Free-Linked „Wir haben uns am Anfang zu große Ziele gesetzt“

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Eduard Sabelfeld, 33, lag mit seinem ersten Businessplan 2010 daneben. Bis sein Produkt, der Buddy Watcher, auf den Markt kam, dauerte es fast viereinhalb Jahre.

Eduard Sabelfeld, 33, lag mit seinem ersten Businessplan 2010 daneben. Bis sein Produkt, der Buddy Watcher, auf den Markt kam, dauerte es fast viereinhalb Jahre.© Martin Wagenhan /impulse

Das Taucharmband Buddy Watcher soll Tauchunfälle verhindern, indem es Tauchpartner warnt, wenn sie sich zu weit voneinander entfernen. Mitgründer Eduard Sabelfeld berichtet von Planänderungen, Zweifeln und was er für die Zukunft gelernt hat.

impulse: Wenn Sie heute in Ihren ersten Businessplan schauen, womit lagen Sie daneben?

Eduard Sabelfeld: Es hat fast viereinhalb Jahre gedauert, bis wir auf den Markt gekommen sind. Das hätten wir nicht gedacht. Deswegen mussten wir unsere Pläne immer wieder um ein Jahr verschieben.

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Woran lag das?

Wir haben die technische Komplexität unterschätzt. Das Armband muss Salzwasser und Temperaturschwankungen aushalten. Wir dachten, dass es dafür bereits Lösungen gibt, die wir nur zusammenfügen müssen. Aber die Technologie, die wir brauchten, war noch nicht vorhanden. Also mussten wir alles selbst entwickeln.

Würden Sie heute etwas anders machen?

Wir haben uns am Anfang zu große Ziele gesetzt und wollten zu viele Einstellungsmöglichkeiten am Armband. Wir hätten zwei Jahre früher auf den Markt kommen können, wenn wir zum Beispiel Funktionen wie die Abstandsmessung zwischen den Tauchpartnern weggelassen hätten. So konnten wir wertvolle Erfahrungen erst viel später machen. Wir hätten uns trauen sollen, früher loszulegen.

War es frustrierend, dass Ihr Armband so lange nicht auf den Markt kam?

Ich bin im Team nicht für die technische, sondern für die betriebswirtschaftliche Seite verantwortlich. Als das Produkt noch nicht fertig war, habe ich eigentlich nur gewartet. Irgendwann will man auch verkaufen. Irgendwann will man das Feedback vom Kunden.

Haben Sie jemals daran gezweifelt, dass der Buddy Watcher fertig wird?

Natürlich gab es die Momente, in denen wir dachten: Das ist jetzt eine Sackgasse. Momente, in denen wir kurz davor standen, Rechnungen nicht bezahlen zu können. Aber dann hat es an den entscheidenden Stellen doch immer geklappt, eine Finanzierung auf die Beine zu stellen.

Wer hat Sie finanziert?

Am Anfang wurden wir durch das Exist-Gründerstipendium des Bundeswirtschaftsministeriums gefördert. Dann haben wir noch drei Jahre ein Förderprogramm des Landes Baden-Württemberg als Anschlussfinanzierung durchlaufen und selbst ein Darlehen aufgenommen. Zudem haben wir vier Business-Angels an Bord.

Was waren innerhalb der Firma die größten Veränderungen der vergangenen Jahre?

In den letzten sechs Monaten haben wir unsere ersten Mitarbeiter eingestellt. Während der Entwicklung saßen wir im stillen Kämmerlein und haben geplant. Bei der Umsetzung der Pläne brauchten wir mehr Leute. Wir mussten uns neu strukturieren und lernen, Aufgaben abzugeben.

Welche Pläne haben Sie für die Zukunft?

Für Kommunikation und Datenaustausch unter Wasser gibt es tolle Einsatzbereiche in der Rohstoffförderung – zum Beispiel für die Überwachung von Pipelines und Ölbohrinseln. Als Nächstes haben wir also auch die Industrie im Blick.


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