Altdorfer Klosterbrauerei „Das Schwierigste ist die Rezeptur vom Bier“

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Martin Hipp (links) und Andreas Kunzemann haben die Altdorfer Klosterbrauerei wiederbelebt. Die Unternehmer haben die Rezeptur ihres  oberschwäbischen Klosterbiers selbst ausgetüftelt.

Martin Hipp (links) und Andreas Kunzemann haben die Altdorfer Klosterbrauerei wiederbelebt. Die Unternehmer haben die Rezeptur ihres oberschwäbischen Klosterbiers selbst ausgetüftelt. © Tanja Demarmels

Seit Jahren trinken die Deutschen immer weniger Bier. Dennoch belebten Martin Hipp und Andreas Kunzemann die Altdorfer Klosterbrauerei wieder. Wie läuft es?

impulse: Herr Hipp, seit Jahren trinken die Deutschen immer weniger Bier. Ausgerechnet jetzt gründen Sie eine Brauerei.

Martin Hipp: Der Bierkonsum pro Kopf sinkt tatsächlich, andererseits entstehen immer mehr Kleinbrauereien. Die Nachfrage nach besonderen Bieren in Nischenmärkten steigt – die Leute wollen mehr Klasse statt Masse. Und wer wie wir an eine lange Tradition anknüpfen kann, hat in seiner Region gute Karten.

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In welcher Tradition steht Ihr Bier?

Benediktinermönche haben hier in Weingarten in Baden-Württemberg seit 1771 Bier gebraut. Zeitweise gab es insgesamt fünf Brauereien in der Stadt, die mittlerweile alle zugemacht haben. So hatten wir seit 30 Jahren kein lokales Bier mehr. Das wollten wir ändern.

Sie sind bereits als Zahntechniker seit zehn Jahren selbstständig, Ihr Mitstreiter ist auch Unternehmer. Warum gründen Sie jetzt erneut?

Wir sind gute Freunde und treffen uns im Winter einmal die Woche im Thermalbad. Das geht im Sommer nicht, also haben wir uns als Bier-Fans aus Spaß und Neugier eine kleine Brauanlage für den Keller gekauft, etwas experimentiert und parallel die Bier-Historie der Stadt erforscht. So ging es los.

Sie haben die Altdorfer Klosterbrauerei wiederbelebt. Wie läuft es?

Das Schwierigste ist die Rezeptur. Das  Anfangs haben wir noch Fachbücher gelesen, nach zwei Jahren sind wir nun selbst Experten. Aktuell lassen wir das Bier unserer ersten Marke Konvent von einer Lohnbrauerei herstellen. Das sind 1000 Liter im Monat, die wir an Gastronomen verkaufen. Der nächste Schritt ist der Aufbau einer Mini-Brauerei mit eigener Anlage, was vermutlich eine knappe halbe Million Euro kosten wird.

Als zweifacher Unternehmer: Was finden Sie verlockend an der Selbstständigkeit?

Die Freiheit.

Das sagt jeder.

(lacht) Diese Freiheit ist tatsächlich eine permanente Unsicherheit. Ruft morgen noch jemand an und gibt mir einen Auftrag? Aber gerade das hält mich in Schwung. Ich bin täglich zu Kreativität verpflichtet. Und führe ein Team mit jetzt vier Mitarbeitern.

Was ist, wenn Sie sich bald zwischen Dentallabor und Brauerei entscheiden müssen?

Muss ich nicht. Dafür bin ich ja selbstständig und kann meinen Arbeitstag gestalten. Auch die Brauerei wird demnächst die ersten Mitarbeiter einstellen, wenn wir den Vertrieb hochfahren. Es gibt viel zu tun.

Ein Artikel aus der impulse-Ausgabe 04/2017

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