Café Cacao Lukula Die Tassenkämpfer

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Georg Roth, 55, und Klaus Rückert, 83, haben eine Mini-GmbH gegründet, die fairen Kaffee importiert.

Georg Roth, 55, und Klaus Rückert, 83, haben eine Mini-GmbH gegründet, die fairen Kaffee importiert. © Stephan Minx

Ein Professor und ein Rentner gründen eine Mini-GmbH, um fairen Kaffee zu importieren. Warum sie im besten Alter für eine Gründung sind.

impulse: Herr Roth, Sie sind 55, Ihr Kompagnon Klaus Rückert ist 83. Sind Sie im besten Alter für eine Gründung?

Georg Roth: Es kommt darauf an. Ein kommerzieIl orientiertes Unternehmen in einem mir unbekannten Geschäftsfeld würde ich nicht mehr gründen. Unsere Mini-GmbH „Café Cacao Lukula“ ist aber nicht kommerziell orientiert und braucht viel Idealismus. Da ist es ganz gut, wenn man Lebenserfahrung mitbringen kann.

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Sie wollen fair produzierten Kaffee aus der Demokratischen Republik Kongo ­importieren. Wie kam es dazu?

Mein Geschäftspartner ist Vorsitzender ­eines Vereins, der eine Klinik im Kongo ­unterstützt. Bei einem Besuch dort haben wir eine längere Fahrt durch die Landschaft unternommen. In einem Dorf lernten wir drei Männer kennen, die am Straßenrand Maniok-, Weizen- und Kaffeepulver herstellten. Da kam uns die Idee, die Kaffeeproduktion in der Region wieder anzustoßen. Der Anbau hat dort eine lange Tradition und kam durch die Unruhen zum Erliegen. Und die Wertschöpfung für die Bauern ist bei Kaffee höher als bei Maniok oder Weizen.

Trotzdem hätten Sie ja nicht gleich Unternehmer werden müssen, oft gründen sich dafür Vereine oder Hilfsinitiativen.

Wir wollten es gleich professionell machen. Ein Vertriebsunternehmen kann den ­Menschen im Kongo Existenz- und Arbeitsgrundlage geben. Gerade jetzt in der Flüchtlingskrise zeigt sich doch, wie wichtig das ist. Und am Ende muss es sich betriebswirtschaftlich rechnen, sonst können Sie den Kaffee nicht weltweit verkaufen. Da muss man unternehmerisch denken − auch wenn wir uns kein Gehalt auszahlen.

War die Gründung ein großer Schritt für Sie?

Ich habe ja den familiären Hintergrund: Meine Eltern waren selbstständige VW-Händler. Und mein Geschäftspartner hat früher als Unternehmensberater gearbeitet.

Was für ein Gefühl war das, beim Notar zu sitzen und die Mini-GmbH zu gründen?

Ein schönes! Zumal absehbar ist, dass unsere Idee ein Erfolg werden kann. Wir haben schon die erste Probelieferung „Petit Kwilu“ bekommen, das ist eine hochwertige Robusta- Bohne. 40 Tonnen sollen bald folgen.

Sie sind hauptberuflich Hochschullehrer. Wann betreuen Sie Ihre neue Firma?

Abends und am Wochenende. Man darf halt nicht in Angestelltenkategorien denken. Unter Druck arbeitet man einfach produk­tiver und effektiver.

 

Café Cacao Lukula: Das steht im Handelsregister

Amtsgericht Coburg, Aktenzeichen: HRB 5685
Bekannt gemacht am: 06.11.2015, 02:05
Neueintragungen 05.11.2015
HRB 5685: Lukula-Café-Cacao-Congo UG (haftungsbeschränkt), Coburg, Friedrich-Rückert-Str. 13, 96450 Coburg. Gesellschaft mit beschränkter Haftung. Gesellschaftsvertrag vom 24.06.2015. (…)
Gegenstand: Vermittlung des Vertriebs von Waren aus der Demokratischen Republik Kongo.
Stammkapital: 500,00 EUR. (…)
Geschäftsführer: Prof. Dr. Roth, Georg, *12.09.1960; Rückert, Klaus, *09.02.1932 (…)

 

cover-11-15Ein Artikel aus der impulse-Ausgabe 12/15.

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