Lunch Vegaz „Wir wollen eine neue Art von Fast Food schaffen“

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Govinda Thaler (31) ist mit dem Hinduismus aufgewachsen. Für ihn ist sein Glaube eine Anleitung, worauf es wirklich ankommt.

Govinda Thaler (31) ist mit dem Hinduismus aufgewachsen. Für ihn ist sein Glaube eine Anleitung, worauf es wirklich ankommt.© Peter Hirth

Die Firma Lunch Vegaz verkauft vegane Fertiggerichte. Gründer Govinda Thaler (31) erzählt, was ihn mehr motiviert als Geld - und warum er sich keine Sorgen macht, solange es seine Verlobte nicht tut.

impulse: Herr Thaler, wie kommen Sie zu dem außergewöhnlichen Vornamen Govinda?

Govinda Thaler: Meine Eltern interessieren sich für das spirituelle Indien und gaben uns drei Kindern indische Namen. Wir sind mit dem Hinduismus aufgewachsen, mein Vater las uns jeden Morgen aus den heiligen Schriften vor.

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Welche Rolle spielt Ihr Glaube heute?

Er ist für mich wie eine Anleitung, worauf es wirklich ankommt. Ich hatte da ein sehr einschneidendes Erlebnis: Mit 17 war ich auf einer Indienreise bei einem König zum Geburtstag eingeladen. Er hatte 31 Autos und einen Palast so groß wie zwei Berliner Häuserblocks. Das hat mich sehr beeindruckt. Noch mehr beeindruckte mich, als er einige Jahre später alles verschenkte und Mönch wurde.

Was folgerten Sie für sich daraus?

Dass es im Leben noch etwas Wichtigeres geben muss, als viel zu besitzen und eine Menge Geld zu verdienen.

Wollen Sie mit Ihrer Firma Lunch Vegaz denn kein Geld verdienen?

Doch, natürlich. Am Geldverdienen ist ja auch gar nichts verkehrt. Es ist nur eben nicht meine wichtigste Motivation.

Worum geht es Ihnen dann?

Gesundes Essen leichter zugänglich zu machen und damit etwas Gutes zu tun. Die Automaten, in denen man das Essen auch erhitzen kann, sollen an Bahnhöfen, in Schulen und Büros stehen. Wir wollen mit unseren veganen Fertiggerichten eine neue Art von Fast Food schaffen, weg von der industriellen Herstellung hin zum Handwerk.

Was haben Sie vorher gemacht?

Ich habe so rumprobiert: Erst hatte ich einen Kunsthandel und habe Bilder und Skulpturen an Büros verkauft, dann habe ich mit einem Freund einen vegetarischen Catering-Service aufgebaut und nebenbei auch mal Designerherde aus China importiert. Das lief alles gut, aber seit einem Jahr kümmere ich mich nur noch um Lunch Vegaz.

Sie haben einen Kredit aufgenommen, macht Ihnen das Bauchschmerzen?

Gar nicht. Ich glaube, dass der Bedarf für solche Produkte groß ist, und wir bekommen auf Messen sehr gutes Feedback. Meine Verlobte, die als Krankenschwester arbeitet, war erst skeptisch. Sie ist nicht so risikofreudig wie ich und prüft sehr genau. Wenn sie sich keine großen Sorgen macht, muss ich das auch nicht.

 

impulse_Cover_05_2016Ein Artikel aus der impulse-Ausgabe 05/16.

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