Haveltec „Das Team ist wichtiger als die Idee“

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Christian Anuth, Markus Weintraut und Christian Werner von Haveltec beißen sich trotz Rückschläge durch. 2017 sollen ihre digitalen Fahrradschlösser auf dem Markt sein.

Christian Anuth, Markus Weintraut und Christian Werner von Haveltec beißen sich trotz Rückschläge durch. 2017 sollen ihre digitalen Fahrradschlösser auf dem Markt sein.© Anja Lehmann

Ein Brandenburger Mechatroniker hat ein digitales Fahrradschloss entwickelt, das sich mit dem Smartphone bedienen lässt. Wie er sich jeden Tag motiviert - und warum an einer alten Weisheit tatsächlich etwas dran ist.

impulse: Herr Anuth, wann ist Ihnen der Gedanke gekommen, sich selbstständig zu machen?

Christian Anuth: Zwischen meinem Bachelor und dem Master habe ich vier Jahre lang in der Industrie als angestellter Produktionsleiter gearbeitet. Da entstand der Wunsch, mein eigenes Ding zu machen, weil ich im Alltag oft gedacht habe: Das würde ich selbst ganz anders angehen.

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Start-ups sind eher selten bei Ihnen in Brandenburg an der Havel, oder?

Ja, die Gründerszene ist sehr überschaubar. Ich habe auch keine Unternehmer in der Familie, an denen ich mich orientieren könnte. Aber als wir unsere Idee eines automatischen Fahrradschlosses, das man mit dem Smartphone bedient, bei uns an der Fachhochschule vorstellten, gab es so viel Begeisterung, dass wir loslegten.

Wie weit sind Sie jetzt?

Wir haben ein Exist-Gründerstipendium ergattert und damit einen Prototyp gebaut. Unsere Büros sind in einem Co-Working-Space der Hochschule, das macht vieles leichter. Jetzt gehen wir auf Messen und sprechen mit Fahrradherstellern über unser Schloss, das sich automatisch entsichert, wenn sich der Besitzer dem Fahrrad nähert. Und wir sprechen mit Business-Angels ganz konkret über eine Finanzierung.

Gab es auch schon Rückschläge?

Einer unserer Mitgründer hat die Firma schon wieder verlassen. Man sagt immer, das Team sei wichtiger als die Idee – das stimmt wirklich. Es ist manchmal schon hart, gerade jetzt am Anfang: Kein sicheres Gehalt, all die Skepsis, die einem als junger Gründer entgegenschlägt. Und die eine oder andere Party muss man auch sausen lassen. Das ist nichts für jeden. Aber da beißen wir uns jetzt durch. Wir sind leidensfähig.

Wie motivieren Sie sich jeden Tag neu?

Ich habe schon einmal etwas aufgebaut, einen Fitnessklub hier in der Stadt. Das war auch viel Arbeit, aber er trägt sich jetzt von allein und läuft gut. Wenn man von seiner Idee überzeugt ist, lohnt sich der lange Atem.

Wann werden wir Ihre Schlösser an den ersten Fahrrädern sehen?

Im Frühjahr 2017. Wir wollen ein Produkt direkt für Konsumenten anbieten, das unter 100 Euro kosten soll, und eine White-Label-Lösung für Hersteller. Glücklicherweise kommen die ersten schon von sich aus auf uns zu.

 

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Ein Artikel aus der impulse-Ausgabe 03/16.

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