Desino Dieser Rollstuhl soll für mehr Lebensqualität sorgen

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So sieht der dynamische Rollstuhl von Desino aus.

So sieht der dynamische Rollstuhl von Desino aus.© Desino

Viele Rollstuhlfahrer leiden unter Haltungsschäden und Schmerzen. Mit einem dynamischen Rollstuhl will das Start-up Desino Rücken und Wirbelsäule stimulieren. Hat die Idee Potenzial?

Desino im Ideen-Check: Was ist die Geschäftsidee?

Thyl Junker, Gründer: Häufig wird von Menschen erwartet, sich an Produkte anzupassen. Als Produktdesigner sehe ich meine Herausforderung darin, das Gegenteil anzustreben: Das Produkt sollte sich, wenn möglich, an den Menschen anpassen. Im Fall unseres Rollstuhls heißt das: Die Bewegung ist dem menschlichen Gang nachempfunden.

Desino im Konkurrenz-Check: Was ist neu und anders als bei anderen Rollstühlen?

Daniel Levedag, Gründer: Unser Rollstuhl wird wahlweise über Greifreifen oder einen neuartigen Hebelantrieb angetrieben. Indem die Laufbewegung auf den Rollstuhl übertragen wird, brechen wir mit der starren Sitzposition, die Rückenmuskulatur, Becken und die Wirbelsäule schadet. Dynamisches Sitzen hat sich bei Büromöbeln längst etabliert. Mit Desino wollen wir die Möglichkeit, dynamisch zu bleiben, auch den Menschen zur Verfügung zu stellen, die nachweislich am längsten sitzen.

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Roman Pagano, Gründer: Rollstuhlfahrer leiden durch das statische Sitzen oft unter starken Beschwerden im Rücken und darüber hinaus. Mit Desino können wir nicht nur Verschleißerscheinungen in Schultern und Handgelenken reduzieren. Auch die Bandscheiben werden besser mit Nährstoffen versorgt, sogar Verdauung und Atmung verbessern sich. Zudem erweitert eine Kombination aus Greifreifen- und Hebelantrieb den persönlichen Aktionsradius der Rollstuhlfahrer und steigert zusätzlich deren Unabhängigkeit.

Desino im Kapital-Check: Wie finanziert sich das Ganze?

Daniel Levedag: Als Geschäftsmodell ist der Verkauf von Desino in ausgewählten Sanitätshäusern geplant, die mit uns kooperieren. Vor dem Verkaufsstart sind wir mithilfe des Existenzgründerstipendiums EXIST des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie, des High-Tech Gründerfonds und unseres Business Angels Dieter Lorenzen über die Runden gekommen.

Desino im Risiko-Check: Was kann schiefgehen?

Daniel Levedag: Ab Oktober sind wir endlich lieferfähig. Bis wir unseren Rollstuhl serienmäßig herstellen konnten, hat es eine Weile gedauert. Offenbar braucht es in dem Bereich viel Überzeugungsarbeit. Wir suchen den Austausch, sind auf so vielen Fachmessen vertreten wie möglich. Auch an weiteren Kooperationen sind wir stets interessiert. Künftig streben wir eine Kooperation mit Krankenkassen an, die die Kosten für den Rollstuhl übernehmen könnten.

Die Gründung von Desino in Zahlen

Vorlaufzeit: 2 Jahre
Startkapital: 10.000 Euro
http://www.desino.eu

Die Gründer von Desino

Roman Pagano ist Ingenieur mit dem Schwerpunkt Medizintechnik, Daniel Levedag Sportökonom und Thyl Junker Designer.

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