Gründung Fünf Start-ups und ihre Geschäftsideen

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Shipcloud bietet eine Schnittstelle an, mit der kleine Händler ihre Plattform an etablierte Logistikanbieter anbinden können - für einfachen Versand der Ware.

Shipcloud bietet eine Schnittstelle an, mit der kleine Händler ihre Plattform an etablierte Logistikanbieter anbinden können - für einfachen Versand der Ware.© picsfive / Fotolia.com

Sie erleichtern kleinen Onlinehändlern den Warenversand, sorgen für saubere Hemden und helfen Diabetikern: Wie fünf Start-ups uns den Alltag erleichtern wollen.

Shipcloud: Einfacher Versand für Onlinehändler

Als sich die Kollegen Claus Fahlbusch und Stefan Hollmann mit einem Onlineshop für Luxusuhren selbstständig machten, merkten sie, wie schwierig es für kleine Händler ist, ihre Plattform an etablierte Logistikanbieter technisch anzubinden.

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Mit dem Start-up Shipcloud bieten sie nun ein Schnittstellenmodul, das bestehende Shop- und Warenwirtschaftssysteme mit Paketdienstleistern verbindet – und damit Excel-Dokumente oder händisches Übertragen von Daten ersetzt.

Die cloudbasierte Softwareplattform ermöglicht Onlinehändlern zusätzlich via Plug-in, Pakete vertragsunabhängig und zu Großabnehmerkonditionen über UPS, DHL und Co. zu verschicken. Shipcloud-Kunden können – je nach Tarif – monatlich bis zu 1000 Pakete innerhalb der EU versenden und vorher eine Vielzahl von Tarifanfragen stellen.

Die Gebühr variiert zwischen 9,99 und 49,90 Euro pro Monat. Bisher nutzen 1500 Kunden die Software. 2015 gewann Shipcloud den Gründergeist Wettbewerb der Hamburger Wirtschaftsjunioren, den impulse als Medienpartner unterstützt.


Zipjet: Mobiler Wäscheservice

Hemden waschen und bügeln nervte ihn, die Reinigung hatte oft schon zu, wenn Consultant Florian Färber nach Hause kam. Im Januar eröffnete er deshalb mit McKinsey-Mitarbeiter Lorenzo Franzi und Inkubator Rocket Internet in Berlin das Startup Zipjet, das zwei Monate zuvor schon in London gestartet war.

Abholen, sortieren, waschen, trocknen – der Reinigungs- und Lieferservice kommt 30 Minuten nach der Bestellung via App und braucht 24 Stunden. In Berlin kostet ein Kilo Wäsche 3 Euro, Waschen und Bügeln eines Hemdes 1,50 Euro.

Den Auftrag erledigen kooperierende Textilreinigungen. So ein Konzept versuchte hierzulande schon Mydryclean.de – und scheiterte. Zipjet ist dennoch zuversichtlich – und will bald drei weitere deutsche Städte bedienen.


Mysugr: Handytagebuch für Diabetiker

Über 380 Millionen Diabetes-Patienten gibt es weltweit. Viele müssen sich mehrmals am Tag in den Finger stechen und ihr Blut mit Messgeräten auf Zuckerwerte, Insulin- und Kohlenhydratemengen prüfen. Krankheitsdaten also, die Diabetiker sprichwörtlich ständig auf dem Schirm haben müssen.

Dank des Wiener Startups Mysugr geht das nun einfacher: Frank Westermann und Mitgründer Fredrik Debong – beide Diabetiker – haben eine App fürs Smartphone entwickelt, die alle therapierelevanten Daten in einer Übersicht zeigt, ähnlich einem Diabetes-Tagebuch. Statt Blutwerte händisch einzutragen, empfängt die als Medizinprodukt klassifizierte App automatisch die Daten vom Messgerät.

Mit der „Junior App“ lernen Kinder den Umgang mit der Krankheit spielerisch: Je mehr Einträge sie machen, desto besser versorgen sie ein kleines „Diabetes-Monster“. Eltern werden via Handy über die Einträge informiert. Mysugr hat auch Vertragspartner aus der Industrie: In Österreich bietet eine Krankenversicherung auf Basis der App eine kostenfreie Online-Diabetes-Schulung an.

Über 230.000 Nutzer haben das Programm (2,99 Euro im Monat) bereits heruntergeladen. Im März erhielt Mysugr vom Venture Fund des Pharmakonzerns Roche 4,2 Millionen Euro.


Phizzard: Tablet als Anprobehelfer

Die Entscheidung für oder gegen ein Shirt beim Shopping fällt der Kunde meist in der Kabine. Warum also das Anprobieren nicht so einfach wie möglich gestalten, dachte sich Peer Hohn, kaufmännischer Leiter eines Onlinehändlers für Streetwear, und entwickelte Phizzard.

Seit Sommer 2014 hält das Tablet-gestützte Programm im Store eines Berliner Einkaufszentrums und in einigen Schuhläden die Kunden während der Anprobe bei Laune: Den Barcode der Kleidung eingescannt, zeigt der Touchscreen in der Umkleidekabine an, welche Größen und Farben noch zu haben sind und empfiehlt passende Accessoires.

Wählt der Kunde ein neues Produkt, wird der Verkäufer über ein weiteres Tablet informiert und bringt die Auswahl zur Kabine. Die Grundausstattung aus Hardund Software gibt es im Monat für 399 Euro. Zusatzgeräte und -dienste, etwa Markenanalysen, kosten extra. Den Breakeven will das vierköpfige Gründerteam 2015 mit dem 30. Ladengeschäft erreichen.


Medcooling: Kühlender Notfallkragen

„Notfallkühlung kann Leben retten“, sagt Heiko Schöning. Vor allem im Falle eines Herzstillstands. Drei Jahre lang hat der Gründer des Start-ups Medcooling an einer mobilen Kühlung getüftelt.

Heraus kam 2012 der Carocooler, eine Halskrause für Notfallpatienten, die einmalig eine Stunde Kühlleistung bringt und den Zugang zum Rest des Körpers nicht behindert. Das Thermogel in der Krause entzieht – dank winziger Goldpartikel – der Halsschlagader Wärme und vermindert so den Sauerstoffbedarf des Gehirns, ganz ohne Vorkühlung oder Strom. Einfach die Krause drücken, schütteln und um den Hals legen.

Für Unternehmen kostet der Carocooler 355 Euro, für Privatpersonen 490 Euro. Kunden sind bereits Rettungsdienste, Krankenhäuser, Aida-Kreuzfahrten und die Personenschützer des Bundespräsidenten.
Das 2012 gegründete Unternehmen mit Sitz im thüringischen Apolda und in Hamburg hat weitere Kühlprodukte in der Entwicklung, darunter ein leistungssteigerndes Sportshirt.

 

 

impulse-Magazin Mai 2015 Ein Artikel aus der impulse-Ausgabe 05/15.

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