• Gemeinsam erfolgreich dank Crowdfunding

    Das Internet eröffnet Start-ups neue Wege der Finanzierung: Crowdfunding hilft kreativen Gründern, Geld von Privatleuten zu sammeln und ihre Ideen zu verwirklichen. Im besten Fall gewinnen alle.

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    Kreative, künstlerische und soziale Projekte gelten abseits von staatlicher Förderung als schwer finanzierbar. Um an dringend benötigtes Kapital zu gelangen, müssen viele Gründer daher neue Wege gehen. Crowdfunding oder Schwarmfinanzierung ist dabei ein junger, wenn auch kein neuer Begriff. Die Möglichkeiten, die sich daraus ergeben, sind für soziale Startups, Projekte und Unternehmen geradezu revolutionär.

    Eine Entwicklung, die es ohne das Web 2.0 nicht gäbe. Gerade in Deutschland ist das Crowdfunding noch sehr jung und die Anzahl der Angebote überschaubar. Plattformen wie inkubato, Startnext und VisionBakery haben sich seit ihrer Gründung 2010 am Markt etablieren können. Der Schwerpunkt dieser Unternehmen liegt dabei verstärkt im künstlerischen und kreativen Bereich, was sich auch in den Projektkategorien widerspiegelt, die unter anderem Mode, Musik, Design und Kunst aber auch Journalismus und Sport umfassen.

    Crowdfunding basiert auf der simplen Idee viele Menschen für sein eigenes kleines Projekt zu gewinnen. Da dies auf freiwilliger Basis passiert und die Unterstützer meist Privatleute sind, ist nicht immer ein solider Businessplan nötig. Um Geld zu sammeln zählt vielmehr eine gute Idee und eine kreative Beschreibung.
    “Eine Idee muss kreativ und leicht verständlich sein und sollte die potentiellen Unterstützer ansprechen. Wir haben noch kein Projekt gehabt, das ohne ein eigenes Video erfolgreich gewesen ist,” sagt Janine Scharf von der VisionBakery aus Leipzig. “Das Wichtigste ist eine gute Geschichte und ein überzeugender Auftritt.”

    Crowdfunding beteiligt viele Menschen von Beginn an

    Ein Anreiz für die Investoren ist wichtig und so kann der Gewinn für die Unterstützer vielfältig sein. Prämien, kleine Geschenke oder Anteile an dem zukünftigen Unternehmen sind nur einige Beispiele wie ein Investor am Erfolg einer Idee teilhaben kann.

    Der große Vorteil des Crowdfunding ist, dass Interessierte von Beginn an in das Projekt und seinen Fortgang eingebunden werden und aus der Vernetzung neue Ideen entstehen können. Für Gründer bedeutet das neben der Finanzierung auch die Erweiterung des Kreativ- und Marketingpools. Diese Faktoren sind noch kein Garant für das Gelingen eines Projekts, doch können sie die Erfolgsaussichten deutlich verbessern.

    Interessant ist dies besonders für soziale Projekte die oftmals um eine solide Finanzierung kämpfen müssen. Der Spagat zwischen ökonomischen Zwängen und sozialem Engagement ist meist die größte Belastungsprobe für ambitionierte Vereine. Gerade in diesem Bereich konnte man bisher nur auf Spenden oder Geld aus Förderanträgen hoffen. Mit betterplace hat sich in Berlin bereits 2007 eine Plattform entwickelt, die es engagierten Menschen, Vereinen und Unternehmen ermöglicht mit Hilfe von Schwarmfinanzierung eigene Hilfsprojekte und Ideen zu verwirklichen, zu unterstützen und sich zu vernetzen.

    Transparenz, Wissenstransfer und eine breite Basis sind neben der monetären Unterstützung die größten Vorteile des Crowdfundings. Die Potenziale, die sich dadurch ergeben, sind enorm und die Risiken werden für alle Beteiligten minimiert. So werden Projekte vorab von den Plattformbetreibern geprüft und gesammelte Gelder erst ausgezahlt, wenn eine vorher festgesetzt Summe erreicht ist. Andernfalls wird das Geld an die Unterstützer zurückgegeben.

    Besonders VisionBakery aus Leipzig setzt in diesem Bereich stärker auf Kontrolle und Service, um so die Erfolgsaussichten zu erhöhen. “Für viele ist eine Projektfinanzierung durch Crowdsurfing Neuland, daher geben wir zu allen Projektanträgen ein Feedback, bevor wir es freischalten. Die Nutzer sind fast immer dankbar für diese Unterstützung,” sagt Scharf im Gespräch mit impulse.de

    Crowdinvest ermöglicht Anteilserwerb an Start-ups

    Eine neue und erweiterte Form des Crowdfundings ist das Crowdinvest, das es kapitalintensiven Startups ermöglicht einen breiteren Pool an Investoren zu finden. Im Gegensatz zum Crowdfunding erwirbt ein Interessierter Anteile an dem neuen Unternehmen mit der Möglichkeit einer späteren Gewinnbeteiligung oder eines Weiterverkaufs der Anteile. Crowdinvest entführt die Idee der Schwarmfinanzierung vom kulturell-sozialen Bereich in den der freien Wirtschaft. “Crowdinvest fügt sich sehr gut in die deutsche Gründungslandschaft ein,” bestätigt auch Gründungsexperte Andreas Kuckert vom Lehrstuhl für E-Business und E-Entrepreneurship der Universität Duisburg-Essen.

    Die bekanntesten Plattformen in diesem Segment sind Seedmatch, Mashup Finance und Innovestment. Im Unterschied zu sozialen Crowdfunding-Plattformen haftet der Investor im Falle einer Insolvenz mit dem eingezahlten Geld. Je nach Höhe des Betrages ein überschaubares Risiko, da im umgekehrten Fall das Geld als Beteiligung gilt und eine anteilige Gewinnausschüttung verspricht.

    Gesetzeslücken in Deutschland müssen geschlossen werden

    Bei all diesen Angeboten gilt, dass es in Deutschland im Gegensatz zu den USA bislang keine gesetzliche Grundlage speziell für Crowdfunding gibt. Bisher wird diese Lücke durch bestehende Gesetze abgedeckt, die aber zum Beispiel keine Finanzierung von Großprojekten von über 100.000 Euro zulassen. Auch der Schutz der Investoren wird bislang über die Geschäftsbedingungen der jeweiligen Anbieter geregelt. Zukünftig muss der Gesetzgeber diese Lücken schließen.

    Eine Gesetzesänderung wie in den USA bereits beschlossen, hält auch der Geschäftsführer von Seedmatch Jens-Uwe Sauer für unumgänglich: “In den USA werden derzeit die rechtlichen Rahmenbedingungen für Finanzierungen über die Crowd bis 1 Mio. bzw. 2 Mio. Dollar mit dem Crowdfunding Act als Teil des “JOBS” Act (Jumpstart our Businesses) geschaffen und stehen kurz vor dem Inkrafttreten. Aus diesem Grund setzen wir uns auch in Deutschland für eine Erleichterung für Startups bei Finanzierungen über 100.000 Euro per Crowdfunding ein.”

    • Quelle: impulse
    • Copyright: impulse
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