Damia „Inzwischen wissen wir: Eins nach dem anderen“

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"Mogli"-Mitgründer Emanuel Schmock (35) in seinem Büro. Die Figur des afrikanischen Elefanten ist ein Souvenir von einem Namibia-Urlaub.

"Mogli"-Mitgründer Emanuel Schmock (35) in seinem Büro. Die Figur des afrikanischen Elefanten ist ein Souvenir von einem Namibia-Urlaub. © Anja Lehmann

Unter der Marke "Mogli" verkauft Emanuel Schmock gesunde Lebensmittel für Kinder. Ein Selbstläufer, dachte der Firmengründer. Bei diesem Namen! Warum es anfangs trotzdem nicht rund lief - und was er aus seiner ersten Zeit als Unternehmer gelernt hat.

In Snacks und Getränken für Kinder stecken Zucker und Zusatzstoffe. Der Betriebswirt Emanuel Schmock wollte das ändern und gründete 2012 mit seinem Geschäftspartner Armin Steuernagel die Damia GmbH. Unter der Bio-Marke „Mogli“ produziert der Berliner Betrieb mit zehn Mitarbeitern gesunde Lebensmittel für Kinder. Zudem organisiert die Firma Familienausflüge zu Bauernhöfen.

impulse: Hand aufs Herz: Wie viel mussten Sie Disney zahlen, um sich den Namen Mogli zu sichern?

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Emanuel Schmock: Gar nichts. Disney hatte die Registrierung schlichtweg vergessen. Der Name war also frei.

Sie scheinen ja wahre Glückspilze zu sein.

Für den Anfang unserer Gründungsgeschichte stimmt das definitiv. Auch die Finanzierung ging relativ reibungslos über die Bühne – die Berliner Sparkasse hat uns eine halbe Million Euro als Startkapital geliehen. Danach dachten wir: „Mogli“ wird ein Selbstläufer. Im zweiten Geschäftsjahr zeigte sich aber, dass wir falsch lagen.

Was lief schief?

Wir wollten zu viele Dinge auf einmal. Wir haben in kürzester Zeit mehr als 20 Produkte auf den Markt gebracht, Kooperationen mit drei Bauernhöfen aufgebaut, eine Kinderjury für Verkostungen gegründet und Pläne für eine Stiftung geschmiedet. Irgendwann fiel uns auf, dass ständig Dinge liegen blieben. Auch finanziell konnten wir das trotz Startkapitals nicht dauerhaft stemmen. Um so weiterzumachen, hätten wir externe Investoren gebraucht.

Und das wollten Sie nicht?

Nein. Wagniskapitalgeber sind verständlicherweise zahlengetrieben. Wir sind sehr idealistisch und auf Nachhaltigkeit bedacht. Das hätte nicht gepasst. Neben der Berliner Sparkasse arbeiten wir mit mehreren privaten Business-Angels zusammen. Von ihnen haben wir insgesamt noch einmal 500.000 Euro bekommen. Wir selbst haben zusammen etwa 150.000 Euro investiert.

Wie sind Sie aus der Überforderung herausgekommen?

Ein wichtiger Schritt war, dass ich die endgültige Verantwortung im Unternehmen übernommen habe. Früher haben mein Partner und ich gleichberechtigt entschieden. Das ließ mich ruhiger schlafen, hat aber der Firma nicht gutgetan. Klare Führung ist wichtig.

Welchem Ihrer vielen Geschäftsbereiche haben Sie Priorität gegeben?

Wir haben uns darauf fokussiert, unsere Produkte im Handel zu etablieren, vor allem in deutschen Bio-Fachmärkten. Um nicht nur vom deutschen Markt abhängig zu sein, setzen wir aber auch aufs Ausland. In Hongkong und Australien sind wir sehr erfolgreich.

Warum genau dort?

In Hongkong gilt gesunde Kinderernährung als wichtig. Deutsche Waren sind dort für ihre Qualität bekannt. In Australien haben wir einen starken Vertriebspartner. Insgesamt machen wir rund 35 Prozent unseres Umsatzes im Ausland.

Spüren Sie, dass die neue Strategie aufgeht?

Wir sind inzwischen weltweit in rund 5000 Läden vertreten und haben in der zweiten Jahreshälfte erstmals schwarze Zahlen geschrieben. Wir sind also auf einem guten Weg.

Wie geht es für Sie jetzt weiter?

Im Fachhandel sehen wir Potenzial, langfristig wollen wir unsere Umsätze dort verdoppeln. Im Moment entwickeln wir dafür erste Bio-Snacks gemeinsam mit einem unserer Handelspartner. Das macht unsere Produkte in den Läden noch präsenter. Zudem werden wir dieses Jahr unseren Onlineshop überarbeiten und genauer erklären, warum wir welche Produkte wie produzieren. Langfristig wollen wir unter anderem unsere Hof-Partnerschaften ausbauen. Aber inzwischen wissen wir: Eins nach dem anderem.

 

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Ein Artikel aus der impulse-Ausgabe 03/16.

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