    zehn Jahren werden dann die ersten Stämme geschlagen
    und verkauft”, sagt Gasparian, die mit einer Ernte von rund
    50 000 Festmetern rechnet. “Die Rendite für die Anleger
    liegt zwischen sechs und zwölf Prozent.” www.we-grow.de

    Vorlaufzeit: ein Jahr

    Rechtsform: GmbH

    Startkapital: 25.000 Euro

    Helfer: ihr Business-Angel

    Ökokaufhaus

    Ob Design, Technik oder Baumaterial –
    Leopold Brötzmann und Anne Rehe setzen
    voll auf Nachhaltigkeit. Seit August
    2009 verkaufen die Berliner in ihrem
    Laden Lilli Green ausschließlich umweltverträgliche
    Produkte. Zum Beispiel
    Tücher aus Biobaumwolle, Plastikbecher
    aus Maisstärke oder Taschen aus alten
    Luftmatratzen. Seit Oktober gehört auch
    ein Onlineshop zum Startup. “Zwischen
    30 und 50 Euro gibt jeder Internetkäufer
    im Durchschnitt aus”, sagt Brötzmann.
    Pro Tag besuchen rund 500 Interessenten
    den Webshop, Tendenz steigend.
    Mehr als 300 Ökoprodukte führt Lilli
    Green bereits, besonders gut gehen Bambusschalen und Solarlichter. “Bis
    jetzt haben wir zum Glück keinen
    Ladenhüter”,
    sagt der 27-jährige Gründer,
    der bereits zwei Mitarbeiter angestellt
    hat. Ob Laden oder Internet – Leopold
    Brötzmann und Anne Rehe wollen
    auf jeden Fall expandieren. Das Blog im
    Internet wird ausgebaut, zudem erscheint
    demnächst regelmäßig ein Onlinemagazin
    mit Interviews, Designerporträts
    und jeder
    Menge Informationen
    zu Ökothemen. Daneben sind auch
    Filialen
    in anderen deutschen Städten
    geplant. www.lilligreenshop.de

    Vorlaufzeit: vier Monate

    Rechtsform: Einzelunternehmen

    Startkapital: 50.000 Euro

    Helfer: der Gründungspartner

    Methanolmotor

    Brennstoffzellen gelten gemeinhin als
    umweltfreundlich. Doch die meisten
    Varianten
    verwenden Wasserstoff, ein
    Produkt, dessen Herstellung und Speicherung
    sehr aufwendig ist. Die Firma
    Siqens von Volker Harbusch entwickelte
    eine Brennstoffzelle auf Basis von
    Methanol. “Für das Verfahren habe ich
    bereits ein Patent angemeldet”, sagt
    der Münchner Physiker. Einsatz finden
    soll seine Erfindung in Campingwagen,
    auf Segelschiffen und in abgelegenen
    Häusern. Auch Motorroller können mit
    dem Energieträger angetrieben werden.
    “In diesem Segment bietet sich vor
    allem in Asien ein sehr großer Markt”,
    prognostiziert der 39-Jährige. Sein Geschäft:
    Er will einzelne Baugruppen
    und Lizenzen an Hersteller verkaufen.
    www.siqens.de

    Vorlaufzeit: 18 Monate

    Rechtsform: GmbH i. G.

    Startkapital: 800.000 Euro

    Helfer: ein breites Netzwerk von Experten

    Wasser marsch

    Die erste kleine Anlage zur Trinkwasseraufbereitung
    entwickelten die beiden
    Ingenieure Florian Benz und Alexander
    Goldmaier für ihre Diplomarbeit.
    Mittlerweile ist aus dem Projekt die
    Firma
    Autarcon geworden, und Ende
    2009 heimste das Duo für seine Erfindung
    den ersten Preis beim Gründerwettbewerb
    Promotion Nordhessen
    ein. “Unsere Anlage eignet sich vor
    allem
    für dünn besiedelte Regionen, in
    denen es weder Strom noch eine zentrale
    Wasserversorgung gibt”, sagt Goldmaier.
    Das können Gebiete in Afrika
    oder Asien sein, aber auch abgelegene
    Tourismusobjekte. Zudem ist an Katastrophenfälle
    gedacht. Innerhalb von
    zehn Stunden werden bis zu 4000 Liter
    sauberes Wasser produziert. Ein weiterer
    Pluspunkt: Die Anlage hat eine
    eigene
    Fotovoltaik-Stromquelle. Eine
    Anlage wird zurzeit in Burkina Faso
    errichtet,
    bis Ende 2010 folgen weltweit
    mindestens 50 weitere.
    www.autarcon.com

    Vorlaufzeit: ein Jahr

    Rechtsform: GmbH

    Startkapital: 25.000 Euro

    Helfer: Thomas Köbberling, Betranet

    Solarzelle light

    Ende 2009 prasselte ein wahrer Geldregen
    auf die junge Firma Heliatek:
    18 Millionen Euro Kapital sammelte das
    Dresdner Startup ein, das organische Solarzellen
    herstellen will. “Mit dem Geld
    werden wir unsere erste Produktionsanlage
    in Dresden aufbauen”, sagt Geschäftsführer
    Andreas Rückemann. Fast
    drei Jahre lang hat er zusammen mit
    Martin Pfeiffer an der Entwicklung der
    Solarzellen gearbeitet. Der große Vorteil
    gegenüber den herkömmlichen Varianten:
    Das Heliatek-Produkt ist günstiger,
    leichter und flexibler. Die Solarmoleküle
    befinden sich auf einer biegsamen Plastikfolie,
    die aufgeklebt wird. Diese Technologie
    hat sich die Firma patentieren
    lassen. “Anfragen von großen Kunden
    haben wir bereits jetzt schon”, sagt
    Rückemann. www.heliatek.com

    Vorlaufzeit: drei Jahre

    Rechtsform: GmbH

    Startkapital: 50.000 Euro

    Helfer: Investoren wie BASF, Bosch, RWE

    Energiemesser

    Christoph Bock entschied sich Ende
    2008 dafür, seinen Kunden das Energiesparen
    zu erleichtern. Seitdem entwickeln
    sieben Programmierer eine Internetsoftware,
    mit deren Unterstützung
    Privatleute oder kleine Unternehmen
    ihren Energieverbrauch bequem per
    Mail, SMS oder App erfassen können.
    “Eine grafische Auswertung und der
    Vergleich mit anderen Verbrauchern
    helfen, den eigenen Strombedarf einzuschätzen”,
    sagt Bock. Die Grundversion
    des Econitor-Produkts ist für Nutzer kostenlos.
    Wer den Verbrauch von mehreren
    Objekten kontrollieren will, zahlt
    5,95 Euro im Monat. Im nächsten Schritt
    will der Berliner die Erfassung der Zählerstände
    automatisieren: Ein digitales
    Messgerät sendet dann die Werte an
    Econitor. www.econitor.de

    Vorlaufzeit: acht Monate

    Rechtsform: GmbH

    Startkapital: 75.000 Euro

    Helfer: sein engagiertes Team

    Logistik und Verkauf

    Schnee zu jeder Jahreszeit

    Roland Ziegaus veranstaltet Winter-Events. Auf Schnee ist er
    dabei nicht mehr angewiesen, seit etwa einem Jahr setzt er auf
    Schneematten aus Kunststoff. “Um eine Rampe mit den Matten
    auszulegen, benötigen wir nur einen Tag Vorlaufzeit”, sagt
    Ziegaus. Die Kosten: pro Quadratmeter zirka 80 Euro im Verkauf
    beziehungsweise 18 Euro bei Vermietung. Mit dem großen
    Durchbruch für Snow4season rechnet er spätestens zur
    Ski-WM im Februar 2011 in Garmisch-Partenkirchen. “Im Vorfeld
    werden viele Wintersportausrüster und Gemeinden Ski-
    Events durchführen wollen.” www.snow4season.com

    Vorlaufzeit: rund neun Monate

    Rechtsform: Einzelunternehmen

    Startkapital: unter 10.000 Euro

    Helfer: die Coaches beim
    Businessplan-Wettbewerb

    Private Frachten

    Ein Blick in die USA brachte Jan Rösner
    auf seine Geschäftsidee Shipbids: eine
    Onlinebörse, in der Privatpersonen
    Frachten einstellen können. Den Aufrag
    erhält die Spedition mit dem niedrigsten
    Angebot. Drei Jahre nach dem Start
    zählt Rösner auf seinem Portal bis zu
    1000 Besucher täglich. Mehr als 2000
    Frachtunternehmen sind bei ihm registriert.
    “Pro Tag werden etwa ein Dutzend
    Fahrten mit einem Durchschnittsvolumen
    von 150 Euro ausgeschrieben”, sagt
    der Berliner. Ein guter Zeitpunkt also,
    um Gebühren einzuführen. Während
    das Portal für Versender nach wie vor
    gratis ist, zahlen Speditionen jetzt für
    jeden Auftrag sechs Prozent Provision
    an Rösner. Darüber hinaus bietet der
    Gründer den Profis nun auch kostenpflichtige
    Premiumdienste an. Etwa eine
    automatische Benachrichtigung bei passenden
    Angeboten. www.shipbids.de

    Vorlaufzeit: acht Monate

    Rechtsform: GmbH

    Startkapital: 70.000 Euro

    Helfer: das dreiköpfige Gründerteam und die
    ersten Mitarbeiter

    Günstige Schiffspassagen

    Bis zum Oktober 2008 konnten die Seefrachtunternehmen
    auf Konferenzen
    selbst festlegen, wie hoch die Frachtzuschläge
    für internationale Containertransporte
    ausfallen sollten. Doch die
    Europäische Kommission intervenierte,
    und Reedereien und Speditionen mussten
    fortan bei jedem einzelnen Transport
    anfragen, was die Frachten im Detail
    kosten. “Ein sehr aufwendiges und
    intransparentes Verfahren, zumal sich
    die Sätze fast monatlich ändern”, sagt
    Hilke von Appen. Sie entwickelte die
    Onlinedatenbank Vatosline, die mit lediglich
    zwei Mausklicks zum richtigen
    Preis führt. Um immer auf dem aktuellsten
    Stand zu sein, hat von Appen bereits
    einen Mitarbeiter angestellt. Weitere Neueinstellungen sollen in absehbarer
    Zeit folgen. www.vatosline.de

    Vorlaufzeit: zehn Monate

    Rechtsform: Unternehmergesellschaft

    Startkapital: 40.000 Euro

    Helfer: die Initiative
    Netzwerk Hamburg@work

    Service rund ums Auto

    Ob Neukauf, Verkauf, Schadensmeldung
    oder Reparaturen – die Firma Car
    Advisor
    von Dean Aquino kümmert sich
    um alle Details. So ermittelt der Wuppertaler
    im Auftrag seiner Kunden zum
    Beispiel ab 99 Euro den aktuellen Marktwert
    eines Wagens, erstellt Fotos und
    schaltet eine Verkaufsannonce in den
    gängigen Suchmaschinen. Dass er für
    seinen Auftraggeber einen guten Preis
    erzielt, liegt in seinem eigenen Interesse:
    Er erhält bis zu acht Prozent Provision.
    Darüber hinaus kümmert sich der
    34-Jährige auch um lästige Zulassungsmodalitäten
    eines neuen Fahrzeugs: Er
    besorgt alle notwendigen Dokumente,
    reserviert das Wunschkennzeichen, erledigt
    den Gang zum Straßenverkehrsamt
    und bringt das neue Nummernschild
    an. Kosten für diesen Service:
    29 Euro. Vor drei Jahren startete Aquino,
    nun hat er sich mit einem Partner
    zusammengetan,
    der sich auf Dienstleistungen
    im Luxuswagensegment konzentriert.
    www.caradvisor.de

    Vorlaufzeit: wenige Monate

    Rechtsform: Einzelunternehmer

    Startkapital: 10.000 Euro

    Helfer: die Familie

    Die Radspezialisten

    Christian Hefter und Franz Mayer entwickeln
    und verkaufen Mountainbikes.
    Das Besondere an ihren Rädern ist der
    Rahmen, in den eine Tasche integriert
    werden kann. “Das ist bequemer, als
    mit dem Rucksack auf dem Rücken zu
    fahren”, sagt Mayer. Ab 1100 Euro kostet
    ein Additive Bike, dessen Einzelteile
    nach Kundenwunsch zusammengestellt
    werden. Um den Bekanntheitsgrad
    der kleinen Chiemgauer Firma zu steigern,
    kooperiert das Gründerduo mit
    den ansässigen Tourismusverbänden:
    Hotels, Pensionen und Gasthäuser rund
    um den Chiemsee können jetzt Additive-
    Räder für ihre Gäste leihen. Die Kosten:
    eine Pauschale von 15 Euro täglich
    inklusive Vollkaskoversicherung und
    Pannenservice. Und auch bei dieser Offerte
    setzt der junge Betrieb auf Zusatzservices:
    zum Beispiel die schönsten
    Radtouren der Region zum Download
    aufs Handy oder als Ausdruck.
    www.additive-bikes.com

    Vorlaufzeit: ein Jahr

    Rechtsform: GmbH

    Startkapital: mehr als 100.000 Euro

    Helfer: Empfehlungen von Kunden

    Videoshopping

    Das Hamburger Startup Cavi kombiniert
    Webvideos und Internetshopping.
    “Schaut sich ein Nutzer den neuesten
    Clip seiner Lieblingsband an, kann er zu
    sämtlichen Produkten, die er sieht, online
    Informationen abrufen und diese
    direkt kaufen”, beschreibt Dominik Reisig
    die Geschäftsidee. Dabei muss der
    Kunde die aufgerufene Site mit dem
    Film nicht einmal verlassen – der Onlineshop
    öffnet sich in einem separaten
    Pop-up-Fenster. Die Zielgruppe der
    Hamburger ist groß: ob Musik-, Sport-,
    Mode- oder auch Kochvideos – “wir
    können
    jeden Webshop anbinden”, sagt
    Reisig. Das Konzept überzeugte zahlreiche
    Investoren, darunter den High-Tech
    Gründerfonds, die KfW Bankengruppe
    und die Venture-Capital-Gesellschaft
    Kalmund Capital. Expansion ist bereits
    in Planung. www.cavi.tv

    Vorlaufzeit: 2,5 Jahre

    Rechtsform: GmbH

    Startkapital: 500.000 Euro

    Helfer: die Investoren und Gesellschafter

    Gesundheit

    Praxis für kleine Angsthasen

    “Wir sind eine der wenigen Zahnarztpraxen für Kinder
    in den
    neuen Bundesländern”, sagt Rebecca Otto. Die 30-jährige Jenaerin
    hat sich mit diversen Zusatzausbildungen – etwa Kinder- und
    Jugendzahnheilkunde, Kinderhypnose – auf kleine Angsthasen
    spezialisiert. Der Erfolg spricht sich herum: Die Kinder kommen
    aus Nordbayern, Sachsen, Sachsen-Anhalt
    und Thüringen zu ihr.
    In den nächsten Jahren will Otto noch zwei weitere Kollegen in
    ihre 400 Quadratmeter große Praxis aufnehmen. www.kinderzahnaerztin-otto.com

    Vorlaufzeit: acht Monate

    Startkapital: mehr als 200.000 Euro

    Rechtsform: GmbH

    Helfer: MGM-Management

    Mobile Prothesen

    Josef Dobler hat alles in seinem umgebauten
    Transporter: Regale für Werkzeuge
    und Ersatzteile, eine kleine Werkbank,
    eine Nähmaschine. Das Beste
    daran: “Ich könnte alles in nur wenigen
    Minuten zerlegen und in einen anderen
    Wagen gleicher Bauart verstauen”, sagt
    der 42-Jährige. Der Orthopädiemechaniker
    bietet seit rund einem Jahr einen
    Heimservice für Prothesen und Bandagen
    an. “Für viele Kunden ist der Weg
    zu meinem Laden wegen ihrer Behinderung
    zu beschwerlich”, sagt er. Sein
    Einsatzgebiet:
    rund um Rosenheim.
    www.d-j-o.de

    Vorlaufzeit: mehrere Monate

    Rechtsform: Einzelunternehmer

    Startkapital: 36.000 Euro

    Helfer: der Vater

    Molekülen auf der Spur

    Wird eine Flüssigkeit mit einem Infrarotlaser
    lokal aufgeheizt, so geraten die
    heißen Moleküle darin in Bewegung.
    Dies lässt sich messen – mit einem Gerät,
    das die beiden Naturwissenschaftler
    Stefan Duhr und Philipp Baaske entwickelt
    haben. Ein Business-Angel investiert
    in das Projekt der Münchner
    Gründer, sodass ihre junge Firma Nanotemper
    Technologies
    bereits die erste
    Kleinserie
    an Messgeräten bauen und an
    ausgewählte Kunden verkaufen konnte.
    Forschungseinrichtungen und Pharmaindustrie
    interessieren sich dafür. Das
    Ziel: “Der weltweite Vertrieb, vielleicht
    wird die Nanotemper-Methode ja einmal
    globaler Standard für die Biomolekülanalyse”,
    sagt Duhr.
    www.nanotemper.de

    Vorlaufzeit: zwei Jahre

    Rechtsform: GmbH

    Startkapital: unter einer Million Euro

    Helfer: ihr Business-Angel

    Kochbuch für Veganer

    Die Grundlage für ihr Geschäft schuf
    Irina
    Itschert schon zu Schulzeiten. “Ich
    habe für eine Freundin nach einem
    Käsekuchenrezept
    ohne Milch und Ei
    gesucht”, sagt die 28-Jährige. Der Interessentenkreis
    für cholesterin- und laktosefreies
    Essen wurde rasch größer, und
    im Studium baute sie zusammen mit
    dem Informatiker Malte Clasen ein Onlineportal
    auf und gründete die Firma
    Clasoft. Rund 450 Rezepte und mehr
    als 1300 Produkte für Veganer sind gelistet.
    Mehr als 200 000-mal wird ihre
    Website derzeit pro Monat aufgerufen.
    Tendenz steigend. Mit Büchertipps, Berichten
    und einem Blog will Itschert
    jetzt für zusätzliche Besucher sorgen.
    www.rezeptefuchs.de

    Vorlaufzeit: ein Jahr

    Rechtsform: GmbH

    Startkapital: 25.000 Euro

    Helfer: alle Nutzer, die Tipps liefern

    Virtueller Trainer

    Keine Zeit fürs Fitnessstudio? Wer dennoch
    Lust auf Bewegung hat, sich aber
    allein nicht aufraffen kann, findet demnächst
    im Web Ansprache von einem
    Personal Trainer. Für zehn Euro im Monat
    erstellt die Firma Hörsport von Tim
    Bärmann einen individuellen Trainingsplan
    mit detaillierten Übungen und liefert
    ihn als Podcast im MP3-Format.
    Das
    Hörergebnis
    klingt wie beim Besuch eines
    echten Fitnesskurses. “Der Sportler
    soll denken, dass der Trainer tatsächlich
    neben ihm steht – das motiviert einfach
    stärker”, sagt der Berliner Gründer. Derzeit
    befindet sich der Audiotrainer noch
    in der Testphase, ab Spätsommer soll das
    Angebot stehen. “Mittelfristig erwarten
    wir etwa 20 000 Abonnenten”, sagt Bärmann.
    Kooperationen
    mit Krankenkassen,
    Vertriebsgesellschaften von Wellness-
    und Nahrungsprodukten sowie mit
    großen Unternehmen, die ihre Mitarbeiter
    zu Sport anhalten wollen, sind in Vorbereitung.
    www.hoersport.de

    Vorlaufzeit: zehn Monate

    Rechtsform: GmbH

    Startkapital: 120.000 Euro

    Helfer: Beuth-Hochschule Berlin

    Übersetzer für Gehörlose

    Für Gehörlose sind Behördengänge eine
    aufwendige Angelegenheit. Um kommunizieren
    zu können, sind sie auf fremde
    Hilfe angewiesen. Doch Gebärdendolmetscher
    kosten bis zu 90 Euro pro Einsatz.
    Leichter geht es jetzt bei der Stadt
    Bonn: Der Gehörlose stellt per Webcam
    seine Frage in Gebärdensprache. Die Firma
    Sqat von Ralph Raule übersetzt,
    transferiert die Antwort des Amtes in Gebärdensprache
    in ein Video und schickt
    es per Mail an den Fragenden. Neben Behördengängen
    kann sich Raule – selbst
    gehörlos – auch andere Anwendungen
    vorstellen, etwa Onlinegebrauchsanweisungen.
    Die Auftraggeber
    zahlen einen
    Paketpreis: bei zwei Jahren Laufzeit und
    rund 1000 Übersetzungen etwa 12,50
    Euro pro Vorgang. www.sqat.eu

    Vorlaufzeit: zwei Monate

    Rechtsform: GmbH

    Startkapital: 13.000 Euro

    Helfer: Internetagentur Mutantbrains

    • Quelle: impulse
    • Copyright: impulse
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