Einradpioniere „Wer sein eigenes Ding machen will, ist immer am richtigen Ort“

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Mark Apitz (34, l.) hat in Dresden eine Kiosk-Kette aufgebaut. Jetzt hat er mit Stefan Dannfald (33, r.) seine neue Firma Einradpioniere gegründet. Sie verkaufen Elektro-Einräder in einem Kiosk.

Mark Apitz (34, l.) hat in Dresden eine Kiosk-Kette aufgebaut. Jetzt hat er mit Stefan Dannfald (33, r.) seine neue Firma Einradpioniere gegründet. Sie verkaufen Elektro-Einräder in einem Kiosk.© Jürgen Lösel

Dresden gilt als Gründerwüste. Das sieht Mark Apitz nicht so: Er schmiss sein BWL-Studium, baute dort eine Kiosk-Kette auf und gründete jetzt mit seinem Geschäftspartner ein Start-up für den Handel mit Elektro-Einrädern.

impulse: Herr Apitz, Sie haben Ihr BWL-Studium nach zwei Semestern geschmissen, um eine Kioskkette aufzubauen. Warum?

Mark Apitz: Weil ich nicht als Angestellter enden wollte. Ich will von früh bis spät gestalten, nicht nur ausführen, was ein anderer mir vorschreibt. Selbstständigkeit ist für mich nicht nur die beste vorstellbare Arbeits- und Lebensform, sondern auch eine innere Einstellung.

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Sie waren bei der Gründung 23 Jahre alt. Wie hat Ihr Umfeld reagiert?

Die Familie, gerade die älteren Semester, eher reserviert. Meine Freunde dagegen kennen mich ja als Macher, die meinten, ach, der wird seinen Weg schon gehen.

Dem ersten Kiosk folgte bald ein zweiter, dann ein dritter. Sie haben 15 Mitarbeiter. Wollen Sie Büdchen-Mogul werden?

Ich sehe einfach das Potenzial. Hier in Dresden ist die Büdchen-Kultur noch nicht so ausgeprägt wie in westdeutschen Großstädten wie etwa Köln, aber die jungen Leute sind ja trotzdem nachts unterwegs und wollen Bier kaufen. Wenn man dann den richtigen Standort auswählt, kann man schnell ein gut laufendes Geschäft aufbauen.

Jetzt streben Sie in eine andere Branche: Sie haben ein Start-up für den Handel mit Elektro-Einrädern gegründet. Warum?

Mein Mitgründer und ich sind beim Urlaub in Paris darauf gekommen, wo schon Tausende mit den sogenannten E-Wheels durch die Stadt pendeln. Wir sind überzeugt, dass das elektrische Einrad das Fortbewegungsmittel der Zukunft ist: Es ist schnell, sicher, umweltfreundlich, macht Spaß, ist einfach zu lernen, und man kann unabhängig unterwegs sein – ganz ohne Auto!

Was sind Ihre Ziele für das neue Unternehmen?

Wir fangen klein an, ohne Fremdkapital. In einem meiner Kioske habe ich einen kleinen Showroom eingerichtet mit den besten Modellen. Wir gehen auf Messen, verteilen Flyer, bieten Testfahrten und Schulungen an. In drei bis fünf Jahren könnte ich mir vorstellen, dass wir aus den Einradpionieren, so heißt unsere Marke, ein Franchisesystem entwickeln und in weiteren Städten präsent sind.

Ist Dresden ein gutes Pflaster für hemdsärmelige Gründer wie Sie?

Der Osten ist ja eigentlich als Gründerwüste verschrien, aber für mich ist das ein überholtes Klischee. Wer sein eigenes Ding machen will, ist immer am richtigen Ort. Am Ende zählt die innere Haltung. Es geht darum, etwas wirklich zu wollen.

 

Cover_impulse_09_2016Ein Artikel aus der impulse-Ausgabe 09/16.

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