Gründung Ein Platz in der Nische

Mit einer originellen Idee, Kontakten und Kapital haben Gründer gute Chancen, ins Geschäft zu kommen. gründerzeit stellt 36 Unternehmer vor, die den Schritt in die Selbstständigkeit erfolgreich bewältigt haben.

Für die optimale Bildung ihrer Sprösslinge
greifen Eltern hierzulande gern tief
ins Portemonnaie. Eine Studie der Bertelsmann
Stiftung zeigt: Allein für Nachhilfe
werden in Deutschland bis zu 1,5
Milliarden Euro jährlich ausgegeben –
Tendenz steigend. Mit ihrem dreisprachigen
Edelkindergarten liegt Unternehmerin
Reimers deshalb voll im Trend.
Das gilt ebenso für die stark wachsenden
Märkte Gesundheit, Umwelt, Logistik
sowie Kommunikation und natürlich
alles rund ums Internet.

Wer dort mit seiner
Firma eine vielversprechende Nische
besetzt, hat gute Aussichten auf einen Erfolg.
Das zeigen die weiteren Gründer,
die gründerzeit mit ihren Geschäftsideen vorstellt: Ob es
ein Personal Trainer im MP3-Format ist
oder eine Wasseraufbereitungsanlage,
die mit Sonnenenergie arbeitet.

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Bildung

Biokost für Schüler

Wie kriegt man Schüler dazu, freiwillig
Gemüse zu essen? „Indem man es versteckt“,
sagt Harald Hoppe. Das gelingt
ihm offenbar gut, denn täglich essen
Tausende von Schülern und Kindergartenkindern
seine vollwertigen Nudeloder
Wokgerichte. Hoppes Cateringunternehmen
Biond profitiert davon,
dass immer mehr Bildungseinrichtungen
ganztägig geöffnet sind und einen
Mittagstisch anbieten müssen. Vor einigen
Jahren begann der Unternehmer,
Biosnacks in einem Imbiss anzubieten.
Bald verkaufte er 150 Mahlzeiten am
Tag, und eine erste Schule meldete Interesse
an. www.bio-catering.de

Vorlaufzeit: ein Jahr

Rechtsform: GmbH

Startkapital: 25.000 Euro

Helfer: Vermögensakademie

Coaching für Wissenschaftler

Forscher müssen heute nicht nur tüfteln
und lehren, sondern auch Institute leiten
und in internationalen Teams zusammenarbeiten.
Darauf werden sie in
ihrer akademischen Ausbildung jedoch
nicht vorbereitet. Anja Frohnen, promovierte
Soziologin, unterstützt Doktoranden
und Professoren dabei, auch Managementkompetenzen
zu entwickeln.
Ihre Beratungsfirma Impuls Plus startete
sie vor knapp zehn Jahren. Eigentlich
wollte sie mit ihren eigenen Erfahrungen
an der Universität in erster Linie anderen
Doktoranden bei der Karriereplanung
helfen. Mittlerweile berät sie wegen
der großen Nachfrage hauptsächlich
Wissenschaftler in Managementfragen.
www.impulsplus.com

Vorlaufzeit: ein Jahr

Rechtsform: Einzelunternehmen

Startkapital: 10.000 Euro

Helfer: Stiftung der Deutschen Wirtschaft

Lehrerbörse

Es ist die Sorge jedes Schulleiters: Die
Ferien sind vorbei, alle Schüler zur
Schule gekommen, aber es fehlen Lehrer.
Früher hat die Schulbehörde sich
um Vertretungskräfte gekümmert. Seit
2007 müssen die Schulleiter selbst für
Ersatz sorgen. Jörg Köbke hat daraus
ein Geschäftsmodell gemacht. Mit seiner
Firma Lehrcare vermittelt er Vertretungs-
und Projektkräfte für Schulen in
ganz Deutschland. Etwa 4500 Lehrer
und Studenten haben sich auf seiner Internetseite
bereits
registriert. Köbke verkauft
das Zugangsrecht zu dieser Datenbank
und verdient an jeder erfolgreichen
Vermittlung. www.lehrcare.de

Vorlaufzeit: sechs Monate

Rechtsform: GmbH

Startkapital: 60.000 Euro

Helfer: Wali Consulting

Kita de luxe

Susann Reimers erlebte bei ihrem früheren
Arbeitgeber viele Kolleginnen, die
auf Kinder verzichteten, weil sie nicht auf
ausreichende Betreuungsmöglichkeiten
bauen konnten. Oder die den Nachwuchs
mit schlechtem Gewissen in Einrichtungen
brachten, die nicht ihrem Qualitätsanspruch
entsprachen. Reimers sah eine
Marktlücke: Kitas mit führungskraftfreundlichen
Öffnungszeiten, die ihren
kleinen Gästen mehr bieten als Spielen
und Verwahren. Elly & Stoffl wendet sich
von den Leistungen und Preisen her
vor allem an gut verdienende Managerinnen.
www.ellyundstoffl.de

Vorlaufzeit: 21 Monate

Rechtsform: GmbH

Startkapital: 295.000 Euro

Helfer: Förderbank Bayern,
Bayerische Beteiligungsgesellschaft

Nachhilfe im Netz

Statt für eine Matheklausur zu büffeln,
setzte sich Stephan Bayer im Sommer
2007 vor seine neue Webcam und erklärte
einem unsichtbaren Publikum das
totale Differential. Das kleine Video
stellte er online und verschickte es an
Freunde. Die Resonanz war so gut, dass
Bayer sein Studium schmiss und wenige
Monate später den Sofatutor startete:
Prüfungsrelevanter Lernstoff wird in
kurze Erklärvideos verpackt und online
angeboten. Lehrer, Studenten und Schüler
produzieren die Filme, Nutzer zahlen
dafür monatlich ab acht Euro, die
Einnahmen werden mit den Videoproduzenten
geteilt. www.sofatutor.com

Vorlaufzeit: sieben Monate

Rechtsform: GmbH

Startkapital: 100.000 Euro

Helfer: Business-Angels

Labor für Kinder

Wo ist überall Luft? Nicht alle Eltern haben
auf solch eine Frage ihrer Kinder
eine gute Antwort. Auch Heike Schettler
und Sonja Stuchtey nicht. Aber sie fanden
eine Lösung.
Die Chemikerin und
die Unternehmensberaterin entwickelten
Kurse, in denen Kinder sich spielend
naturwissenschaftliches
Verständnis aneignen
können. Die Gründerinnen von
Science-Lab schulen Erzieherinnen
und Lehrer und bilden bundesweit
Kursleiter aus, die dann unter dem Label
Science-Lab Kurse geben. Kosten
pro Kind: 140 Euro. Von den Einnahmen
gehen bis zu 15 Prozent an das
Unternehmen. www.science-lab.de

Vorlaufzeit: sechs Monate

Rechtsform: GmbH

Startkapital: 25.000 Euro

Helfer: Partner und Familie

Kommunikation

Keine Berührungsängste

Ob Tische, Wände oder Böden – Matthias Waggon und Johannes
Ryks verwandeln alle Flächen in eine bunte interaktive Multimediawelt,
die sich steuern lässt. „Unser System reagiert nicht nur auf Berührungen,
sondern auch auf Bewegungen ohne direkten Kontakt“,
sagt Waggon. Multimotion nennen die Gründer der Eyefactive
GmbH
dieses Phänomen. Das Startup, eine Ausgründung der Fachhochschule
Wedel, erstellte bisher überwiegend individuelle Anwendungen.
Ein fünf Quadratmeter großer Tisch kostet zwischen 30 000
und 40 000 Euro. Künftig soll es jedoch auch Standardangebote geben,
die günstiger sind: inklusive individuellem Firmenlogo rund
1000 Euro. www.eyefactive.de

Vorlaufzeit: ein Jahr

Rechtsform: GmbH

Startkapital: 22.000 Euro

Helfer: Fachhochschule Wedel

Bei Verlust Alarm

Bürohandy, privates Handy, PDA, Laptop
– da verliert man schnell den Überblick,
ob noch alles da ist. Andreas Pirali
und Thomas Hochmann haben die Geräteverlustsicherung
Phonetec entwickelt.
Die mobilen Geräte werden per
Funk zusammengeschaltet. Regelmäßig
sendet eine Software ein Signal aus und
überprüft, ob noch alle Komponenten inMasder
Nähe sind. Sobald ein Gerät sich
nicht zurückmeldet, etwa weil es im
Auto liegen geblieben ist, schlägt das
System Alarm. In einer Umgebung, in
der das Diebstahlrisiko höher ist, findet
der Abgleich häufiger statt. Das erkennt
die Software beispielsweise am steigenden
Lärmpegel der Umgebung. Die Verlustabsicherung
wird über das Internet
verkauft. www.phonetec.de

Vorlaufzeit: zwei Jahre

Rechtsform: GmbH

Startkapital: 25.000 Euro

Helfer: Netzwerk Promotion Nordhessen
und Uni-Kassel-Transfer

Weltweites Outsourcing

Gunnar Berning und seine Gründerkollegen
Maria Lindinger und Thomas
Jajeh vermitteln auf dem Internetportal
Twago weltweit Aufträge an Dienstleister,
etwa Software- und Webprogrammierer,
Grafiker, Designer und Übersetzer.
Das funktioniert so: Die Kunden
stellen einen Auftrag ins Internet. Auf
der Basis der genannten Anforderungen
filtert Twago automatisch die geeigneten
Dienstleister heraus. „Jede Firma
entscheidet selbst, ob sie einen Dienstleister
in der Nähe beauftragt oder das
günstigste Angebot annimmt“, sagt
Berning. Der Service ist für die Auftraggeber
gratis, Twago erhält eine Provision
vom vermittelten Dienstleister.
www.twago.com

Vorlaufzeit: fünf Monate

Rechtsform: GmbH

Startkapital: 100.000 Euro

Helfer: Kunden, die Verbesserungsvorschläge
einbringen

Individuelle Reiseführer

Das Schweizer Startup Audiotours von
Christopher Prinz und Christopher Jenni
entwickelt Hörführer für Sehenswürdigkeiten.
Je nach Standort der Person werden
verschiedene Informationen und
Geschichten an das Mobiltelefon oder
das iPhone übertragen. Professionelle
Sprecher gestalten die einzelnen Touren,
bei Bedarf sind sogar Studioaufnahmen
inklusive Musikeinspielungen möglich.
Die Audiotouren eignen sich auch
für Betriebs- oder Baustellenbesichtigungen,
werden dann aber weniger aufwendig
produziert. Kosten: ab 100 Euro
pro Minute. Das Duo will jetzt den Massentourismus erobern: Demnächst finden
auf dem Bielersee in der Schweiz
Schiffstouren mit akustischer Unterstützung
statt. www.audiotours.ch

Vorlaufzeit: 18 Monate

Rechtsform: GmbH

Startkapital: 70.000 Euro

Helfer: der Lieferant der GPS-Geräte

Der Handytreff

Ein Netzwerk zum Herumtragen hat Roman
Hänsler mit sieben Gründerkollegen
ins Leben gerufen. Wer bei Aka Aki
Networks
registriert ist, findet per Handy
immer Gleichgesinnte in seiner Nähe.
So können sich zum Beispiel Fans einer
Musikgruppe auf einem Konzert treffen.
Der Service ist kostenlos und begeistert
schon mehr als 500 000 Nutzer in
Deutschland, Österreich und der
Schweiz. Das mittelfristige Ziel des Startups:
„Wir wollen in Japan und irgendwann
auch in den USA unseren Service
anbieten.“ www.aka-aki.com

Vorlaufzeit: neun Monate

Rechtsform: GmbH

Startkapital: 50 000 Euro

Helfer: Investoren wie Creathor Venture, die
neben Kapital auch betriebswirtschaftliches
Know-how einbrachten

Gratis telefonieren

Michael Knecht und Martin Feuerhahn
sind passionierte Internet-Telefonierer.
Die beiden Gründer von C2Call nutzen
dafür ihren selbst entwickelten Friendcaller,
der anders als etwa Skype ohne
zusätzliche Software funktioniert. Die
Verbindung wird aus jedem herkömmlichen Webbrowser heraus per Mausklick
gestartet. Die Telefonate zwischen registrierten
Nutzern sind kostenlos, wenn
sie auf einem PC oder iPhone landen.
Für Gespräche in ein Telefonnetz fallen
Gebühren an. Demnächst will C2Call
auch SMS-Versand und Konferenzschaltungen
anbieten sowie das Betriebssystem
Android von Google unterstützen.
Für die Expansionspläne gab es bereits
Geld vom High-Tech Gründerfonds.
www.friendcaller.com

Vorlaufzeit: 18 Monate

Rechtsform: GmbH

Startkapital: rund 200.000 Euro

Helfer: der iTunes App Store von Apple, dort
war Friendcaller vor den Wettbewerbern zu
finden

Internet

Karaoke global

Seit Jahren ist Karaoke ein gängiger Partyspaß. Doch warum sein Talent nur im
kleinen Kreis präsentieren? So etwas geht doch auch online: Bei www.mikestar.
com
stehen rund 1000 Songs zur Auswahl. Mehr als 100 000 registrierte Nutzer
nehmen dort ihre Gesangsproben auf und lassen ihr Musikvideo von der Internetwelt
bewerten. „Bei uns kann man sogar im Wettbewerb gegen andere Sänger
antreten“, sagt Gründer Monte Miersch. Die Geschäftsidee von Miersch und Kollege
Joachim Penk überzeugte nicht nur Business-Angels, sondern auch den High-Tech
Gründerfonds. Das Angebot ist bislang kostenlos, soll aber mittelfristig gegen eine
monatliche Nutzungsgebühr offeriert werden. www.mikestar.com

Vorlaufzeit: sechs Monate

Rechtsform: GmbH

Startkapital: 100.000 Euro

Helfer: Burkhardt Funk, Coach

Sprachtalent

Das Übersetzungsbüro Tolingo ist rund
um die Uhr geöffnet. „In unserem Pool
von mehr als 2500 zertifizierten Übersetzern
kann jeder Text innerhalb von
24 Stunden bearbeitet werden“, sagt
Firmenchef Roman Reimer. Rund 220
Sprachkombinationen in 26 Fachrichtungen
bietet er mit Firmengründer
Hanno von der Decken an. Schon im
zweiten Geschäftsjahr zählten die
Unternehmer
rund 12 000 Aufträge,
hauptsächlich von Firmenkunden. Die
Venture-Capital-Gesellschaft Neuhaus
Partners und die KfW unterstützen das
Startup. www.tolingo.de

Vorlaufzeit: 18 Monate

Rechtsform: GmbH

Startkapital: 25.000 Euro

Helfer: das Gründerteam

Regionales Wirtschaftsportal

Internet und mittelständische Unternehmen,
das sei ein Widerspruch in sich,
findet Timo Wildenhain: „Das Web ist
global – die meisten Firmen sind aber
nur regional tätig.“ Zusammen mit Jan-
Christopher Breuel will er den Gegensatz
nun überbrücken. Die Site Townworks
ist ein Wirtschaftsportal, das
Privat- und Geschäftskunden in Ballungsräumen
miteinander verbindet.
Die Teilnehmer müssen sich registrieren
und zahlen eine monatliche Gebühr von
fünf Euro. Anders als das herkömmliche
Branchenbuch unterstützt Townworks
die Vertragsparteien bei der Auswahl,
sodass Auftraggeber und -nehmer
schneller zueinanderfinden. Das Portal
ist im Februar mit Hamburg gestartet
und will in den kommenden Monaten
bundesweit als Franchisesystem expandieren.
www.townworks.de

Vorlaufzeit: zwei Jahre

Rechtsform: GmbH

Startkapital: 25.000 Euro

Helfer: die Tester in der Betaphase

Webcam-Fotos

Fotos für Ausweise und Pässe schießen
die Kunden von Click your pic zu Hause
vor der Webcam. „Mit drei Mausklicks
erhält hier jeder sein eigenes Foto – auch
ein biometrisches Exemplar für den Reisepass“,
sagt Gründer Konstantin Kutzer.
Zwölf Bilder gibt es bei ihm für
5,80 Euro inklusive Versandkosten, erheblich
billiger als im Fotoladen. Obwohl
er bislang kaum Werbung machte, registriert
er bis zu 3000 Besucher pro Monat.
Demnächst will der 23-Jährige vollends
durchstarten. Er steht in Verhandlung
mit diversen Krankenkassen: „Auf der
geplanten Gesundheitskarte sind Fotos
der Versicherten vorgesehen.“ Weitere
Expansionsmöglichkeiten bieten große
Firmen mit Betriebsausweisen.
www.clickyourpic.de

Vorlaufzeit: sechs Monate

Rechtsform: Unternehmergesellschaft

Startkapital: 10.000 Euro

Helfer: Jürgen Faltin, FU Berlin

Online-Beurteilungen

Internet und Personalarbeit gehören für
Eva und Manfred Spatz untrennbar zusammen.
Schon die Suche nach geeigneten
Fachkräften führt ins Web – warum
nicht auch die Beurteilung der
einzelnen Personen. Bei Ask4feedback
können Nutzer ein individuelles Profil
anlegen und beliebig viele Besucher aus
ihrem Unternehmen, Freundes- oder
Bekanntenkreis zur Bewertung einladen.
So erhalten sie beziehungsweise
ihre Vorgesetzten ein realistisches Bild
über ihre persönlichen Stärken und
Schwächen. Derzeit wird die Internetbeurteilung
nur ausgewählten Betrieben
und Personalberatern in der Betaversion
angeboten. Doch spätestens Ende 2010
ist die Offerte allen Interessierten zugänglich.
www.ask4feedback.de

Vorlaufzeit: drei Jahre

Rechtsform: GmbH i. G.

Startkapital: 150.000 Euro

Helfer: der Gründerwettbewerb

Werbung im Webradio

Mehr als 2000 Internetradiosender gibt
es derzeit in Deutschland, wer überleben
will, ist auf Werbung angewiesen.
Matthias Mroczkowski und Thomas
Rogg vermitteln Spots, die vor allem 20-
bis 29-Jährige erreichen sollen. Eine Kooperation
mit einem Wettbewerber aus
dem klassischen Radiosegment brachte
das Geschäft in Schwung, und die junge
Firma Audimark konnte dank des erfahrenen
Geschäftspartners wichtige
Kontakte knüpfen. Inzwischen lassen
mehr als 100 Webradios ihre Werbezeiten über das Startup vermarkten, Konzerne
wie Mazda und Universal Music
Group gehören zu den Kunden. Mit Venture-
Capital in sechsstelliger Höhe sollen
bald der Vertrieb und das Team ausgebaut
werden. www.audimark.de

Vorlaufzeit: ein Jahr

Rechtsform: GmbH

Startkapital: 50.000 Euro

Helfer: ein Berater

Umwelt

Wälder mit Rendite

Bäume anpflanzen, Klima schonen, Geld verdienen – das ist
das Konzept von We Grow. Die Volkswirtin Allin Beatrice
Gasparian und der Agraringenieur Peter Maximilian Diessenbacher
haben einen geschlossenen Anlagefonds über
fünf Millionen Euro aufgelegt und investieren das Geld in
Wälder. Demnächst sollen in Niedersachsen,
Sachsen-Anhalt
und dem Rheinland mehr als 100 Hektar Kiri angepflanzt
werden, ein schnell wachsender asiatischer Baum
mit guter Holzqualität. Positiver Nebeneffekt: Jeder Hektar
Kiri bindet etwa 30 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr. „Nach
zehn Jahren werden dann die ersten Stämme geschlagen
und verkauft“, sagt Gasparian, die mit einer Ernte von rund
50 000 Festmetern rechnet. „Die Rendite für die Anleger
liegt zwischen sechs und zwölf Prozent.“ www.we-grow.de

Vorlaufzeit: ein Jahr

Rechtsform: GmbH

Startkapital: 25.000 Euro

Helfer: ihr Business-Angel

Ökokaufhaus

Ob Design, Technik oder Baumaterial –
Leopold Brötzmann und Anne Rehe setzen
voll auf Nachhaltigkeit. Seit August
2009 verkaufen die Berliner in ihrem
Laden Lilli Green ausschließlich umweltverträgliche
Produkte. Zum Beispiel
Tücher aus Biobaumwolle, Plastikbecher
aus Maisstärke oder Taschen aus alten
Luftmatratzen. Seit Oktober gehört auch
ein Onlineshop zum Startup. „Zwischen
30 und 50 Euro gibt jeder Internetkäufer
im Durchschnitt aus“, sagt Brötzmann.
Pro Tag besuchen rund 500 Interessenten
den Webshop, Tendenz steigend.
Mehr als 300 Ökoprodukte führt Lilli
Green bereits, besonders gut gehen Bambusschalen und Solarlichter. „Bis
jetzt haben wir zum Glück keinen
Ladenhüter“,
sagt der 27-jährige Gründer,
der bereits zwei Mitarbeiter angestellt
hat. Ob Laden oder Internet – Leopold
Brötzmann und Anne Rehe wollen
auf jeden Fall expandieren. Das Blog im
Internet wird ausgebaut, zudem erscheint
demnächst regelmäßig ein Onlinemagazin
mit Interviews, Designerporträts
und jeder
Menge Informationen
zu Ökothemen. Daneben sind auch
Filialen
in anderen deutschen Städten
geplant. www.lilligreenshop.de

Vorlaufzeit: vier Monate

Rechtsform: Einzelunternehmen

Startkapital: 50.000 Euro

Helfer: der Gründungspartner

Methanolmotor

Brennstoffzellen gelten gemeinhin als
umweltfreundlich. Doch die meisten
Varianten
verwenden Wasserstoff, ein
Produkt, dessen Herstellung und Speicherung
sehr aufwendig ist. Die Firma
Siqens von Volker Harbusch entwickelte
eine Brennstoffzelle auf Basis von
Methanol. „Für das Verfahren habe ich
bereits ein Patent angemeldet“, sagt
der Münchner Physiker. Einsatz finden
soll seine Erfindung in Campingwagen,
auf Segelschiffen und in abgelegenen
Häusern. Auch Motorroller können mit
dem Energieträger angetrieben werden.
„In diesem Segment bietet sich vor
allem in Asien ein sehr großer Markt“,
prognostiziert der 39-Jährige. Sein Geschäft:
Er will einzelne Baugruppen
und Lizenzen an Hersteller verkaufen.
www.siqens.de

Vorlaufzeit: 18 Monate

Rechtsform: GmbH i. G.

Startkapital: 800.000 Euro

Helfer: ein breites Netzwerk von Experten

Wasser marsch

Die erste kleine Anlage zur Trinkwasseraufbereitung
entwickelten die beiden
Ingenieure Florian Benz und Alexander
Goldmaier für ihre Diplomarbeit.
Mittlerweile ist aus dem Projekt die
Firma
Autarcon geworden, und Ende
2009 heimste das Duo für seine Erfindung
den ersten Preis beim Gründerwettbewerb
Promotion Nordhessen
ein. „Unsere Anlage eignet sich vor
allem
für dünn besiedelte Regionen, in
denen es weder Strom noch eine zentrale
Wasserversorgung gibt“, sagt Goldmaier.
Das können Gebiete in Afrika
oder Asien sein, aber auch abgelegene
Tourismusobjekte. Zudem ist an Katastrophenfälle
gedacht. Innerhalb von
zehn Stunden werden bis zu 4000 Liter
sauberes Wasser produziert. Ein weiterer
Pluspunkt: Die Anlage hat eine
eigene
Fotovoltaik-Stromquelle. Eine
Anlage wird zurzeit in Burkina Faso
errichtet,
bis Ende 2010 folgen weltweit
mindestens 50 weitere.
www.autarcon.com

Vorlaufzeit: ein Jahr

Rechtsform: GmbH

Startkapital: 25.000 Euro

Helfer: Thomas Köbberling, Betranet

Solarzelle light

Ende 2009 prasselte ein wahrer Geldregen
auf die junge Firma Heliatek:
18 Millionen Euro Kapital sammelte das
Dresdner Startup ein, das organische Solarzellen
herstellen will. „Mit dem Geld
werden wir unsere erste Produktionsanlage
in Dresden aufbauen“, sagt Geschäftsführer
Andreas Rückemann. Fast
drei Jahre lang hat er zusammen mit
Martin Pfeiffer an der Entwicklung der
Solarzellen gearbeitet. Der große Vorteil
gegenüber den herkömmlichen Varianten:
Das Heliatek-Produkt ist günstiger,
leichter und flexibler. Die Solarmoleküle
befinden sich auf einer biegsamen Plastikfolie,
die aufgeklebt wird. Diese Technologie
hat sich die Firma patentieren
lassen. „Anfragen von großen Kunden
haben wir bereits jetzt schon“, sagt
Rückemann. www.heliatek.com

Vorlaufzeit: drei Jahre

Rechtsform: GmbH

Startkapital: 50.000 Euro

Helfer: Investoren wie BASF, Bosch, RWE

Energiemesser

Christoph Bock entschied sich Ende
2008 dafür, seinen Kunden das Energiesparen
zu erleichtern. Seitdem entwickeln
sieben Programmierer eine Internetsoftware,
mit deren Unterstützung
Privatleute oder kleine Unternehmen
ihren Energieverbrauch bequem per
Mail, SMS oder App erfassen können.
„Eine grafische Auswertung und der
Vergleich mit anderen Verbrauchern
helfen, den eigenen Strombedarf einzuschätzen“,
sagt Bock. Die Grundversion
des Econitor-Produkts ist für Nutzer kostenlos.
Wer den Verbrauch von mehreren
Objekten kontrollieren will, zahlt
5,95 Euro im Monat. Im nächsten Schritt
will der Berliner die Erfassung der Zählerstände
automatisieren: Ein digitales
Messgerät sendet dann die Werte an
Econitor. www.econitor.de

Vorlaufzeit: acht Monate

Rechtsform: GmbH

Startkapital: 75.000 Euro

Helfer: sein engagiertes Team

Logistik und Verkauf

Schnee zu jeder Jahreszeit

Roland Ziegaus veranstaltet Winter-Events. Auf Schnee ist er
dabei nicht mehr angewiesen, seit etwa einem Jahr setzt er auf
Schneematten aus Kunststoff. „Um eine Rampe mit den Matten
auszulegen, benötigen wir nur einen Tag Vorlaufzeit“, sagt
Ziegaus. Die Kosten: pro Quadratmeter zirka 80 Euro im Verkauf
beziehungsweise 18 Euro bei Vermietung. Mit dem großen
Durchbruch für Snow4season rechnet er spätestens zur
Ski-WM im Februar 2011 in Garmisch-Partenkirchen. „Im Vorfeld
werden viele Wintersportausrüster und Gemeinden Ski-
Events durchführen wollen.“ www.snow4season.com

Vorlaufzeit: rund neun Monate

Rechtsform: Einzelunternehmen

Startkapital: unter 10.000 Euro

Helfer: die Coaches beim
Businessplan-Wettbewerb

Private Frachten

Ein Blick in die USA brachte Jan Rösner
auf seine Geschäftsidee Shipbids: eine
Onlinebörse, in der Privatpersonen
Frachten einstellen können. Den Aufrag
erhält die Spedition mit dem niedrigsten
Angebot. Drei Jahre nach dem Start
zählt Rösner auf seinem Portal bis zu
1000 Besucher täglich. Mehr als 2000
Frachtunternehmen sind bei ihm registriert.
„Pro Tag werden etwa ein Dutzend
Fahrten mit einem Durchschnittsvolumen
von 150 Euro ausgeschrieben“, sagt
der Berliner. Ein guter Zeitpunkt also,
um Gebühren einzuführen. Während
das Portal für Versender nach wie vor
gratis ist, zahlen Speditionen jetzt für
jeden Auftrag sechs Prozent Provision
an Rösner. Darüber hinaus bietet der
Gründer den Profis nun auch kostenpflichtige
Premiumdienste an. Etwa eine
automatische Benachrichtigung bei passenden
Angeboten. www.shipbids.de

Vorlaufzeit: acht Monate

Rechtsform: GmbH

Startkapital: 70.000 Euro

Helfer: das dreiköpfige Gründerteam und die
ersten Mitarbeiter

Günstige Schiffspassagen

Bis zum Oktober 2008 konnten die Seefrachtunternehmen
auf Konferenzen
selbst festlegen, wie hoch die Frachtzuschläge
für internationale Containertransporte
ausfallen sollten. Doch die
Europäische Kommission intervenierte,
und Reedereien und Speditionen mussten
fortan bei jedem einzelnen Transport
anfragen, was die Frachten im Detail
kosten. „Ein sehr aufwendiges und
intransparentes Verfahren, zumal sich
die Sätze fast monatlich ändern“, sagt
Hilke von Appen. Sie entwickelte die
Onlinedatenbank Vatosline, die mit lediglich
zwei Mausklicks zum richtigen
Preis führt. Um immer auf dem aktuellsten
Stand zu sein, hat von Appen bereits
einen Mitarbeiter angestellt. Weitere Neueinstellungen sollen in absehbarer
Zeit folgen. www.vatosline.de

Vorlaufzeit: zehn Monate

Rechtsform: Unternehmergesellschaft

Startkapital: 40.000 Euro

Helfer: die Initiative
Netzwerk Hamburg@work

Service rund ums Auto

Ob Neukauf, Verkauf, Schadensmeldung
oder Reparaturen – die Firma Car
Advisor
von Dean Aquino kümmert sich
um alle Details. So ermittelt der Wuppertaler
im Auftrag seiner Kunden zum
Beispiel ab 99 Euro den aktuellen Marktwert
eines Wagens, erstellt Fotos und
schaltet eine Verkaufsannonce in den
gängigen Suchmaschinen. Dass er für
seinen Auftraggeber einen guten Preis
erzielt, liegt in seinem eigenen Interesse:
Er erhält bis zu acht Prozent Provision.
Darüber hinaus kümmert sich der
34-Jährige auch um lästige Zulassungsmodalitäten
eines neuen Fahrzeugs: Er
besorgt alle notwendigen Dokumente,
reserviert das Wunschkennzeichen, erledigt
den Gang zum Straßenverkehrsamt
und bringt das neue Nummernschild
an. Kosten für diesen Service:
29 Euro. Vor drei Jahren startete Aquino,
nun hat er sich mit einem Partner
zusammengetan,
der sich auf Dienstleistungen
im Luxuswagensegment konzentriert.
www.caradvisor.de

Vorlaufzeit: wenige Monate

Rechtsform: Einzelunternehmer

Startkapital: 10.000 Euro

Helfer: die Familie

Die Radspezialisten

Christian Hefter und Franz Mayer entwickeln
und verkaufen Mountainbikes.
Das Besondere an ihren Rädern ist der
Rahmen, in den eine Tasche integriert
werden kann. „Das ist bequemer, als
mit dem Rucksack auf dem Rücken zu
fahren“, sagt Mayer. Ab 1100 Euro kostet
ein Additive Bike, dessen Einzelteile
nach Kundenwunsch zusammengestellt
werden. Um den Bekanntheitsgrad
der kleinen Chiemgauer Firma zu steigern,
kooperiert das Gründerduo mit
den ansässigen Tourismusverbänden:
Hotels, Pensionen und Gasthäuser rund
um den Chiemsee können jetzt Additive-
Räder für ihre Gäste leihen. Die Kosten:
eine Pauschale von 15 Euro täglich
inklusive Vollkaskoversicherung und
Pannenservice. Und auch bei dieser Offerte
setzt der junge Betrieb auf Zusatzservices:
zum Beispiel die schönsten
Radtouren der Region zum Download
aufs Handy oder als Ausdruck.
www.additive-bikes.com

Vorlaufzeit: ein Jahr

Rechtsform: GmbH

Startkapital: mehr als 100.000 Euro

Helfer: Empfehlungen von Kunden

Videoshopping

Das Hamburger Startup Cavi kombiniert
Webvideos und Internetshopping.
„Schaut sich ein Nutzer den neuesten
Clip seiner Lieblingsband an, kann er zu
sämtlichen Produkten, die er sieht, online
Informationen abrufen und diese
direkt kaufen“, beschreibt Dominik Reisig
die Geschäftsidee. Dabei muss der
Kunde die aufgerufene Site mit dem
Film nicht einmal verlassen – der Onlineshop
öffnet sich in einem separaten
Pop-up-Fenster. Die Zielgruppe der
Hamburger ist groß: ob Musik-, Sport-,
Mode- oder auch Kochvideos – „wir
können
jeden Webshop anbinden“, sagt
Reisig. Das Konzept überzeugte zahlreiche
Investoren, darunter den High-Tech
Gründerfonds, die KfW Bankengruppe
und die Venture-Capital-Gesellschaft
Kalmund Capital. Expansion ist bereits
in Planung. www.cavi.tv

Vorlaufzeit: 2,5 Jahre

Rechtsform: GmbH

Startkapital: 500.000 Euro

Helfer: die Investoren und Gesellschafter

Gesundheit

Praxis für kleine Angsthasen

„Wir sind eine der wenigen Zahnarztpraxen für Kinder
in den
neuen Bundesländern“, sagt Rebecca Otto. Die 30-jährige Jenaerin
hat sich mit diversen Zusatzausbildungen – etwa Kinder- und
Jugendzahnheilkunde, Kinderhypnose – auf kleine Angsthasen
spezialisiert. Der Erfolg spricht sich herum: Die Kinder kommen
aus Nordbayern, Sachsen, Sachsen-Anhalt
und Thüringen zu ihr.
In den nächsten Jahren will Otto noch zwei weitere Kollegen in
ihre 400 Quadratmeter große Praxis aufnehmen. www.kinderzahnaerztin-otto.com

Vorlaufzeit: acht Monate

Startkapital: mehr als 200.000 Euro

Rechtsform: GmbH

Helfer: MGM-Management

Mobile Prothesen

Josef Dobler hat alles in seinem umgebauten
Transporter: Regale für Werkzeuge
und Ersatzteile, eine kleine Werkbank,
eine Nähmaschine. Das Beste
daran: „Ich könnte alles in nur wenigen
Minuten zerlegen und in einen anderen
Wagen gleicher Bauart verstauen“, sagt
der 42-Jährige. Der Orthopädiemechaniker
bietet seit rund einem Jahr einen
Heimservice für Prothesen und Bandagen
an. „Für viele Kunden ist der Weg
zu meinem Laden wegen ihrer Behinderung
zu beschwerlich“, sagt er. Sein
Einsatzgebiet:
rund um Rosenheim.
www.d-j-o.de

Vorlaufzeit: mehrere Monate

Rechtsform: Einzelunternehmer

Startkapital: 36.000 Euro

Helfer: der Vater

Molekülen auf der Spur

Wird eine Flüssigkeit mit einem Infrarotlaser
lokal aufgeheizt, so geraten die
heißen Moleküle darin in Bewegung.
Dies lässt sich messen – mit einem Gerät,
das die beiden Naturwissenschaftler
Stefan Duhr und Philipp Baaske entwickelt
haben. Ein Business-Angel investiert
in das Projekt der Münchner
Gründer, sodass ihre junge Firma Nanotemper
Technologies
bereits die erste
Kleinserie
an Messgeräten bauen und an
ausgewählte Kunden verkaufen konnte.
Forschungseinrichtungen und Pharmaindustrie
interessieren sich dafür. Das
Ziel: „Der weltweite Vertrieb, vielleicht
wird die Nanotemper-Methode ja einmal
globaler Standard für die Biomolekülanalyse“,
sagt Duhr.
www.nanotemper.de

Vorlaufzeit: zwei Jahre

Rechtsform: GmbH

Startkapital: unter einer Million Euro

Helfer: ihr Business-Angel

Kochbuch für Veganer

Die Grundlage für ihr Geschäft schuf
Irina
Itschert schon zu Schulzeiten. „Ich
habe für eine Freundin nach einem
Käsekuchenrezept
ohne Milch und Ei
gesucht“, sagt die 28-Jährige. Der Interessentenkreis
für cholesterin- und laktosefreies
Essen wurde rasch größer, und
im Studium baute sie zusammen mit
dem Informatiker Malte Clasen ein Onlineportal
auf und gründete die Firma
Clasoft. Rund 450 Rezepte und mehr
als 1300 Produkte für Veganer sind gelistet.
Mehr als 200 000-mal wird ihre
Website derzeit pro Monat aufgerufen.
Tendenz steigend. Mit Büchertipps, Berichten
und einem Blog will Itschert
jetzt für zusätzliche Besucher sorgen.
www.rezeptefuchs.de

Vorlaufzeit: ein Jahr

Rechtsform: GmbH

Startkapital: 25.000 Euro

Helfer: alle Nutzer, die Tipps liefern

Virtueller Trainer

Keine Zeit fürs Fitnessstudio? Wer dennoch
Lust auf Bewegung hat, sich aber
allein nicht aufraffen kann, findet demnächst
im Web Ansprache von einem
Personal Trainer. Für zehn Euro im Monat
erstellt die Firma Hörsport von Tim
Bärmann einen individuellen Trainingsplan
mit detaillierten Übungen und liefert
ihn als Podcast im MP3-Format.
Das
Hörergebnis
klingt wie beim Besuch eines
echten Fitnesskurses. „Der Sportler
soll denken, dass der Trainer tatsächlich
neben ihm steht – das motiviert einfach
stärker“, sagt der Berliner Gründer. Derzeit
befindet sich der Audiotrainer noch
in der Testphase, ab Spätsommer soll das
Angebot stehen. „Mittelfristig erwarten
wir etwa 20 000 Abonnenten“, sagt Bärmann.
Kooperationen
mit Krankenkassen,
Vertriebsgesellschaften von Wellness-
und Nahrungsprodukten sowie mit
großen Unternehmen, die ihre Mitarbeiter
zu Sport anhalten wollen, sind in Vorbereitung.
www.hoersport.de

Vorlaufzeit: zehn Monate

Rechtsform: GmbH

Startkapital: 120.000 Euro

Helfer: Beuth-Hochschule Berlin

Übersetzer für Gehörlose

Für Gehörlose sind Behördengänge eine
aufwendige Angelegenheit. Um kommunizieren
zu können, sind sie auf fremde
Hilfe angewiesen. Doch Gebärdendolmetscher
kosten bis zu 90 Euro pro Einsatz.
Leichter geht es jetzt bei der Stadt
Bonn: Der Gehörlose stellt per Webcam
seine Frage in Gebärdensprache. Die Firma
Sqat von Ralph Raule übersetzt,
transferiert die Antwort des Amtes in Gebärdensprache
in ein Video und schickt
es per Mail an den Fragenden. Neben Behördengängen
kann sich Raule – selbst
gehörlos – auch andere Anwendungen
vorstellen, etwa Onlinegebrauchsanweisungen.
Die Auftraggeber
zahlen einen
Paketpreis: bei zwei Jahren Laufzeit und
rund 1000 Übersetzungen etwa 12,50
Euro pro Vorgang. www.sqat.eu

Vorlaufzeit: zwei Monate

Rechtsform: GmbH

Startkapital: 13.000 Euro

Helfer: Internetagentur Mutantbrains

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